November 3 2016 Prole Iowa U S Governor Mike Pence the Republican Vice Presidential candiate

Pence unter dem Regenbogen

Der zukünftige US-Vizepräsident hat sehr kreative Nachbarn

Der zukünftigeVizepräsident der USA, Mike Pence, glaubt an Gott. So richtig. Den aus der Bibel. Und an alles andere was da drin steht, glaubt er auch. Im wörtlichen Sinne. Inklusive der erst 6000 Jahre alten Erde und ohne Evolution, aber mit Adam und Eva und Männern die tausend Jahre alt werden und mit allen ihren Töchtern schlafen und die dann wieder mit ihren Brüdern, weil sie so die Menschheit zeugen und mit der Arche und so. Eigentlich alles außer Atlantis, weil das in der Bibel ja auch gar nicht vorkommt. Wahrscheinlich weil das mit den Fanfaren und den Engeln und der weiblichen Salzsäule schon fantastisch genug war. Ein guter Lektor, weiß, wann es zuviel wird. Und ohne Lesben, Schwule, trans*, Bisexuelle natürlich. Oder irgendwas anderes außer verheirateten, heterosexuellen Paare, die vor der Ehe nie Sex haben, nie masturbieren und eigentlich auch nie miteinander schlafen, außer zum Kinderzeugen. Und bevor jetzt irgendwer denkt: armer Mike Pence. Er will, dass alle anderen das auch glauben und genau leben wie er.

Seine Nachbarn haben große Regenbogenfahnen vor ihren Häusern gehisst

Was er auch in sein politisches Programm aufgenommen hat. Bereits bekannt war, dass er für die religiöse Freiheit eintritt, Homosexuelle zu feuern, wenn einem der Glaube das gebietet. Der Landesvater des Bundesstaates Indiana möchte das freilich nicht als Diskriminierung verstanden wissen. Er wolle nur die Menschen vor einer „Überregulierung” durch den Staat schützen, darum halte er nichts von einem gesetzlich verankerten Diskriminierungsschutz (MÄNNER-Archiv). Übrigens ebensowenig vom Kampf gegen AIDS. Im Jahr 2000 forderte Pence, die Mittel für HIV-Prävention zu streichen (damit die Hilfsorganisationen nicht länger einen Lebensstil zelebrieren und propagieren, der die Verbreitung von HIV begünstigt – so Pence) und das Geld lieber in Homoheiler-Therapien zu investieren.

Einfach ein Zeichen dafür, dass ich mit seiner Politik nicht übereinstimme.

Jetzt wo er nach Washington gezogen ist, wollten seine Nachbarn, dass Herr Pence auf den ersten Blick weiß, was sie von seinen Plänen halten. Bis seine eigentliche Residenz, das Naval Observatory, frei wird, wohnt Pence in einer Straße im Edelbezirk Chevy Chase, im Nordwesten von Washington. Er zahlt 6000 Dollar Miete im Monat. So teuer ist es, weil sein Haus so groß ist wie alle in seiner Nachbarschaft. Wie viele andere in seiner Straße, hat es auch einen relativ großen Vorgarten, in dem ein Fahnenmast steht. Wie bei vielen seiner Nachbarn. Mehr als ein halbes Dutzend von ihnen, wollen wohl, dass der zukünftige Vizepräsident sehr genau weiß, was sie von seiner LGBTI-Politik halten: Sie haben große Regenbogenfahnen vor ihren Häusern gehisst. Ilse Heintzen, die neben Pence wohnt, erklärt ihre gegenüber CNN so: „Einfach ein Zeichen dafür, dass ich mit seiner Politik nicht übereinstimme. Ich weiß nicht, wie er darauf reagieren wird, aber vielleicht ändert er seine Ansichten ja.” Wir glauben das nicht. Denn ihn umzustimmen, hatte vor zwei Wochen  erst der halbe Broadway versucht. (MÄNNER-Archiv)

Foto: Imago/ZUMA Press

Hier Bilder des Fahnenaufzugs:


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