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Berlin: Zahl der Hassverbrechen steigt

Am Freitag gab es wieder einen homophoben Angriff am Alexanderplatz

Drei junge Männer sollen Freitag Mittag in Berlin-Mitte Opfer eines homophoben Angriffs geworden sein. Das meldet die Berliner Polizei: Nach bisherigen Erkenntnissen war das Trio, zwei 19- Jährige und ein 24 Jahre alter Mann, gegen 12.30 Uhr mit einer U-Bahn der Linie U 8 auf dem Weg zum Alexanderplatz. Im Zug sollen die Drei, die nach eigenen Angaben homosexuell sind, von vier Männern angesprochen worden sein. Einer fragte das Trio dann:  „Warum seid ihr schwul?“. Der Älteste antwortete daraufhin, dass es erlaubt ist, homosexuell zu sein. Daraufhin bedrängte das Quartett das Trio. Die Belästigten stiegen am Alexanderplatz aus der U-Bahn und sollen dann versucht haben, den vier Männern aus dem Weg zu gehen. Das Trio soll dann des Weiteren darum gebeten haben, in Ruhe gelassen zu werden.

Die Angegriffenen klagten über Schmerzen im Gesicht und erstatteten eine Anzeige

Daraufhin sollen die vier Männer den 19-Jährigen und dem 24-Jährigen in die Gesichter geschlagen haben. Zwei Mitarbeiterinnen der BVG bemerkten die Angriffe und trennten die mutmaßlichen Angreifer von den Attackierten.”, beschreibt die Polizei die Situation.  „Daraufhin ergriffen die vier Verdächtigen die Flucht. Die Angegriffenen klagten über Schmerzen im Gesicht und erstatteten eine Anzeige. Etwa eine Stunde nach der Anzeigenaufnahme erkannten die Attackierten einen der mutmaßlichen Angreifer am Alexanderplatz wieder und informierten die Polizei. Beamte einer Einsatzhundertschaft nahmen den 17-Jährigen vorläufig fest. Er wurde zur Gefangenensammelstelle gebracht und nach erkennungsdienstlicher Behandlung entlassen. Die Ermittlungen übernahm der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin.

Die Anzahl der von Hass auf Lesben, Schwule und Trans* motivierten Straftaten steigt

Die im Juli von der Berliner Polizei veröffentlichte Kriminalstatistik für das Jahr 2015 belegt mit Zahlen (MÄNNER-Archiv), was viele LGBTI in der Hauptstadt längst wissen: Die Anzahl der von Hass auf Lesben, Schwule und Trans* motivierten Straftaten steigt. Am Wochenende waren nach dem CSD nach Angaben der Polizei ein 21-Jähriger im Wedding und ein 23-Jähriger in Mitte aufgrund ihrer sexuellen Orientierung körperlich attackiert worden und mussten medizinisch versorgt werden. Beides Ereignisse in einem unrühmlichen Trend.

Auch die Anzahl der Gewaltdelikte stieg von 26 im Vorjahr auzf 38 an

Die Kriminalstatistik enthält einen Bericht über „Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 2015”, dessen dritter Punkt „Hasskriminalität gegen sexuelle Orientierung” auflistet. Die Zahlen in der Statistik könnten keine deutlichere Sprache sprechen. Insgesamt werden 105 Fälle gelistet, was eine Zunahme um 24 Prozent bedeutet. Auch die Anzahl der Gewaltdelikte stieg von 26 im Vorjahr auzf 38 an. Heißt: In mehr als einem Drittel aller Fälle haben die Täter zugeschlagen und ihre Opfer verletzt. Seit 1996 gab es nur 2010 und 2013 mehr polizeibekannte Fälle von Hasskriminalität.

Titelbild: Fotolia

Das ist eine unserer 7 Fragen zum MÄNNER-Jahresrückblick 2016:

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Wer hat 2016 den Titel "Beste Freundin" der LGBTI-Community verdient?

Hier geht es zu den 6 anderen (MÄNNER-Archiv).


23 Kommentare

  1. Mathias Braasch

    Wo der Hass gedeiht und wächst, da kommt es dann auch zu immer mehr entsprechenden Verbrechen… Leider tritt die Republik den Hassverbrechen jedweder Art immer noch nicht entschieden entgegen.

  2. Miguel Frübös

    Und das ausgerechnet in der Hauptstadt!!! Da wo ich schon vor 13 Jahren Bären in ihrem Leder-Outfit vor dem Brandenburger Tor gesehen habe. Diese rechtspopulistischen Rechtsverdreher müssen endlich unter Kontrolle polizeiliche Kontrolle gebracht werden. Man kann sich ja als homosexueller Mann sonst nicht mehr auf die Straße trauen! 🙁 Und sowas in Berlin! 🙁

  3. Mathias Braasch

    Männer Magazin , Liebe Redaktion… Danke für die Antwort. 🙂 Eine schlimme Statistik. Ich habe bisher noch nie unter solcher Gewalt zu leiden gehabt. Aber die verbalen Äußerungen so manch eines Mitmenschen können eine ähnlich üble Wirkung entfalten. So etwas habe ich schon gesehen.

  4. Peter Müller

    Mit keinem Wort steht da, das es sich um eine rechte Straftat handeln würde! Homophonie ist nicht nur unter rechten verbreitet! Also Ball flach halten und warten, ob es nicht evtl doch Osteuropäer oder gar Muslime waren…


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