klein

Die New Yorker U-Bahn wird schöner

Ab 1. Januar laufen in der 72. Straße jeden Tag tausende Pendler an diesem schwulen Paar vorbei

Am 1. Januar eröffnet die neue U-Bahn-Station in der 72nd Street in New York. Thor Stockman und sein Ehemann Patrick Kellogg werden dann auch dort sein. Den ganzen Tag, 24 Stunden, und am nächsten auch. Sie werden dort immer sein. Denn sie sind Teil des Wandgemäldes, das den U-Bahnhof schmückt. Der Künstler, der das Mosaik geschaffen hat, heißt Vik Muniz, das Bild heißt „Perfect Strangers”. Es repräsentiert die  Vielfalt derer, die es jeden Tag sehen werden, weil sie daran vorbeilaufen: alle New Yorker. Zu denen eben auch Schwule und Lesben gehören. Der sechzigjährige Stockman hat seinen Ehemann vor dreieinhalb Jahren geheiratet und erklärt der Nachrichtenagentur AP: „Es war, als hätten wir im Lotto gewonnen, als wir erfuhren, dass wir mit dabei sein würden. Aber ich wünschte mir auch, dass es nicht immer noch so besonders wäre, zwei Männer zu sehen, die Händchen halten.”

Das sind einfach zwei Leute, die Mann in der U-Bahn in New York sehen kann. Zwei Männer die Händchen halten

Muniz sagt, für ihn macht es einfach Sinn, die beiden mit einzubeziehen, weil sie vielen Menschen gleichen, denen die Reisenden in der U-Bahn auf ihrer Fahrt begegnen können. „Das sind einfach zwei Leute, die man in der U-Bahn in New York sehen kann. Zwei Männer die Händchen halten eben.” Der Kunsthistoriker Jonathan Katz von der Yale University wies gegenüber AP darauf hin, dass Muniz Arbeit eine der wenigen in New York ist, die Schwule in der Öffentlichkeit zeigt.

In this Nov. 29, 2016 photo provided by the New York Metropolitan Transportation Authority, a mural on the wall of the Second Avenue Subway station at 72nd Street, in New York, shows Thor Stockman, left, and his husband, Patrick Kellogg. (New York Metropolitan Transportation Authority via AP)

„Und das in New York, dem Epizentrum der LGBTI-Bewegung und der Kunstwelt. … Es ist dabei so besonders, weil es das schwule Paar nicht heraushebt, sondern es in eine Reihe mit anderen ganz normalen New Yorkern stellt. Es wird so einfach Teil des Gewebes unserer Stadt. Was eine noch kraftvollere politische Botschaft sendet.”  Die Abgebildeten beschreiben das so: „Unsere Freunde sind sehr glücklich darüber, dass wir als Community so auf den Mauern von New York sichtbar gemacht werden. Aber noch glücklicher macht sie, dass diese Aufnahme schwulen Lebens keine ist, die unglaublich schöne und unwahrscheinlich dünne Männer zeigt. Es sind einfach Kerle, die ganz durchschnittlich aussehen, und die damit eben für uns alle stehen.” Wir sind sicher, das Mosaik wird ein neuer Lieblingsplatz für Selfies von schwulen Touristen in New York. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe binden Schwule in ihre Werbung ein. (MÄNNER-Werbung)

Foto: Twitter/New York Metropolitan Transportation Authority via AP


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close