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Pfadfinder schließen Transjungen aus

Pressesprecherin: Man richte sich nach der Geburtsurkunde und dem biologischen Geschlecht

Joe Maldonado ist 8 Jahre alt und trans. Als Mädchen geboren, nannte er sich bis vor zwei Jahren Jodi. Im November ging er zu den Pfadfindern, zu den Boy Scouts, doch nach einem Monat teilte man seiner Mutter mit, dass er dort nicht mehr willkommen sei. Kristie Maldonada sagte gegenüber CNN, sie habe bei der Anmeldung darauf hingewiesen, dass Joe trans sei. Man habe ihr mitgeteilt, dass man „nach der Geburtsurkunde” gehe – danach, „wie man geboren sei” – und Joe zunächst akzeptiert. In einigen Medien ist von Beschwerden von Eltern anderer Pfadfinder zu lesen, dass ein trans Kind in der Gruppe sei.

„Ich war erst verärgert, dann sehr wütend, weil das nicht fair ist“, sagte Joe. „Sie wollen mich nicht haben, weil ich als Mädchen geboren bin.“ In seiner Schule ist Joe bereits als Junge akzeptiert.

Die regionale Pfadfindergruppe wollte sich bisher nicht äußern. Von der Pressesprecherin der Boy Scouts of America, Effie Delimarkos, gab es immerhin ein Statement: dass Joe „nicht den Teilnahmebedingungen” entspräche, bei den Pfadfindern dabei zu sein. Man richte sich nach der Geburtsurkunde und dem biologischen Geschlecht.

Bei den Pfadfinderinnen, den Girl Scouts of the USA, hat man für trans Kinder einen anderen Umgang gefunden. Wenn ein Kind von seiner Familie und der Schule als Mädchen anerkannt ist und „kulturell“ als Mädchen lebt, dann sei es willkommen.

„Verletzend und bösartig”

Sarah McBride von Human Rights Campaign forderte die Boy Scouts auf, dem Beispiel der Mädchenorganisation zu folgen: „Einer jungen Transperson etwas verweigern, was Gleichaltrigen offensteht, ist verletzend und bösartig. Es verstärk Mobbing und Vorurteile gegenüber jungen Menschen.”

Die US-Pfadfinder haben sich erst kürzlich gegenüber Mitgliedern der LGBTI-Community geöffnet. Homosexuelle Gruppen- und Camp-Leiter waren zuvor nicht zugelassen. Nach einer langwierigen Telefonabstimmung wurde das Ende der Diskriminierung verkündet:  Seit Ende Juli 2015 dürfen auch Schwule die Jungs in den Boy Scouts zu echten Männern machen. Religiösen Gruppen steht es allerdings nach wie vor frei, sich ihre Leiter auch aufgrund ihrer sexuellen Orientierung auszusuchen. Die Mormonen und die katholische Kirche sind die größten Sponsoren der Boy Scouts of Amerika (MÄNNER-Archiv).

Erst seit 2013 nimmt die Organisation auch schwule Jugendliche auf.

Titelbild: Shutterstock/txking


6 Kommentare

  1. Stefan Klengel

    Ja Wahnsinn. Ich kann nur sagen wir leben doch erst im 21.ten Jahrhundert. Da brauchen die Leute mehr Zeit mit Trans fertig zu werden. Und wie Peter Bucheli schrieb. Die Kirchen als Hauptsponsor. Finde den Fehler.

  2. Max Wo

    Ich habe die Artikel in den amerikanischen Medien gelesen. Der Grund war zwar, klar, dass der Junge sich als Junge fühlt, obwohl er als Mädchen geboren wurde, allerdings war die viel größere Debatte die Tatsache, dass man in den jungen Jahren gar nicht wüsste was man ist und als was man sich fühlt, und die Mutter das ganze unterstützt. Das ist im Nachhinein der Grund für die ganze Aufruhr gewesen. Es sei eine Phase und nur weil Trans* gerade so ein Thema ist, nicht jedes/m Kind zu etwas hingedrängt werden soll bzw etwas eingeredet werden soll, was vielleicht nicht so ist.
    Ich bin natürlich auf der Seite der Familie, da in Interviews ein sehr starkes Wissen über das Thema erkenntlich gewesen ist, aber die Amis denken da halt anders.

  3. Kevin Montany-Jung

    >ich empfinde die beschriebene situation als eine persönliche entscheidung eines (oder vereinnahmter) verantwortliche, was sich m.e. eher mit dummheit und sehr menschenverachtenden ja fieser charakter erklären lässt =!!! = gegen fiese charaktere und gegen dummheit ist man oft sehr sehr sehr machtlos =?!?! … dies ist offenbar ein weltweites problem=!!!! = oder=???!!!<


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