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Cherokee öffnen die Ehe

Eine Stammesentscheidung von 2004 wurde jetzt durch den Generalstaatsanwalt verworfen

Die Nation der Cherokee, der zweitgrößte Indianerstamm der USA, will künftig gleichgeschlechtliche Ehen akzeptieren. Die Cherokee mit einer registrierten Mitgliederzahl von 316.000 haben ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und eine eigene Verfassung. Eine Entscheidung des Stammes aus dem Jahr 2004, wonach die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau festgelegt worden war, ist jetzt vom Generalstaatsanwalt Todd Hembree aufgekündigt worden. Er stimme mit der Entscheidung des US Supreme Court überein, wonach die Ehe allen offen stehen sollte, egal ob hetero, homo oder bi (MÄNNER-Archiv).

Das Recht zu heiraten ohne die Freiheit, den Partner seiner Wahl zu heiraten, ist überhaupt kein Recht

„Das Recht zu heiraten ohne die Freiheit, den Partner seiner Wahl zu heiraten, ist überhaupt kein Recht”, sagte Hembree. „Cherokee-Bürger haben das grundlegende Recht, nicht nur den Partner zu wählen – was auf Gegenseitigkeit beruhen sollte -, sondern sich zu vermählen und einen Haushalt zu gründen, ungeachtet der sexuellen Orientierung.”

Hembree hatte bisher das Eheverbot für Homopaare begrüßt. Aber „viel Zeit sei seit dem Gesetz von 2004 vergangen”, erklärte sein Stellvertreter Chrissi Nimmo jetzt gegenüber der Tulsa World. “Und in der Gesellschaft hat sich viel gewandelt.” (In der LGBTI-Gemeinde herrscht allerdings Angst, dass unter Präsident Trump Fortschritte wieder rückgängig gemacht werden – MÄNNER-Archiv)

Lange Geschichte nicht-traditioneller Sexualität und Geschlechtsidentitäten

Staatsanwalt Hembree verwies auf eine lange Geschichte nicht-traditioneller Sexualität und Geschlechtsidentitäten bei den Cherokee, noch bevor die europäischen Siedler und christliche Missionare nach Amerika kamen. Der Autor John Howard Payne habe in den 1830ern ein Festival beschrieben, das einer homosexuellen Zeremonie ähnelte. Außerdem zitierte Hembree den Entdecker Charles Trowbridge, der Männer beobachtete, die Kleider trugen und die Pflichten der Frauen ausführten. Tatsächlich gebe es so etwas wie eine Tradition von Homosexualität bzw. alternativer Sexualität bei den Cherokee.

Titelbild: IMAGO/südraumfoto


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