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ESC könnte Ukraine weggenommen werden

Die Organisation sei chaotisch, heißt es

Wer beim Eurovision Song Contest gewinnt, der darf im folgenden Jahr alle zu sich einladen. Ergo müsste der ESC 2017 in der Ukraine stattfinden, denn in diesem Jahr hat Jamala in Stockholm gewonnen (MÄNNER-Archiv). Diese Tradition könnte jedoch gebrochen werden, denn die Planungen für den ESC in der Ukraine liegen Monate zurück.

Schon die Entscheidung für den Veranstaltungsort kam verspätet. Zwischendurch hieß es sogar, der ESC könnte in Russland stattfinden (MÄNNER-Archiv). Denn Platz 3 in Stockholm belegte der Russe Sergei Lasarew – Silber ging an Australien, das den Grand Prix ohnehin nicht ausgerichtet hätte.

ESC-Manager: Es sei noch viel Arbeit zu tun

Erst Anfang September hat sich das ukrainische Fernsehen NTU für die Hauptstadt Kiew entschieden (MÄNNER-Archiv). Doch die Sorgen bleiben bestehen, dass Kiew die Anforderungen an – und vor allem die Kosten für – die touristische Infrastruktur nicht stemmen kann. Immerhin rechnet der stellvertretende Bürgermeister Alexej Reznikov mit 20.000 Touristen. Wegen der Finanzierung ist zuletzt der Chef des TV-Senders zurückgetreten. Sein Vorwurf: Zu viel Geld aus dem Budget von NTU werde für den Eurovision Song Contest verwendet.

Mitte November traf sich der internationale Lenkungsausschuss in Kiew, um nach dem Stand der Dinge zu schauen. Jon Ola Sand, oberster ESC-Manager bei der europäischen Rundfunk- und Fernsehunion (EBU), teilte anschließend mit, „es sei noch viel Arbeit zu tun”, es müssten „noch viele Hürden” überwunden werden.

Der ukrainische Premierminister wittert „Propaganda“

Nun melden Insider, dass sich EBU-Verantwortliche am Donnerstag im Geheimen treffen, um endgültig darüber zu entscheiden, ob die Ukraine den ESC austragen wird. Angeblich sei ein Plan B bereits in Planung. Darin soll es heißen, Deutschland, Schweden, Russland oder Großbritannien könnten den ESC von der Ukraine übernehmen.

Der Chef des ukrainischen Fernsehens, Alexander Kharebin, hat unterdessen bestätigt, dass die EBU damit gedroht habe, den Grand Prix ein anderes Land ausrichten zu lassen.

Der Premierminister der Ukraine, Volodymyr Groysman, ist davon gar nicht begeistert. Auf Facebook griff er Berichte an, dass der ESC in Russland stattfinden würde. Gerüchte, dass sein Land bei der Planung hinterherhinkt, nannte er „Propaganda“, welche die Ukraine „diskreditieren“ soll.

Über 2000 Bewerber für den deutschen Vorentscheid

Es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass ein Land den größten Musikwettbewerb der Welt nicht ausrichtet, obwohl es im Jahr zuvor gewonnen hat. 1980 fand der ESC in Den Haag statt, weil die israelische Rundfunkanstalt IBA den Contest nicht zweimal nacheinander auszurichten.

Während Kiew noch darum kämpft, den Grand Prix auszurichten, sucht Deutschland nach dem oder der besten Vertreterin. 33 Kandidaten aus über 2000 Bewerbern für „Unser Song 2017” haben sich am Wochenende der Fachjury gestellt. Doch nur fünf von ihnen treten am 9. Februar gegeneinander beim deutschen Vorentscheid an.

Die deutsche Jury ist sich nicht immer einig

Die Entscheidung dürfte schwer werden: „Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass wir so umgehauen werden”, schwärmt Delegationsleiterin Carola Conze über die Qualität der Kandidaten. „Es gibt sehr, sehr unterschiedliche Einschätzungen. Aber insgesamt ist ja das Tolle, dass die Qualität so gut ist”, so ARD Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber.

Die Semi-Finals des Eurovision Song Contests 2017 sollen am 9. und 11. Mai stattfinden, das Finale steigt laut Planung am 13. Mai.

Titelfoto: Andres Putting (EBU)


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