hysen

Fußball ist bereit fürs Coming-out

Der schwule Fußballer Anton Hysén möchte mehr geoutete Kollegen

Mehr Fußballspieler, allen voran in der britischen Premier League, sollten sich zu ihrer Homosexualität bekennen. Das findet Anton Hysén, der sich selbst vor fünf Jahren geoutet hat. Mehr offen schwule Spieler würden helfen, Stigmata und Homophobie abzubauen, sagte er dem „Mirror“.

„Wenn es noch niemand gemacht hat, wie kann man wissen, dass England noch nicht bereit dafür ist? Wenn es niemand macht, lässt sich nicht darüber nicht spekulieren. Nur weil man all die negativen Kommentare liest, weiß man noch nicht, was passieren würde.“

Wie war 2016 für dich? Mach mit bei unserer Umfrage!

Nach seinem Coming-out hat er gesehen, wer echt ist und wer nicht

Der 25-Jährige spielt beim US-amerikanischen Viertligisten Myrtle Beach. Bei seinem Coming-out 2011 war er der erste schwedische Profi-Fußballspieler, der offen über seine Homosexualität sprach. Er hat damals viel Zuspruch von Medien und Fans erhalten. (In Orlando ehrt das Fußballstadion die Opfer des Attentats – MÄNNER-Archiv.)

Jetzt will er andere Spieler motivieren, es ihm gleichzutun. „Es ist beleidigend für die englischen Fans, ihnen zu unterstellen, dass sie einen schwulen Spieler nicht unterstützen würden. Als ich mich geoutet habe, war ich aufgeregt. Ich dachte mir, jetzt werde ich sehen, wer echt ist und wer nicht.“

 

„Diejenigen Leute, die danach schlecht über mich dachten, waren mir scheißegal. Ich habe vielleicht zwei Beleidigungen von Fans oder Mitspielern gehört. Das hat aber mehr über die Leute selbst gesagt als über mich. Das hat nur gezeigt, wie ungebildet sie waren, um solche engstirnigen Einstellungen zu haben.“

„Alles wurde so viel besser nach meinem Coming-out“

In letzter Zeit habe er einige anonyme Anrufe bekommen von Fußballern, die sich gerne outen wollen.  Eine offene Diskussion darüber würde dem britischen Sport guttun, findet Anton Hysén.

„Noch in den 1970-er Jahren galt Homosexualität als Krankheit. Es ist noch nicht lange her, dass sich schwule Männer nicht sicher gefühlt haben auf der Straße. Doch die Sache sieht besser aus. Die Umgebung ist bereit für einen Fußballer, der sich outen will.“ (Sogar der Fußballverband in Sambia will Schwule schützen – MÄNNER-Archiv.)

„Ja, man braucht Unterstützung. Und der Spieler – oder die Spieler, denn ich weiß, dass es mehr als einen in der Premiere League gibt – muss stark sein“, sagte der 25-Jährige. Wenn sich ein Spieler der ersten Liga outen würde, wäre das großartig für England – und die ganze Welt, findet er. „Ich bin so stolz auf das, was ich getan habe, und alles wurde so viel besser nach meinem Coming-out.“

Titelbild: Instagram


7 Kommentare


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close