President of The Gambia Yahya A J J Jammeh and First Lady Zineb Jammeh greet the press as they arri

Schwulenhasser will weiterregieren

Oppositionskandidat Adama Barrow hatte die Präsidentschaftswahl in Gambia überraschend klar gewonnen

UPDATE (10.12.2016) Gambias Langzeit-Präsident Yahya Jammeh will das Wahlergebnis nun doch nicht akzeptieren – dabei hatte er seine Niederlage bereits anerkannt. Wie er gestern im Staatsfernsehen mitteilte, habe es Unregelmäßigkeiten beim Wahlverfahren gegeben. Ermittlungen zufolge sei etlichen Wählern gesagt worden, die Opposition habe bereits gewonnen, worauf diese Menschen wieder nach Hause gegangen seien. Dazu käme, dass die Anzahl der Wahlkarten nicht mit dem Wählerverzeichnis übereinstimme. Die Opposition wirft dem Despoten eine „Missachtung der Demokratie“ vor.

Seit 22 Jahren regiert Yahya Jammeh Gambia mit harter Hand. Nichtregierungsorganisationen warfen der Regierung immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen vor: Einschüchterungen der Presse, willkürliche Verhaftungen, Unterdrückung der Opposition. Besonders homosexuelle Menschen sind dem 51-jährigen Despoten verhasst: So hatte er angedroht, allen Schwulen im Land den Hals aufzuschlitzen – sie seien „die größte Bedrohung für die Menschheit“, hatte er 2013 vor der UN gesagt. An anderer Stelle bezeichnet er Schwule als Ungeziefer. Sie seien so zu behandeln, als wären sie Moskitos. AIDS wollte er mit Kräutern und Bananen heilen (in Afrika unterstützt die deutsche Regierung verschiedene Aufklärungsprojekte – MÄNNER-Archiv)

Amstinhaber räumt Niederlage ein

Jammehs Zeit ist nun abgelaufen. Der Oppositionskandidat Adama Barrow gewann die Präsidentschaftswahl überraschend klar; der bisherige Amtsinhaber, der 1994 durch einen Staatsstreich an die Macht kam, räumte bereits seine Niederlage ein. Der Regierungswechsel soll im Januar stattfinden – es wäre die erste friedliche Amtsübergabe in der Geschichte des 1,8-Millionen-Einwohner-Landes, das größtenteils vom Export von Erdnüssen lebt. Auch als Reiseland ist Gambia beliebt: Die meisten Touristen besuchen das westafrikanische Land wegen seiner Strände.

Schon mitgemacht bei unserer Umfrage der Woche?

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Was ist Euer Unwort 2016?

Politische Gefangene sollen freigelassen werden

Der designierte Präsident Barrow kündigte eine unabhängige Justiz, Pressefreiheit, eine transparente Verwaltung sowie die Freilassung politischer Gefangener an. Und: Gambias Präsidenten sollen künftig höchstens zwei Amtszeiten regieren dürfen. Wie Barrow mit dem Gesetz umgeht, wonach auf Homosexualität eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren steht, bleibt abzuwarten.

Barrow (ebenfalls 51) war bisher in der Immobilienbranche erfolgreich und ist gläubiger Muslim. Er ist mit zwei Frauen verheiratet und hat fünf Kinder.

Titelbild: Imago/UPI Photo


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close