03 09 2016 Iffezheim Baden Wuerttemberg GER Harald Gloeoeckler und Rita Schmidt links im Port

„Die Welt ist nicht nur heil und schön“

Harald Glööckler über seine Familie und mangelnde Toleranz in der LGBTI-Community

Sein Terminkalender ist randvoll: Pop-up-Stores eröffnen, Schmuckschuber für die Lutherbibel gestalten und für RTL II kurvige Models suchen. Daneben fand Harald Glööckler noch Zeit für uns

von Anja von Hübbenet

Sind Sie so ein ruheloser Geist? Was treibt Sie an?
Ach, ruheloser Geist würde ich nicht sagen. Aber wir sind doch nicht nur auf die Welt gekommen, um die Haare zu ondulieren. Das ist eben meine Art, mich zu verwirklichen. Ich habe so viele Ideen und den Drang, sie umzusetzen. Für mich ist Arbeiten etwas Wunderbares.

Ihr Mann ist schon rein äußerlich das komplette Gegenteil von Ihnen. Gilt das auch für den Charakter?
Wenn wir nicht auch Gemeinsamkeiten finden würden, wären wir nicht schon 30 Jahre zusammen. Aber ja, wir sind sehr unterschiedlich. Er ist sehr viel zurückhaltender und ruhiger als ich. Wir ergänzen uns prima. Und nehmen natürlich Rücksicht aufeinander. Ich bleibe auch mal zu Hause, obwohl ich gern Essen gehen würde. Das ist doch in jeder Beziehung so, dass einer eher bremst. Aber wenn man so lange zusammen ist wie wir, dann lässt man sich seine Eigenheiten und trifft sich immer wieder in der Mitte, wo es passt.

Sie arbeiten auch zusammen. Können Sie Job und Privates trennen?
Da gibt’s bei uns keine scharfe Trennung. Ich habe ja ständig Ideen, da kann man nicht sagen: „Jetzt ist aber Feierabend“. Aber Büroarbeit wie Presseanfragen bearbeiten, so etwas würden wir abends zu Hause nicht machen. Wir schauen dann lieber einen Rosamunde-Pilcher-Film an.

Sie erschaffen sich gern Ihre heile Welt.
Mir ist natürlich klar, dass die Welt nicht nur heil und schön ist. Aber wenn ich doch weiß, dass es da draußen Probleme gibt, die ich gar nicht lösen kann – dann muss ich mir doch nicht auch noch abends Terminator-Filme anschauen. Das ist doch furchtbar. (Der Modedesigner Tom Ford hat seinen zweiten Film ins Kino gebracht – MÄNNER-Archiv)

Sie sind Stiefvater. Ihr Mann hat zwei Töchter, die Sie mit großgezogen haben. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie Sie mit denen sonntags durch den Zoo latschen …
Nein, nein, nein! Wir latschen natürlich nicht durch den Zoo. Das ist bei uns nicht üblich. Ich koche für uns, wir besprechen vieles, eigentlich haben wir ein ganz normales Familienleben. Trotzdem haben die Kinder schnell gemerkt, dass da bei uns etwas anders ist als bei anderen. Da hängen Gemälde von mir an der Wand, ich bin auf Servietten drauf, komme im Fernsehen, sie sind da reingewachsen. Und es ist für sie auch eine große Chance. Sie bekommen einerseits das ganz normale ländliche Leben, aber andererseits auch ein Leben mit Luxus und Kunst. Und geistiger Nahrung. Das ist ein großes Geschenk.

Solange die Schwulen unter sich keine Toleranz üben, können wir auch nicht erwarten, dass wir sie von außen bekommen

Ihr Mann und Sie haben sich nach fast 30 Jahren verpartnert. Was macht es mit Ihnen, dass sie trotzdem der Ehe zwischen Mann und Frau nicht gleichgestellt sind?
Dass wir uns verpartnert haben, hat eher pragmatische Gründe. Sie können noch so viele Verfügungen machen. Im Zweifelsfall können Sie den Partner nicht im Krankenhaus besuchen, können keine Entscheidungen treffen. Es hat sich ohnehin nichts verändert dadurch. Ok, ich habe einen schönen Ring gekriegt. Aber zu Ihrer Frage: Das macht gar nichts mit mir. Warum auch? Ich finde viel bedenklicher, dass man als Schwuler heute immer noch angefeindet wird. Übrigens gerade dort, wo man doch Toleranz am meisten erwarten sollte: in der Schwulenszene.

In welcher Hinsicht?
Ach, da gibt es Schwule, die sich so wahnsinnig männlich geben müssen und nicht klarkommen mit Transsexuellen oder mit Lesben. Dann ist der eine „zu schwul“, der andere „zu schrill“ … solange die Schwulen unter sich keine Toleranz üben, können wir auch nicht erwarten, dass wir sie von außen bekommen. Aber mich persönlich juckt das eigentlich nicht. Es wird immer Menschen geben, die mich nicht mögen. Aus Neid, aus Unsicherheit oder weil ich ihnen einen Spiegel vorhalte und Facetten auslebe, die sie an sich selbst nicht akzeptieren können.

Das vollständige Interview über Botox und die Bibel steht in MÄNNER 1.2017 (hier online bestellen, wir liefern portofrei)

Titelbild: Imago/Frank Sorge


60 Kommentare

  1. Frank Wilde

    das stimmt wohl:-) trotzdem finde ich die aufforderung an ihn unnötig und blöd.zumal er seine entscheidungen was das äussere betrifft ganz sicher sehr bewusst getroffen hat.

  2. Claus J. Schöller

    wir machen es uns schon selber schwer mit unseren Schubladen in die wir uns untereinander stecken…ist schon klar so ist’s einfacher und man muss sich mit dem einzelnen individuellen Menschen beschäftigen

  3. Ingo Ronny Sellin-Wortmann

    Nun, niemand interessiert sich für deine Befindlichkeiten.
    Extrovertierte und unbequeme Charaktere wie Glöckler sind es, die uns voranbringen. Ich finde ihn auch schräg aber habe Respekt für seinen Mut und seine Individualität!

  4. Andreas Jung

    Deshalb muss man ihn nicht mögen ich find ihn kitschig geschmacklos und durchgeknallt, ich muss auch keine afd lesben mögen und keine schwulen von der lsu oder verklemmte priester, die für homophobe organisationen arbeiten. Es kommt nicht darauf an wen man fickt sondern ob man diese welt besser macht. Glöckler bedient nur seinen eigenen narzismus und macht damit viel geld. Das schadet wohl niemanden. Achtung verdient exzentrischer reichtum
    auch nicht.

  5. Andreas Jung

    Deshalb muss man ihn nicht mögen ich find ihn kitschig geschmacklos und durchgeknallt, ich muss auch keine afd lesben mögen und keine schwulen von der lsu oder verklemmte priester, die für homophobe organisationen arbeiten. Es kommt nicht darauf an wen man fickt sondern ob man diese welt besser macht. Glöckler bedient nur seinen eigenen narzismus und macht damit viel geld. Das schadet wohl niemanden. Achtung verdient exzentrischer reichtum
    auch nicht.

  6. Beresford Fray

    To all you bitches crying for this guy and his life.He could walk 3 minutes in my shoes.Try being black and Gay and living in Germany.Straight people treat me way more fairly and friendlier.Gays look to see how much muscle and if I have a BBC.

    I’ve tried to change my body to become this stereotype black Mandingo fuck machine. All I did was ruin my health to be accepted by the „Germany „gay community and they reject at ever turn.

    So when this motherfucker cries about being mistreated,it’s laughable.He fuck up a beautiful face to become this iconic monster that no one could love unless paid to.

    Aaaaah before you bitch and say go back to your own country!!

    I work here and I live in a cocoon away from the dreadful dying gayscene.


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