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Hong Kongs Sozialarbeiter „heilen“ LGBT

Gebete, kalte Duschen und Elektroschocks sollen LGBTI-Jugendliche hetero machen

Die Regierung von Hong Kong lässt zu, dass Sozialarbeiter jugendliche LGBTI versuchen zu heilen. Das werfen Menschenrechtsaktivisten der Stadtverwaltung vor, wie die „South China Morning Post“ berichtet.

Zu der Behandlung, welche die queeren Jugendlichen hetero machen soll, gehören neben regelmäßigem Beten auch kalte Duschen sowie der Einsatz von Elektroschocks. So sollen sie ihre homosexuellen Neigungen unter Kontrolle halten.

Betroffene können Selbstmordgedanken entwickeln

Die Stadt hat sich 2010 geweigert, die Konversionstherapien zu verbieten. Dabei ist hinreichend belegt, dass solche Heilungsversuche schweren psychischen wie körperlichen Schaden anrichten können.

„Diese Praxis ist schädlich, weil die Therapeuten behaupten, man sei nicht gut genug, da man nicht heterosexuell ist“, sagt Yeo Wai-wai, Sprecherin der Women’s Coalition of Hong Kong. „Sie werden sich wie ein Verlierer fühlen und womöglich Selbstmordgedanken entwickeln.“

„Man sagt ihnen, dass sie ein Problem haben“

Auch Casey Kwok Ka-chai von „Her Fund“, einer Organisation, die sich für Gewaltopfer einsetzt und sexuelle Minderheiten unterstützt, kennt solche Fälle. Sozialarbeiter hätten Jugendliche an Therapeuten vermittelt, um sie zu „heilen“. (Diese zwei schwulen Chinesen kämpfen darum, einander heiraten zu können – MÄNNER-Archiv.)

„Sie wissen nicht genug über sexuelle Minderheiten und haben zu wenig Verständnis dafür“, sagt sie. „Wenn diese Menschen einen Beratungsdienst aufsuchen und dann zu einer Konversionstherapie geschickt werden, hilft das ihnen nicht. Man richtet Schaden an. Man sagt ihnen, dass sie ein Problem haben, dabei ist die sexuelle Orientierung kein Problem. Sie ist natürlich.“

Malta verbietet Konversionstherapien

Mit dem Vorwurf konfrontiert, dass städtische Sozialarbeiter Konversionstherapien empfehlen, sagte eine Sprecherin, die Mitarbeiter würden eine „angemessene Begleitung unter Berücksichtigung der individuellen Umstände und Bedürfnisse“ leisten. Außerdem respektieren sie laut Sprecherin „die Einzigartigkeit aller Menschen, unabhängig von Ethnie, Geschlecht, Alter oder sexueller Orientierung.“

Als erstes Land Europas hat am Dienstag Malta Konversionstherapien per Gesetz verboten. Sogenannten „Homo-Heilern“ droht nun eine Geldstrafe von 1000 bis 5000 Euro sowie fünf Monate Gefängnis. Für ausgebildete Ärzte und Therapeuten sind die Strafen schärfer: Ihnen drohen 2000 bis 10000 Euro Geldstrafe sowie bis zu ein Jahr hinter Gittern (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: pixabay


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