June 3 2016 Tel Aviv Tel Aviv Israel Tel Aviv Israel A rainbow flag with a Star of David

Israel will Homopaare gleichstellen

Ausländischen LGBTI-Ehepartnern soll die Einbürgerung erleichtert werden

Die Einbürgerung der Ehepartner von Israelis in gleichgeschlechtlichen Ehen wird zukünftig deutlich erleichtert. Der Oberste Gerichtshof des Landes hat letzte Woche entschieden, das Recht für homo- und heterosexuelle Paare in diesem Bereich anzugleichen. Bislang mussten gleichgeschlechtliche Paare sieben Jahre, verschiedengeschlechtliche aber nur vier Jahre warten, bis sie sich um die Staatsbürgerschaft für den ausländischen Partner oder die ausländische Partnerin bemühen konnten. Heterosexuellen, ausländischen Eheleuten steht außerdem eine doppelte Staatsbürgerschaft offen, die Homosexuellen bislang verwehrt war. All das soll nun angeglichen werden. Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit erklärte das nach Angaben der „Jerusalem Post“. Avot Ge’im, eine Organisation schwuler Väter, hatte vor dem höchsten Gericht von Israel geklagt.

Aus einer rein praktischen Perspektive betrachtet, ist das Ergebnis zufriedenstellend

Iris Sheinfeld, die Anwältin der Väter, ließ in einem Statement gegenüber der Tageszeitung Haaretz wissen: „Für verheiratete, gleichgeschlechtliche Paare ist das ein wichtiger Schritt. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber aus einer rein praktischen Perspektive betrachtet, ist das Ergebnis zufriedenstellend.“ Gleichgeschlechtliche Eheschließungen gibt es in Israel nach wie vor nicht, da es keine Zivilehe gibt, sondern Ehepaare nur durch beispielsweise jüdische oder islamische Geistliche getraut werden können. Keine der Religionsgemeinschaften in Israel traut gleichgeschlechtliche Paare. Allerdings erkennt der Staat Israel im Ausland geschlossene Ehen von gleichgeschlechtlichen Paaren, aber zum Beispiel auch Paaren mit Eheleuten aus zwei verschiedenen Religionen, an. Auch die können in Israel nicht heiraten.

So groß wie die Fortschritte sein mögen, Israel ist nicht frei von Homo- und Transphobie

Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem LGBTI rechtlich geschützt sind. Dazu gehört, dass sie, aber auch Heterosexuelle ohne Trauschein, ihre Partnerschaft registrieren lassen können, und so an eine ganze Reihe von Rechten kommen können, die Verheiratete auch haben, beispielsweise das Adoptionsrecht. Viele schwule Paare ziehen es allerdings vor, im Ausland mit Leihmüttern leibliche Kinder zu zeugen und die dann zurück nach Israel zu bringen. Auch das wird durch das neue Gesetz erleichtert. So groß wie die Fortschritte sein mögen, Israel ist nicht frei von Homo- und Transphobie. Erst im Juli war der CSD in der Stadt Beerscheba verboten worden, weil die Route an Synagogen vorbeigeführt hätte. (MÄNNER-Archiv)

Foto: Imago/ZUMA Press


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