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Wirtschaftshilfe trotz Homoverfolgung

EU will finanzielle Hilfen für Jamaika nicht an Menschenrechte knüpfen

Malgorzata Wasilewska ist seit September Chefin der EU-Delegation für Jamaika, Belize, Bahamas, Turks und Caicos Inseln sowie die Cayman Inseln. Kürzlich war sie in Jamaika, um mit dem Land neue Entwicklungshilfevereinbarungen zu treffen. Die EU hat das Land in den vergangenen 40 Jahren mit 1,2 Millarden Euro unterstützt. Diese Hilfeleistungen zu überdenken oder an die Verbesserung von LGBTI-Rechten zu knüpfen – daran denke man nicht, sagte Wasilewska gegenüber der Zeitung Sunday Gleaner.

Auf Jamaika gibt es Gesetze gegen Analsex und gegen Intimität zwischen Männern – es drohen bis zu zehn Jahren Haft. „Ein großer Teil der Bevölkerung ist Homosexuellen gegenüber feindlich eingestellt”, teilt das Auswärtige Amt auf seiner Homepage mit. „Es ist eine steigende Zahl gewalttätiger Übergriffe gegen Homosexuelle und Transsexuelle zu verzeichnen.” (Im aktuellen Gay Travel Index belegt Jamaika Platz 183 von 194 Ländern – MÄNNER-Archiv) Wasilewska sagte, Europa würde es zwar „bevorzugen”, wenn Jamaika Homorechte ausbauen und auch die Todesstrafe abschaffen würde – aber das als Bedingung für finanzielle Hilfe zu machen, daran denke man nicht. „Das gab es nicht, und das wird es nie geben”, sagte die Diplomatin. Wenn es aber im Laufe der Zusammenarbeit zur Verletzung europäischer Werten gebe, „dann würde man das ansprechen”, fügte Wasilewska hinzu.

61 Prozent der Jamaikaner lehnen homosexuelle Beziehungen ab

Vor einem Jahr hatte das Jamaikanische Forum of Lesbian, All-sexuals and Gays die Ergebnisse einer Umfrage unter 1003 Jamaikanern veröffentlicht. 61 Prozent der Befragten stimmten demnach der Aussage zu, zu würden homosexuelle Beziehungen „hassen oder ablehnen”. Diese Gruppe hat innerhalb von nur fünf Jahren um 15 Prozent zugenommen.

61 Prozent der Durchschnittsbevölkerung sind Homohasser, darunter auch 30 Politiker und 14 Arbeitgeber. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer gab moralische und religiöse Beweggründe für ihre Ansichten an. Beunruhigend: Die Mehrheit der Befragten glaubt, Homosexuelle könnten von ihrer Veranlagung „geheilt” werden in dem man sie einer Konversionstherapie unterzieht (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Screenshot


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