c-bo-otter

Köln: Vorwürfe gegen CSD-Veranstalter

Der Pride 2017 findet aber auf jeden Fall statt

Der Cologne Pride im Juli scheint zwar noch weit weg zu sein, doch hinter den Kulissen scheint es im Vorstand des Veranstalters heiß her zu gehen. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Klust (Kölner Lesben- und Schwulentag), der den CSD veranstaltet, wurden schwere Vorwürfe gegen den Vorstand erhoben.

Die 82 Teilnehmer haben mehrheitlich beschlossen, dem Vorstand Zeit zu geben, die Missstände aufzuarbeiten. Außerdem bekommen die fünf ehrenamtlichen Vorstände ein Lenkungsteam an die Seite gestellt. Dazu gehören neben Markus Danuser (langjähriger Ex-Vorstand) auch Matthias Eiting (Szenegastronom und Ex-Vorstand) sowie Patrik Maas und Beate Killing von den Geschäftsführungen der Aids-Hilfen NRW und Köln.

Persönliche Vorteile aus Buchungen für die CSD-Bühne?

Laut Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) wurden 50.000 Euro, die als Rücklage dienen sollten, komplett aufgebraucht. Dem zuständigen Finanzvorstand seien deshalb Bankbevollmächtigungen entzogen worden. Gegenüber der Zeitung sagte er, dies sei aus gesundheitlichen Gründen geschehen. Einige Klust-Mitglieder bezweifeln zudem, dass alle Sponsorengelder tatsächlich dem Verein zugutekamen.

Ein weiterer Vorstand soll persönliche Vorteile aus Buchungen für die CSD-Bühnen gezogen haben, da er als Freiberufler für eine Werbeagentur tätig sei. Die Agentur wickelt im Auftrag des Klust CSD-Auftritte für Großsponsoren ab. (Beim CSD in diesem Jahr war erstmals ein Bundesliga-Fußballer dabei – MÄNNER-Archiv.)

Teilweise scheinen die Vorwürfe erkennbar hanebüchen

Der KStA schreibt, dass dies jedoch immer vertraglich geregelt sei. „Aber es stimmt, es hat Misswirtschaft gegeben“, zitiert ihn die Zeitung. Die Finanzsituation sei ernst, aber derzeit nicht existenzgefährdend. Und: „Alle Lizenzgebühren und Sponsoreneinnahmen, die für den Klust gedacht waren, sind auch immer auf das Konto des Klust geflossen.“ Für eine MÄNNER-Anfrage war am Donnerstagabend kein Mitglied des Klust-Vorstandes zu erreichen.

Zu den genannten Vorwürfen kann sich Markus Danuser vom Lenkungsteam gegenüber MÄNNER nicht äußern. Er wisse auch nicht mehr als die anderen Klust-Mitglieder. „Teilweise scheinen die Vorwürfe erkennbar hanebüchen. Als hätte jemand mit einem gewissen Interesse die Presse darüber informiert.“

Neuer Vorstand bis spätestens Karneval

Viel wichtiger sei es jetzt ohnehin, nach vorne zu schauen. „Wir wollen den Vorstand entlasten und zukunftsorientiert arbeiten“, sagt er. „Denn der Cologne Pride ist eine super wichtige Veranstaltung für Köln und die ganze Community.“ Dass er wie geplant am zweiten Juliwochenende stattfindet, stehe außer Frage, betont er. (Warum Köln Deutschlands Homo-Hauptstadt ist – MÄNNER-Archiv.)

„Unsere Aufgabe ist es jetzt zu schauen, was in den letzten Jahren an Richtungsentscheidungen schiefgelaufen ist. Dazu gehört es auch, Verträge zu überprüfen“, erklärt Markus Danuser. Außerdem müsse man sich fragen, wie man den Klust strukturell besser aufstellen kann.

Eine für Mitte Januar geplante Mitgliederversammlung, bei der ein neuer Vorstand gewählt wird, wurde verschoben. „Ich habe meine Zweifel, ob der jetzige Vorstand noch einmal antreten wird“, sagt Markus Danuser, der selbst einmal Klust-Vorstand war. „Die Aufgabe des Lenkungsteams ist es auch, nach neuen Leuten für dieses Amt zu suchen.“ Vor Karneval soll das abgeschlossen sein. Denn von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch mahlen die Mühlen in Köln bekanntlich besonders langsam.

Titelfoto: Cologne Pride / Bo Otter


6 Kommentare

  1. Holger Pauly

    … und schwupps drängelt sich Markus Danuser wieder nach vorne. Er wittert seine Gelegenheit. Hoffentlich hat die Kölner Community nicht vergessen, unter welchen Umständen der Herr beim Klust und der Aidshilfe Köln ausgeschieden ist …

  2. Jürgen Heitmeier

    In Hamburg gab es auch jahrelang undurchsichtige Verbindungen zwischen einen man Anwalt Rotermund , seiner Werbeagentur und dem Csd .
    Das die Entscheidungsträger die eigene Werbeagentur beauftragen umso aus Wohltätigkeit einen persönlichen Profit zu ziehen scheint was Selbstverständlich, wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird

  3. Patrick Bruegge

    Es sollte bei all der Kritick um Herrn Danuser nicht vergessen werden wie häufig Herr Schmidt negativ auffällt….
    Der Skandal zur letzten OB Wahl in Köln war ja auch „NUR” ein Missverständnis und jetzt ist er als Finanzvorstand dummerweise „erkrankt” und dann passieren gleich solche blöden Fehler. 😉


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close