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Kultusminister nun doch zu sprechen

Das LGBTI-Bündnis „Vielfalt statt Einfalt - München" traf Ludwig Spaenle, das Ergebnis ist enttäuschend

Es hat gedauert, aber am Dienstag Abend nun doch noch geklappt: Das LGBTI-Bündnis „Vielfalt statt Einfalt – München” hat sich zu einem Gespräch mit dem bayrischen CSU-Kultusminister Spaenle getroffen. Die Vorgeschichte war unschön: Das Bündnis hatte Spaenle letzte Woche in einem offenen Brief dazu aufgefordert, die neuen Richtlinien zur Sexualaufklärung in seiner bereits verabschiedeten Fassung in Kraft zu setzen. Die bereits gesammelten Unterschriften von Unterstützenden des offenen Briefes wollte er jedoch nicht persönlich entgegennehmen. Anders als die homo- und transphobe Gruppe „Demo für Alle“ (MÄNNER-Archiv) bekam das Bündnis keinen Termin mit dem Kultusminister, sondern wurde an einen Stellvertreter vermittelt. Auch das Einschalten der Landtagsabgeordneten Claudia Stamm half nichts, die eine persönliche Unterschrifteneingabe einforderte. Spaenle signalisiere damit, „dass die Meinung der Feinde einer Schulaufklärung über Homo-, Trans-, Bi- und Intersexualität wichtiger ist, als die der Befürwortenden einer offenen und aufgeklärten Gesellschaft”.

Den Akteuren der selbsternannten „Demo für alle” wurde ein Termin mit dem Minister eingeräumt

Seit September sammelt das Bündnis Unterschriften. Das Aktionsbündnis übergab den offenen Brief samt Erstunterschriften bereits Anfang Oktober – ohne jegliche Reaktion. In der Zwischenzeit zählt das Bündnis rund 900 Unterzeichnende. Es sind teilweise prominente Personen und Verbände aus Politik und Wissenschaft, Aktivisten, Pädagogen, Autoren, Journalisten, Menschen aus Lehrberufen, Hochschulgemeinschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Gewerkschaften und deren Vertreter. Zur Übergabe dieser Unterschriften wolle sich Spaenle nicht persönlich Zeit nehmen, kritisiert das Bündnis. Damit schaffe er deutlich ungleiche Verhältnisse und verletze die gebotene Neutralität. Den Akteuren der selbsternannten „Demo für alle” werde ein Termin für ein Arbeitstreffen mit dem Minister selbst eingeräumt – und das auch noch außerhalb der parlamentarischen Fristen und ohne Expertenwissen. Dem Bündnis „Vielfalt statt Einfalt” werde jedoch nur ein Stellvertreter zugesprochen. Es forderte aber weiterhin ein Gespräch mit dem Kultusminister.

Das Wort „Akzeptanz” wird dem Rotstift zum Opfer fallen 

Und hatte nun Erfolg, zumindestens teilweise. Laut Pressemitteilung geschah folgendes: „Am Dienstagabend trafen sich Vertreter*innen des Aktionsbündnisses mit Spaenle und Ministerialrat Dr. Wolfgang Ellegast. Das Aktionsbündnis betonte die Wichtigkeit der Aufklärung über die Vielfalt der Lebensformen, um endlich die Akzeptanz transidenter, lesbischer, bisexueller, schwuler und intersexueller Menschen zu erreichen und Ausgrenzung sowie Mobbing entgegenzuwirken. Spaenle und Ellegast versicherten, dass in den neuen Richtlinien das Wissen um die unterschiedlichen Lebensformen und die Achtung gegenüber homosexuellen, transsexuellen, bisexuellen und intersexuellen Menschen vorurteilsfrei vermittelt werden soll. Dies hört sich zunächst nach einem Schritt in die richtige Richtung an. Nach mehrmaligem Nachfragen der Teilnehmenden des Aktionsbündnisses stellte sich jedoch heraus, dass wohl das Wort „Akzeptanz” dem Rotstift zum Opfer fallen wird und durch „Respekt” ersetzt werden soll. Dieser Punkt entspricht exakt den Forderungen der sogenannten „Demo für Alle”.

Aus Sicht des Aktionsbündnisses ist jedoch die Betonung von Akzeptanz besonders wichtig

Aus Sicht des Aktionsbündnisses ist jedoch die Betonung von Akzeptanz besonders wichtig, um die Gleichwerti gkeit aller Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Identitäten in den Mittelpunkt zu stellen und einen mobbing- und angstfreien Unterricht zu ermöglichen. Dieser Argumentation konnten und wollten Herr Ellegast und Herr Spaenle nicht folgen. Während des Gesprächs zeichnete sich außerdem ab, dass wohl einer weiteren zentralen Forderung der „Demo für Alle” nachgegeben wird. So soll eine Änderung der Dienstordnung künftig festlegen, dass Aufklärungsunterricht durch externe pädagogische Fachkräfte neben der Grundschule auch an weiterführenden Schulen zwingend in Anwesenheit der zuständigen Lehrkraft durchgeführt wird.

Das Gespräch war für das Aktionsbündnis insgesamt enttäuschend

Diese Verschärfung ist nicht nachvollziehbar, denn mehrjährige pädagogische Erfahrung hat gezeigt, dass Schüler*innen offener und wertfreier sprechen, wenn eine notengebende Lehrkraft nicht anwesend ist. Somit wird eine überaus erfolgreiche pädagogische Methode vor allem zum Nachteil der Schüler*innen zunichtegemacht. Alles in allem war das Gespräch für das Aktionsbündnis insgesamt enttäuschend. In den eineinhalb Stunden konnten wir trotz mehrfacher Nachfrage keine weiteren der geplanten „redaktionellen” Änderungen in Erfahrung bringen. Es stellte sich heraus, dass das Kultusministerium mit der expliziten Wissensvermittlung über homo-, trans-, bi- und intersexuelle Lebensformen zwar einen kleinen Schritt nach vorne macht. Es geht aber leider nach der Debatte unter anderem mit der erzreaktionären Gruppierung der „Demo für Alle” mindestens zwei große Schritte zurück. Deshalb ist es weiterhin wichtig, gemeinsam für wirklich akzeptanzfördernde Bildung an Schulen und eine an der Lebensrealität orientierten Aufklärung von Kindern und Jugendlichen zu kämpfen.” Dieser Kampf könnte in Bayern noch lang sein.

Foto: Vielfalt statt Einfalt München


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