Politik gegen den eigenen Bruder

Der Tag im Zeitraffer (16.12.2016)

Jeffrey Landry ist Generalstaatsanwalt in Louisiana. Dort regiert seit Anfang des Jahres John Bel Edwards, ein Demokratischer Gouverneur. Der unterzeichnete sehr bald nach seiner Wahl einen Sondererlass, wonach Angestellte des Staates nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert werden dürfen. Die Republikaner in dem Bundesstaat hatten angekündigt, dagegen vorzugehen, und Generalstaatsanwalt Landry, ein Fan von Donald Trump (MÄNNER-Archiv), klagte gegen die Regierung. In dieser Woche konnte er ein Gericht davon überzeugen, diese Schutzrechte zu kippen, da sie in Louisiana nicht gesetzlich verankert sind. Damit schadet Landry u. a. seinem eigenen Bruder. Denn Nicholas Landry ist schwul und hat kürzlich ein Video veröffentlicht, in dem er den Schritt seines Bruder verurteilt.

„Ich stehe allein da, und ich weiß, ich kann vielleicht meine Familie verlieren, aber ich kann nicht mehr dasitzen und schweigen, weil ich und so viele andere Menschen einfach das Recht haben wollen, einen anderen Menschen zu lieben.“ Er interessiere sich eigentlich nicht groß für Politik, sagt Nicholas, aber nun habe sein Bruder die Regierung des Bundesstaates verklagt, um das Recht zu heiraten und die Durchsetzung gleicher Rechte zu blockieren. „Dieser Hass, diese Doppelmoral und diese Art Diskriminierung sind fehl am Platz.“

In einem Interview mit dem TV-Sender WGNO sagte sein Bruder, der Generalstaatsanwalt Jeff Landry: „Das Gesetz ist wichtiger als die Rechte meines Bruders.“

Tschad verbietet Homosexualität

Das Parlament der zentralafrikanischen Republik Tschad hat ein Gesetz verabschiedet, das Homosexualität unter Strafe stellt. Es wurde fast einstimmig angenommen, nur ein Abgeordneter von 116 stimmte dagegen, bei vier Enthaltungen. Die neue Regelung für gleichgeschlechtlichen Sex ist Teil einer großen Justizreform, bei der das Strafgesetzbuch des Landes aus dem Jahr 1967 komplett überarbeitet wurde. Dabei gibt es auch positive Entwicklungen: Die Todesstrafe wird fast komplett abgeschafft, sie kann nur noch für Terroristen gefordert werden. Parallel wird das Alter für legale Eheschließungen von 16 auf 18 heraufgesetzt. Ein wichtiger Schritt: Bislang waren 28 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren bei ihrer Eheschließung jünger als 15 und 69 Prozent jünger als 18 gewesen. Die Regierung unter Präsident Idriss Déby (Foto) will so das Selbstbestimmungsrecht der Frauen im Tschad stärken.

Der ehemalige Premierminister des Tschad, Delwa Kassiré Coumakoye, nannte die neue Regelung einen fairen Kompromiss. Er sagte: „Homosexualität wird von allen Religionen verdammt. Wir müssen nichts vergeben, was Gott selbst ablehnt, nur weil Leute aus dem Westen dieses oder jenes gesagt haben.“ (MÄNNER-Archiv)

Männerpaar gewinnt Wettbewerb bei IKEA Russland

Ein offenbar schwules Paar hat beim russischen IKEA-Wettbewerb gewonnen – jedenfalls teilweise. Die beiden Jungs bekamen die meisten Stimmen in der Kategorie „Seien Sie wie zu Hause … mit Kindern” (warum auch immer es diese Kategorie wurde). Wer nun auf den Katalog kommt, ist offiziell noch nicht bekannt. Auf der Homepage von IKEA Russland heißt es, eine „kompetente Jury” werde die Gewinner bis Ende November bestimmen, die bis zum 30. Dezember ihre Preise erhielten. Möglicherweise werden die Namen der Gewinner also erst am Jahresende veröffentlicht.

IKEA sucht ein neues Gesicht für das Cover des nächsten Katalogs, und die Favoriten waren lange – und zwar ausgerechnet in einem Land, wo das „Werben” für gleichgeschlechtliche Beziehungen verboten ist (MÄNNER-Archiv) – zwei kuschelnde Jungs (dass sie schwul sind, wurde in diversen russischen Onlineforen leidenschaftlich angezweifelt). Die Bilder waren Teil einer Werbekampagne, bei der Menschen in einer IKEA-Filiale an einem professionellen Fotoshoot mitmachen und somit an einem Online-Wettbewerb teilnehmen konnten. (MÄNNER-Archiv)

Titelbild: Screenshot/Twitter


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