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Shitstorm gegen AfD-Herberge Maritim

Im Kölner Maritim, das alljährlich den CSD unterstützt, soll der AfD-Bundesparteitag stattfinden

Die Maritim Hotelgesellschaft mbH ist eine der größten Hotelketten in Deutschland. Im Berliner Haus durfte schon 2011 der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders auftreten. 2016 hielt die Berliner AfD ihren Landesparteitag im Maritim-Hotel ab. Auch der für April 2017 geplante Bundesparteitag der Rechtspopulisten soll in einem Haus der Maritim-Gruppe stattfinden, und zwar in Köln.

Für das „Kölner Bündnis gegen Rechts“ gilt die Hotelkette schon als „Stammsitz der AfD“, da zuvor u.a. in Maritim-Häusern in Stuttgart, Gelsenkirchen und dem niedersächsischen Braunlage Veranstaltungen der Partei stattfanden. Angesichts der „menschenverachtenden Politik der AfD” fordert das Bündnis von dem Hotel, die Zusage zur Ausrichtung des Parteitags „zu überdenken”. (Die Kollegen vom Hilton geben sich sehr homofreundlich – MÄNNER-Archiv)

Das Bündnis weist daraufhin, dass das Maritim sich in seinem Verhaltenscodex der „Achtung der Menschenrechte“ verschreibe. „Forderungen von AfD-Politikern, an Grenzen auf Flüchtlinge zu schießen, dürften damit kaum in Einklang zu bringen sein, um nur ein Beispiel für die menschenverachtende Politik der AfD zu nennen“, heißt es auf der Homepage des Bündnisses. Das Kölner Maritim wird aufgefordert, die Zusage an die AfD zu überdenken. (Die AfD will nur „normale” Familien fördern – MÄNNER-Archiv)

Maritim

Foto: Screenshot/Facebook

Auf der Facebook-Seite des Kölner Hotel tobt derweil ein Shitstorm. „Ihr unterstützt den CSD, gebt euch tolerant und weltoffen und gestattet dann der AfD, die gerade in den letzten 2 Tagen deutlichst ihr wahres hetzerisches Gesicht gezeigt hat, bei Euch ihren Bundesparteitag abzuhalten?”, fragt ein User. Ein anderer weist auf „den Geist und die Toleranz dieser Stadt” hin und kündigt an, keine Veranstaltung mehr im Maritim zu besuchen. Im Rahmen des CSD findet dort auch alljährlich die feierliche Benefiz-Gala der AIDS-Hilfe statt.

Es ist nicht unsere Aufgabe, sie als unsere Kunden auszuschließen, wenn sie zur demokratisch legitimierten Parteienlandschaft in Deutschland zählen

Wir haben den Geschäftsführer der Maritim Hotelgesellschaft Gerd Prochaska um eine Stellungnahme gebeten, die aber bislang ausblieb. Die Hotelkette hält jedenfalls an dem Parteitag fest, meldet der Kölner Stadtanzeiger. In den deutschlandweit 34 Häusern seien regelmäßig Veranstaltungen von Verbänden und Parteien, habe Prochaska mitgeteilt. Es sei „nicht unsere Aufgabe, die inhaltliche Ausrichtung dieser Interessensvertretungen zu bewerten oder sie als unsere Kunden auszuschließen, wenn sie zur demokratisch legitimierten Parteienlandschaft in Deutschland zählen”.

Verschiedene Bündnisse wie „Köln gegen Rechts” und „Köln stellt sich quer” wollen vor dem Hotel im April gegen den Parteitag demonstrieren – auch Massenblockaden sind angekündigt. Die Polizei geht von einem Großeinsatz aus.

Titelbild: Maritim Facebook


37 Kommentare

  1. Marc Bruenjes

    die AfD ist eine demokratische partei folglich gleich zu behandeln wie CDU SPD FDP GRüNE etc.. folglich ist es absolut ok das der parteitag im maritim hotel statt findet

  2. Patrick Deege

    Da muss ich dir uneingeschränkt Recht geben… Die AfD genießt es doch in vollen Zügen, wenn sie die Opferrolle ausleben kann. Gebt ihnen doch nicht diese Genugtuung. Je mehr man sich über diese Partei aufregt, umso wohler fühlen sie sich darin.

  3. Marc Bruenjes

    Wolfgang Wissen sie ist nach deutschem recht bei freien wahlen zugelassen folglich eine demokratische partei.ansonsten wäre sie verboten ! alle zugelassenen parteien müssen gleich behandelt werden

  4. Christian Alexander Beckmann

    Ich denke das Management kann selber entscheiden welchen Kunden das Hotel Nimmt -wenn das Budget erreicht werden muss dann nimmt man alles! Da kann man niemandem einen Vorwurf machen … Grüße von einem offen schwulen Afd Gegner und Hotelier….

  5. Kurt Bacharach

    Der feine Unterschied zu anderen Parteien ist der, dass sie zwar demokratisch gewählt wurde, aber keine demokratischen Werte vertritt, somit ist die AfD keine demokratische Partei.

  6. Björn Puchmeier

    In unserer gewünschten, freitheitlichen Gesellschaft absolut legitim wirtschaftlich zu denken, aber man muss eben auch mit den Konsequenzen leben, eben auch, dass für „Manche” ein Maritimhotel dann nicht mehr in Frage kommt….Konsequenz würde sich sicher langfristig auswirken, aber sind wir das! 😉

  7. Robin Jonathan

    Für große Unternehmen gilt in der Buchungspolitik (sofern nicht ausgebucht) Das Prinzip des Grundgesetzes, wonach niemand wegen seiner politischen Überzeugung benachteiligt werden darf. Sprich ein Unternehmen wie Maritim darf eine AFD nicht einfach ablehnen wegen ihrer politischen Überzeugung, zumal die AFD (leider) eine zugelassene und Grundgesetz konforme Partei ist die anders als die NPD nicht als rechtsextrem gilt. Von daher kommt doch alle mal runter und akzeptiert die Freiheit und Demokratie Deutschlands auch wenn es manchmal nervt.
    Das ist absolut kein Statement für die AFD oder sonstige Gruppierungen die politisch so Ätzend sind wie AFD und Pegida. Dennoch haben wir ein Grundgesetz an das sich gehalten werden muss. Wem das nicht gefällt der ist auch nicht sonderlich anders als eine NPD, die das auch am liebsten sofort ändern würden.
    Ich kann diese Diskussion wirklich nicht mehr ertragen!

  8. Daniel War

    Toleranz hört da auf wo Intoleranz beginnt! Die AFD ist extrem intolerant zu vielen Bevölkerungsgruppen. Die AFD kann somit von mir keine Toleranz einfordern.
    Und das Maritim muss sich zumindest Vorwürfe von mir gefallen lassen!

  9. Daniel War

    Rolf Gilgen Toleranz hört da auf wo Intoleranz beginnt! Die AFD ist extrem intolerant zu vielen Bevölkerungsgruppen. Die AFD kann somit von mir keine Toleranz einfordern.
    Und das Maritim muss sich zumindest Vorwürfe von mir gefallen lassen!

  10. Daniel War

    Toleranz hört da auf wo Intoleranz beginnt! Die AFD ist extrem intolerant zu vielen Bevölkerungsgruppen. Die AFD kann somit von mir keine Toleranz einfordern.
    Und das Maritim muss sich zumindest Vorwürfe von mir gefallen lassen!

  11. Daniel War

    Toleranz hört da auf wo Intoleranz beginnt! Die AFD ist extrem intolerant zu vielen Bevölkerungsgruppen. Die AFD kann somit von mir keine Toleranz einfordern.
    Und das Maritim muss sich zumindest Vorwürfe von mir gefallen lassen!

  12. Robby Horvat

    Die AfD ist..”noch”..keine verbotene Partei…im Grundgesetz steht „Niemand darf wegen…..seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden”! Wenn ein Bäcker nem schwulen Paar keine Hochzeitstorte backen will, bekommen hier einige nen Blutsturz. Aber dann fordern, das ein Hotel keine Mitglieder einer nicht verbotenen Partei aufnehmen oder ne Veranstaltung dieser durchführen darf!!? Toleranz geht in beide Richtungen. Man kann die AfD scheiße finden und ihnen dennoch die Grundrechte einräumen. Umgekehrt erwartet man das ja auch! Keiner erwartet, dass die CDU-Führung beim nächsten CSD mitläuft und das sie Schwule toll finden…aber wir erwarten, dass sie schwulen die gleichen Grundrechte einräumen wie Heten. Abgesehen davon…ein „Boykott”!? ..schon mal an die (wohl auch sehr vielen schwulen) Mitarbeiter dort gedacht? Die Arbeitsplätze? …die werden jetzt wohl nicht zu machen müssen wenn sie von der „Community” gemieden werden…aber man sollte mal bisschen weiter denken als nur von der Tapete bis an die Wand!


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