Schwul, rechts und sehr einflussreich

Von Milo Yiannopoulos wird man noch viel hören und lesen

Milo Yiannopoulos ist schwul, Katholik und ein glühender Verehrer von Donald Trump. Er nennt ihn „Daddy“ und: „den wundervollsten Präsidentschaftskandidaten, den es je gab“. Er ist in Griechenland geboren, in Großbritannien aufgewachsen, schreib zuächst für britische Zeitungen, und trat später auch im Fernsehen auf. Seit er als prominenter Redakteur für Breitbart News tätig ist, das Trump im Wahlkampf massiv unterstützte, machte Yiannopoulos offen Wahlkampf für den Republikaner. Seine Rhetorik ist in obigem CNBC-Video gut zu verfolgen. Er ist u. a. gegen Frauenrechte und gegen Einwanderung. Nach dem Massaker von Orlando (MÄNNER-Archiv) schrieb er, die Linke habe sich für den Islam und gegen die Schwulen entschieden und im „Pulse“-Club seien nun 100 Menschen tot oder schwer verletzt: „Wann hören Homosexuelle endlich damit auf, die Demokraten zu wählen?“, fragte er im Juni.

Zeremonienmeister des Hasses

Bei einer Ausstellung in einer New Yorker Galerie badetet er zusammen mit anderen Schwulen in einer Wanne voller Schweineblut und trug dabei nichts als eine „Make America Great again“-Kappe. Das Blut, so die Erklärung, stamme von unschuldigen Menschen, die von illegalen Einwanderern umgebracht worden seien. Die FAZ hat ihn den Zeremonienmeister des Hasses genannt, im SPIEGEL wurde er in einem Gastbeitrag der Autorin Laurie Penny als „charmanter Teufel“ beschrieben und als „einer der schlechtesten Menschen, die ich kenne.“ Yiannopolous ist eine der prominentesten Figuren der Alt-Right-Bewegung, der Alternativen Rechten, die im Wahlkampf von sich reden machte, als ihr Vordenker Richard Spencer „Heil Trump“ rief und einige seiner rechtsextremen Anhänger den Hitlergruß zeigten.

Wenn Trump erst Präsident ist, wird man vermutlich noch viel von ihm hören

Diesen Namen muss man sich also merken. Wenn Trump erst Präsident ist, wird man vermutlich noch viel von ihm hören. Und lesen: Gerade hat er einen 250.000-Dollar-Buchdeal mit dem renommierten Verlag Simon & Schuster abgeschlossen. Nun kann er seinen Hass zwischen zwei Buchdeckel kippen, nachdem er bei Twitter gesperrt wurde, nachdem er sich frauenfeindlich und rassistisch über die schwarze Schauspielerin Leslie Jones geäußert hatte, die in der Neuverfilmung von „ Ghostbusters“ mitspielt. Zuvor hatte er Vergewaltigungen mit Harry Potter verglichen – beides sei „pure Fantasie“. Obwohl das Buch erst im März erscheint, landete es direkt auf Platz 5 der Amazon-Bestsellerliste.

Titelbild: Screenshot/CNBC


33 Kommentare

  1. Culann Brock

    Wie kann man als schwuler Mann nur so intolerant sein? Ich verstehe es nicht! Gerade wir sollten doch tolerant sein, denn wir werben doch auch um Toleranz für unser Leben.

  2. Martin Brauer

    Schwule sind meist ziemlich intolerant, da sie mit der Intoleranz ja ständig konfrontiert werden. Das ist ein Psychologischer Effekt, die Werte und Verhaltensweisen zu übernehmen, die einem selbst entgegen gebracht werden.

    Eine coping Strategie, um mit der Intoleranz zurecht zu kommen.

    Es ist völlig normal und hat nichts mit der Sexualität zu tun, die jemand inne hat.

  3. Culann Brock

    Mag sein aber ich komme ganz gut mit Homophobie zurecht. Denn ich störe mich nicht dran. Ich ignoriere es einfach denn niemand muss mein Leben leben noch ich deren Leben. Was ne gruselige Vorstellung eine Mö.. lecken brrrrr.
    Es rechtfertigt diese Verhaltensweise im keinsten und lasse es auch so nicht stehen. Ich entscheide ob ich ein Mensch bin oder ein Arschloch. Ich stelle mich mit den Homophoben nicht auf eine Stufe.

  4. Wolfgang Schmitt

    Man kann den Mann auch einfach ignorieren – wenn man ihm keine Plattform bietet, sondern vielleicht einfach mal stattdessen ein paar junge Schwule, die nicht nur dumme Sprueche und Instagram Filter bieten koennen, fragt, wie es sich so in einer AfD Hochburg oder inmitten von Trump Waehlern lebt, ist der Glanz schnell ab…

  5. Gabriel Peifer

    Wenn er noch ’sugar‘ vor den ‚daddy‘ setzt, dann könnte es hinhauen. Aber mal im Ernst: LGBTI sind in allererster Linie Menschen. Sie können wunderbare Leute sein, aber ich habe selber auch eine ganze Bandbreite von echten Vollididioten unter ihnen erlebt. Das reicht von heteronormativen Gays, die sich schon aufregen wenn mann ein paar Zimmerpflanzen hat bis hin zu verbitterten (sorry für den Ausdruck) „Tucken“, die nicht mit dem Alter klarkommen und über alles und jedes lästern. Auch die *rechten* Schwulen sind kein neues Phänomen. Das hatten wir schon kurz vor der Machtergreifung, als ein großer Teil der ‚maskulinen‘ Schwulenszene Berlins in die NSDAP eintrat. Bis sie dann mit Röhms Hinrichtung und der anschließenden Verfolgung ein böses Erwachen erlebten. Und hier schließt sich der Kreis zu Yiannopoulos und auch zu den Gays, die sich hier in Deutschland der AfD angeschlossen haben. Auch für sie wird es ein böses Erwachen geben.

  6. Gabriel Peifer

    Wir haben noch mehr davon. Schaut euch mal den „Völklinger Kreis“ an.Schwule Manager, für die „Reaganomics“ wie eine Bibel sind. Diese Leute interessieren sich ein Dreck dafür, wenn ein armer Junge in Frankfurt auf dem Strich bei der Konstablerwache zugrunde geht oder sich eine Transfrau umbringt. Wie Nröjb Rengaw schon sagte: „Schwulsein schützt nicht vor Blödheit“. Meiner Meinung nach müssen wir diesen Leute klarmachen, dass sie rausgeschmissen werden wenn sie sie sich nicht solidarisch verhalten wollen. Und es geht ja auch anders, gerade in den U.S.A. . Z.B. in San Francisco, wo schwule Ärzte schon vor Jahren ein Klinik für die Versorgung von TS-Leuten gegründet haben. Oder die Harvey Milk- Schulen, wo LGBTI- Jugendliche und Kinder vor gleichgeschlechtlichen Paaren in einer geschützten Umgebung zusammen lernen können. Wenn sie sich nicht belehren lassen, dann brauchen weder die neoliberalen Schwulen, noch die braunen Schwulen und auch nicht die verspiesserten Schwulen. Denn wir müssen zusammenhalten. Die schlimmen Zeiten sind noch nicht vorbei.


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