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Keine „Akzeptanz“ für LGBTI

Das bayrische Kultusministerium hat neue Richtlinien für Familien- und Sexualerziehung verabschiedet

Das bayrische Kultusministerium hat neue Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den Schulen verabschiedet. Sie wurden  von Staatsminister Ludwig Spaenle genehmigt und werden im Amtsblatt sowie auf der Homepage des Ministeriums veröffentlicht.

Auf MÄNNER-Anfrage teilte uns der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Thomas Kreuzer schriftlich mit: Alle Schulen hätten die Aufgabe, sich in angemessener und verantwortlicher Weise der Familien- und Sexualerziehung anzunehmen, ohne die Persönlichkeitsrechte der Schülerinnen und Schüler zu verletzen oder das Erziehungsrecht der Eltern zu missachten. Hierfür benötigten Lehrkräfte geeignete Leitlinien. „Meiner Fraktion, aber auch mir persönlich ist dabei eine der Sensibilität der Thematik angemessene, dem Wertefundament von Grundgesetz und Bayerischer Verfassung entsprechende Behandlung der Familien- und Sexualerziehung ein wichtiges Anliegen.“ (Die LSU kritisiert das neue CSU-Grundsatzprogramm, weil es vereinfachte Schlagworte wie „Frühsexualisierung” verwendet – MÄNNER-Archiv)

Dies gelte umso mehr mit Blick auf das Vorgehen in diesem Bereich in anderen Bundesländern, wie etwa die „vermeintlich modern-progressiven“ Bildungsplanentwürfe in Baden-Württemberg (unter Grün-Schwarz gab es dort gerade Aufregung wegen der Finanzierung von LGBTI-Projekten – MÄNNER-Archiv) unter einer damals noch grün-roten Landesregierung, die „vielfach weder die Lebensrealität noch vor allem die grundlegenden Wertorientierungen eines Großteils der Bevölkerung und damit auch der Eltern von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen widerspiegeln“.

Breite Zustimmung bei Elternverbänden sowie den beiden großen Kirchen 

Die überarbeiteten Richtlinien führten den bisherigen, „sensibel-wertkonservativen Umgang mit der Familien- und Sexualerziehung fort“; sie entwickeln ihn zugleich behutsam weiter, wo aktuelle Entwicklungen (vor allem die Omnipräsenz von Sexualität in der Gesellschaft sowie die leichte Zugänglichkeit zu sexualisierten Inhalten in den Medien) und berechtigte Interessen der Schülerinnen und Schüler (etwa die Prävention von sexueller Gewalt, aber auch Fragen der Geschlechtsidentität) dies angezeigt erscheinen lassen. Der Richtlinienentwurf sei bei Eltern- und Lehrerverbänden sowie den beiden großen Kirchen auf breite Zustimmung gestoßen.

Familienvielfalt taucht für den Grundschulbereich in der Richtlinie gar nicht auf

Dazu erklärt Johannes Mayer, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Bayern:

Statt eine richtungsweisende und den gesellschaftlichen Realitäten entsprechende Richtlinie vorzulegen, habe das Kultusministerium einen Entwurf präsentiert, „der zwar Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI) erstmals überhaupt in Bayern erwähnt, jedoch Vielfalt von sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten in Schule und Unterricht nur oberflächlich thematisiert“. Das Thema Familienvielfalt tauche für den Grundschulbereich in der Richtlinie aber gar nicht auf.

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„Besonders für Kinder ist es wichtig, auch ihre Familie in der Schule wertgeschätzt und sichtbar wiederzufinden. Heute leben bereits 30 Prozent der Kinder nicht mehr in einer heterosexuellen Kleinfamilie, diesem Umstand muss auch eine moderne Sexualerziehung Rechnung tragen. Hier besteht dringend Nachbesserungsbedarf.“ Ebenso seien die Themen Trans* und Intergeschlechtlichkeit in allen Jahrgangsstufen vernachlässigt worden, so Mayer.

Das Ministerium hat die Richtlinie nach dem Treffen mit den Vertreterinnen der sog. ‚Demo für alle‘ nochmals verwässert

Gleichfalls sei laut LSVD festzustellen, dass die vorgestellte Richtlinie des Ministeriums korrekterweise zwar den Lehrkräften Ideologisierung und Indoktrinierung von Schülern und Schülerinnen untersage, dies scheine jedoch für das Ministerium nicht im selben Umfang zu gelten. Anders ließe es sich nicht erklären, weshalb der ursprüngliche Entwurf vom April dieses Jahres das Thema „Akzeptanz“ von LGBTI deutlich stärker in den Fokus nahm, als die nun vorgestellte Richtlinie. Der Begriff „Akzeptanz“ sei in der neuen Richtlinie gestrichen worden.

Das Kultusministerium habe anscheinend den diffamierenden Argumenten der besorgniserregenden „Demo für Alle“ (Spaenle hatte deren Vertreter empfangen – MÄNNER-Archiv) nachgegeben, so der LSVD. Denn es sei mehr als auffällig, dass das Ministerium die Richtlinie nach dem Treffen mit Vertreter und Vertreterinnen der sog. „Demo für alle“ nochmals verwässert hat. Dass das Ministerium den ultrakatholischen und rechtspopulistischen Familien- und Geschlechterbildern Raum gegeben hat, sei nicht hinnehmbar.

Etablierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt wichtig für Demokratiebildung

„Nur wenn es gelingt sexuelle Vielfalt als selbstverständliches Thema in den Unterricht zu integrieren, kann Homo- und Transphobie nachhaltig bekämpft werden. Sexualerziehung im engeren und die Etablierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im weiteren Sinn, sind wichtige Bestandteile der Demokratie- und Menschenrechtsbildung und Kernaufgaben von Schulen. Als LSVD Bayern wollen wir dieses Bildungsziel auch weiterhin von der Landesregierung einfordern. Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche Menschen sind genau wie Heterosexuelle Teil unserer pluralistischen Gesellschaft und müssen in Schule und Unterricht Sichtbarkeit und Wertschätzung erfahren.“

Titelbild: CSU


12 Kommentare

  1. Klaus Klein

    Sexualerziehung an staatlichen Schulen, die auf die „Akzeptanz“ sexueller Vielfalt gerichtet ist, verstößt gegen das sog. Indoktrinationsverbot und ist verfassungswidrig, wie ein aktuelles Rechtsgutachten gerade erst belegt hat: https://www.echte-toleranz.de/files/Dokumente/Rechtsgutachten.von.Prof.Dr.Christian.Winterhoff.v.29.08.2016.Ergebnisse.pdf Der bayerische Kultusminister hat also lediglich die geltende Rechtslage berücksichtigt, als er den Begriff „Akzeptanz“ aus den Richtlinien hat entfernen lassen.

  2. Wolfgang Brosche

    Quark…es handelt sich nicht um ein „offizielles“ Gutachten, sondern um eines von Homogegnern bezahltes. Die übliche Strategie der Neurechten, die sich aufmachen, neue Sündenböcke auszuspähen…( gezielten Unsinn als Tatsachen verkaufen)! Noch können sie nicht wieder die „jüdische Weltverschwörung“ auspacken, solange es noch ein paar Überlebende der damaligen Vernichtugsaktion gibt (dann sind jetzt eben erst Mal wieder die Schwule dran!). Aber mit dem Herr Gedeon beginnt die AfD auch ja auf diesem antisemitischen Gebiet wieder zu agitieren… Es wird auch demnächst sicher „RECHTSgutachten“ geben, die, wie die AfD in Sachen Flüchtlinge schon spekuliert, die Aussetzung gewisser Menschen- und Grundrechte für bestimmte Gruppen empfehlen… Manche furchtbaren Juristen sind sich für nichts zu schade! – sihee Filbinger! -Die Unterorganisation der AfD, die „Demo für Alle“ wird auch da weiter wühlen!

  3. Klaus Klein

    Zitat:
    „… es handelt sich nicht um ein „offizielles“ Gutachten, sondern um eines von Homogegnern bezahltes.“
    Woraus schließen Sie das? Auf der Website des Vereins, der das Gutachten in Auftrag gegeben hat, lese ich in der Selbstdarstellung lediglich, dass sich der Verein für die Erhaltung der „Meinungsvielfalt“ und die Beachtug des „Neutralitätsgebots“ durch den Staat einsetzt. Was hat das mit „Homogegnern“ zu tun? Und was die Qualität des Rechtsgutachtens angeht: wenn es wirklich nur ein „Auftragsgutachten“ mit „gewünschtem Ergebnis“ gewesen sein sollte, das rechtswissenschaftlich Unfug ist, warum hat dann die Landesregierung von Schleswig-Holstein das nicht längst öffentlich erklärt? Sie schweigt das Gutachten einfach tot. Warum wohl? Weil die eigenen Hausjuristen erkannt haben, dass sie das Gutachten wissenschaftlich nicht widerlegen können, oder welchen Grund könnten Ministerpräsident Albig (https://www.echte-toleranz.de/index.php/news/ministerpraesident-albig-steht-nicht-zu-queerer-bildung.html ) und Sozialministerin Alheit (https://www.echte-toleranz.de/index.php/news/rechtsgutachten-zur-sexualerziehung-kieler-landesregierung-und-opposition-schweigen-sich-aus.html ) für ihr Schweigen haben?

  4. Dieter Triebel

    Ja ja, sind ja alle schwulen feindlich die da gegen sind das Kinder zu Sexobjekten durch diesen Genderwahn gemacht werden sollen. Wer dafür ist das Kinder Pornobücher bekommt, macht sich mitschuldig der Kinderschändung.


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