April 3 2014 Brussels BXL Belgium Chad s President Idriss Deby Itno arrives for the second d

Tschad verbietet Homosexualität

Die zentralafrikanische Republik ist das 73. Land weltweit in dem gleichgeschlechtliche Liebe verboten ist

Das Parlament der zentralafrikanischen Republik Tschad hat ein Gesetz verabschiedet, das Homosexualität unter Strafe stellt. Es wurde fast einstimmig angenommen, nur ein Abgeordneter von 116 stimmte dagegen, bei vier Enthaltungen. Die neue Regelung für gleichgeschlechtlichen Sex ist Teil einer großen Justizreform, bei der das Strafgesetzbuch des Landes aus dem Jahr 1967 komplett überarbeitet wurde. Dabei gibt es auch positive Entwicklungen: Die Todesstrafe wird fast komplett abgeschafft, sie kann nur noch für Terroristen gefordert werden. Parallel wird das Alter für legale Eheschließungen von 16 auf 18 heraufgesetzt. Ein wichtiger Schritt: Bislang waren 28 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren bei ihrer Eheschließung jünger als 15 und 69 Prozent jünger als 18 gewesen. Die Regierung unter Präsident Idriss Déby (Foto) will so das Selbstbestimmungsrecht der Frauen im Tschad stärken.

Die Republik Tschad wird so das 73. Land auf der Welt in dem Homosexualität illegal ist

Wer eine jüngere Frau heiratet, kann mit einer Geldstrafe von bis zu 7800 Dollar oder zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Die neuen Strafen für Homosexualität sind weniger hart. Als die Kriminalisierung 2014 das erste Mal vorgeschlagen wurde, sollte sie mit einer 15 Jahre langen Gefängnisstrafe verbunden sein. In der jetzt verabschiedeten neuen Fassung des Strafgesetzbuches sind die Maximalstrafen ein Bussgeld oder eine zur Bewährung ausgesetzte Gefängnisstrafe. Falls Déby gegen das Gesetz nicht sein Veto einlegt, was sehr unwahrscheinlich ist, wird die Republik Tschad so das 73. Land auf der Welt in dem Homosexualität illegal ist. Dazu kommen Palästina/Gaza, die Cook-Inseln, große Teile von Indonesien und die von ISIS kontrollierten Gebiete.

Der ehemalige Premierminister des Tschad nannte die neue Regelung einen fairen Kompromiss

Der ehemalige Premierminister des Tschad, Delwa Kassiré Coumakoye, nannte die neue Regelung einen fairen Kompromiss. Er sagte: „Homosexualität wird von allen Religionen verdammt. Wir müssen nichts vergeben, was Gott selbst ablehnt, nur weil Leute aus dem Westen dieses oder jenes gesagt haben. Die jetzige Regelung im Strafgesetzbuch hält die Waage zwischen der konservativen öffentlichen Meinung in unserer eigenen Gesellschaft und einer internationalen Gemeinschaft, die sich beim Schutz von Minderheiten unnachgiebig zeigt.” Justizminister Hamid Dahalob kommentierte: „Unser neues Strafgesetz ist modern. Es bezieht sowohl unsere eigenen Traditionen ein, wie die Erfordernisse, die aus unseren internationalen Beziehungen entstehen.” Das fortschrittlichste Land beim Thema LGBTI auf dem afrikanischen Kontinent ist und bleibt Südafrika. (MÄNNER-Archiv). Es ist auch das einzige auf dem Kontinent, indem LGBTI unbehelligt leben können.

Foto: Imago/ZUMA Press

Das ist eine unserer 7 Fragen zum MÄNNER-Jahresrückblick 2016:

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Die größte Katastrophe 2016

Hier geht es zu den 6 anderen (MÄNNER-Archiv).


26 Kommentare

  1. Fabi Kyber

    Ist es nicht irgendwie auch toll zu wissen, dass einen viele Leute auf der Welt für den Teufel persönlich halten nur weil man auf Männer steht. Zittert Heteros und verzweifelt!

  2. Klaus Hondele-Kremer

    Ich bleibe höflich, auch wenn ich explodieren könnte! Schwulsein ist ein Teil Deiner Identität!!! Selbst, wenn es jemand will, ablegen kan man(n) auch diesen Teil seiner Identität nicht!!!! Und ich will es gar nicht …….

  3. Tine Mine

    Des tut mir echt leid, dass es so viele intolerante und blöde Menschen gibt!
    Lasst euch von so einem Schwachsinn nicht unter kriegen . Ihr seid spitze und zwar genauso wie ihr seid!

  4. Oliver Nicklas

    Immer wieder, immer wieder. Genauso könnte man immer wieder Ressentiments gegen Farbige schüren, weil ein „Glaube” und somit natùrlich niemand anderes als Gott will. Tja verkackt!

  5. Achim Schipporeit

    Und wieder einmal wird in der Begründung der Strafbarkeit der Homosexualität von „afrikanischen Traditionen” gefaselt. In den afrikanischen Stammesgesellschaften gab es in aller Regel gar keine Probleme mit Homosexualität oder Transsexualität. Erst als die weißen (!) Missionare das Christentum und den Islam verbreiteten, wurde Homosexualität plötzlich „unafrikanisch”. Außerdem hetzen manche afrikanische Politiker gerne gegen Minderheiten, um damit das Volk von ihren eigenen Verbrechen abzulenken.

  6. Christian Sandmann

    „Was Gott selbst ablehnt…”, wenn Gott das ablehnen würde, dann hätte er ja machen können, dass niemand homosexuell ist. Hachja , schlimm diese Religionen. Schränken und viel zu stark ein – macht ja eigentlich wenig Sinn, sich freiwillig, manchmal auch unfreiwillig einzuschränken…

  7. Ari Otto

    Da kann man sehen, dass die Regierung dort nur von 12 bis Mittag denken und Zivilisation nicht verstanden haben! Vielleicht werden die ja auch mal verfolgt, misshandelt, gedemütigt, der Freiheit beraubt wie die Schwulen und Lesben!

  8. Steffen Burkhardt

    Das ist so ein Bullshit. Wie will man nachweisen, ob jemand homosexuell ist oder nicht? Man kann lediglich das Tun und Handeln, was man für homosexuelles handeln hält unter Strafe stellen und DAS ist in meinen Augen als Verstoß gegen die Menschlichkeit zu ahnden, denn damit schreibe ich Anderen vor, was sie in meinen Augen zu tun und zu lassen haben; was nichts anderes, als Sklaverei ist.


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close