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Unrasiert ist gesünder

Eine häufige Intimrasur steht in Verbindung zu sexuell übertragbaren Krankheiten

Sich untenrum nicht mehr zu enthaaren, könnte eine gute Idee sein. Denn eine neue Studie aus den USA legt nahe, dass Intimrasuren das Risiko erhöhen, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit (STI) anzustecken.

So steige das Risiko für Herpes, Humane Papillomaviren und Syphilis mit häufigem Rasieren, schreiben Ärzte der University of California im Fachblatt „Sexually Transmitted Infections“. (Ohnehin stecken sich immer mehr schwule Männer mit Syphilis an – MÄNNER-Archiv.)

„Aktuell wissen wir nicht, ob die Rasur das Risiko für eine Infektion erhöht“

Menschen, die sich mindestens einmal im Leben untenrum enthaart haben, hatten fast doppelt so häufig angegeben, bereits eine sexuell übertragbare Krankheit gehabt zu haben. Und extreme Rasierer – diejenigen, die ihre Schamhaare mehr als elfmal entfernen – waren viermal häufiger von einer STI betroffen.

Wer mehrmals im Monat zum Rasierer oder zum Wachs greift, der liegt zwischen diesen beiden Gruppen: Ihre Wahrscheinlichkeit, sich mit Syphilis oder Herpes angesteckt zu haben, ist dreimal höher als bei Unrasierten. (Was ist eigentlich Syphilis? Alle Antworten im MÄNNER-Archiv.)

„Wir waren überrascht, wie groß der Effekt war“, sagt Benjamin Beyer laut National Public Radio (NPR). Er ist Urologe an der University of California und Mitautor der Studie. „Aktuell wissen wir nicht, ob die Rasur das Risiko für eine Infektion erhöht. Alles, was wir sagen können, ist, dass sie miteinander in Verbindung stehen. Aber ich würde es wohl vermeiden, mich kurz vor dem Sex zu rasieren.“

„Es könnte gesundheitliche Folgen haben, Schamhaare zu entfernen“

Denn bei der Haarentfernung können ganz kleine Verletzungen und Schnitte entstehen. Wenn die bis zum Geschlechtsverkehr nicht verheilt sind, können Viren und Bakterien so leichter in den Körper eindringen. „Wir haben Schamhaare aus einem gewissen Grund“, sagte Jennifer Gunter, eine Gynäkologin, die nicht an der Studie beteiligt war. „Sie sind eine Barriere, wie unsere Augenbrauen. Sie fangen Bakterien und Schmutz ab. Und es könnte Folgen für die Gesundheit haben, sie zu entfernen.“

Für die Studie wurden 7500 Männer und Frauen zwischen 18 und 65 befragt. Zwei Drittel der Männer und fast 80 Prozent der Frauen haben angegeben, sich untenrum mindestens einmal rasiert zu haben. Etwas mehr als zehn Prozent sind im Intimbereich immer glatt rasiert.

Kritik an der Studie

„Das ist eine exzellente Studie“, urteilte Scott Butler, der sich schon lange am Georgia College & State University mit sexuell übertragbaren Krankheiten auseinandersetzt. „Es ist gut für Gesundheitsdienstleister, diese Verbindung zu kennen.“

Dennoch übt er Kritik an den Fragestellungen in der Studie. Zwar habe die Untersuchung nach der Anzahl der Sexpartner gefragt, nicht jedoch, ob dabei Safer Sex praktiziert wurde. Auch eine HPV-Impfung wurde nicht abgefragt. Außerdem wurde nicht erhoben, ob die Studienteilnehmer die Infektionen hatten, bevor oder nachdem sie mit dem Rasieren begonnen haben.

Titelfoto: pixabay


12 Kommentare

  1. Daniel Jazdzewski

    Es wurde also erstmal nur eine Korrelation festgestellt. Ob es aber wirklich einen direkter Zusammenhang gibt und wo der liegt weiß man nicht.

    Das es Probleme gibt zeigt ja auch schon dass die die sich am häufigsten rasieren nicht die häufigste Infektionen haben.

    Es gibt auh Korrelationen zwischen Schuhgröße und Einkommen. Hat halt nur nichts mit der Schuhgröße zu tun, sondern mit Alter (kinder haben kleine Schuhe) und Geschlecht (frauen haben kleinere als Männer).

  2. Tom Schön

    Da wir nicht mehr in der Steinzeit leben und auch weniger nackt sind und uns öfter duschen als früher also reinlicher sind sind körperhaare fast überflüssig. Und dadurch schon infekte vorbeugen und wer es nicht verträgt für es sowieso nicht.geschlechts Krankheiten bekommst auch wenn buschig ist und erwiesen ist es auch nicht !


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