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Was ist Euer Unwort 2016?

Die Auswahl, die vor allem die Rechtspopulisten von AfD und Demo für alle liefern, ist groß - leider

„Gutmensch” war 2015 offizielles Unwort des Jahres. Die Jury teilte aber im vergangenen Jahr auch die Ansicht der MÄNNER-Leser, dass die von Akif Pirinçci gemeinte „Verweichlichung der Männer“ und „trotzige und marktschreierische Vergottung der Sexualität“ eine explizite Diffamierung Homosexueller darstellt. Der von MÄNNER vorgeschlagene Begriff „Verschwulung” schaffte es immerhin zum kleinen Unwort, denn die Jury sprach in ihrer Mitteilung eine ausdrückliche Rüge aus. Wir zitieren:

Kleines Unwort 2015: „Verschwulung“

„Das Wort Verschwulung ziert einen Buchtitel des Autors Akif Pirinçci („Die große Verschwulung“) und wurde von der Online-Zeitschrift MÄNNER und ihren Lesern zum „Schwulen Unwort 2015“ gekürt. Die Jury teilt die Ansicht der Zeitschrift und ihrer Leser, dass ein solcher Ausdruck und die damit von Pirinçci gemeinte „Verweichlichung der Männer“ und „trotzige und marktschreierische Vergottung der Sexualität“ eine explizite Diffamierung Homosexueller darstellt und kritisiert den Ausdruck daher ebenfalls als ein Unwort des Jahres 2015. Auch durch die Analogie zu faschistischen Ausdrücken wie „Verjudung“ ist die Bezeichnung kritikwürdig.”

Sprache ist ein wichtiges Mittel im Kampf der Rechtspopulisten

Unwort

Demoaufruf zur „Demo für alle“ 2014 in München (www.archeviva.com)

Auch dieses Jahr wollen wir wieder mithelfen. Wir haben sechs Vorschläge gesammelt, die wir alle den Vertretern von AfD und „Demo für Alle“ (auch das ist ein würdiger Kandidat, denn diese Demos sind nicht für alle, weil sie sich gegen viele wenden) zu verdanken haben. Das ist kein Wunder, denn Sprache ist ein wichtiges Mittel im Kampf der Rechtspopulisten, da sie mit sachlich unangemessenen oder inhumanen Formulierungen die Aufmerksamkeit bekommen, die sie so dringend brauchen.

Unwort 2016: Viel zu holen in Bildungs- und Familienpolitik

Mal verunglimpfen sie die Pläne, sexuelle Vielfalt im Unterricht zu thematisieren („Frühsexualisierung“ und „Umerziehungsversuche“), mal wenden sie sich gegen die Forderung nach einer vollständigen Gleichstellung von Homos und Heteros inklusive Adoptionsrecht, was Rechtspopulisten zum angeblichen „Schutz der Familie“ ablehnen – als sei irgendeine Familie dadurch bedroht, wenn schwule oder lesbische Paare Kinder bekommen und großziehen. Mal stellen sie sich gegen die Forderung der LGBTI-Community nach Rechten überhaupt: Da ist dann gerne die Rede von „Sonderrechten“, obwohl es sich schlicht um die gleichen Rechte handelt, die Heteros ganz selbstverständlich genießen.

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Was ist Euer Unwort 2016?

Titelbild: Shutterstock/Galyamin Sergej


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