Priesterseminar: Keine Schwulen bitte

Wer "tiefsitzende homosexuelle Tendenzen" hat, muss einen anderen Berufsweg einschlagen

Schwule Männer haben in katholischen Priesterseminaren nichts verloren. Das hat der Vatikan bekräftigt.

In einem jetzt veröffentlichten Schreiben heißt es, Personen „mit homosexuellen Tendenzen” könnten nicht Priester werden. „Während die Kirche die betreffenden Menschen respektiert, kann sie sie nicht in Seminaren oder im heiligen Dienst zulassen, wenn sie Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen haben oder die sogenannte schwule Kultur unterstützen”, heißt es in dem 90 Seiten langen Schreiben, das das Datum vom 8. Dezember trägt und von Papst Franziskus genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben wurde.

Es dienen bereits viele Tausend schwuler Männer treu und effektiv als katholische Priester

Kritik kam umgehend von queeren Katholiken und ihren Unterstützern. „Die Autoren dieses Dokuments scheinen ihre Augen davor zu verschließen, dasss bereits viele Tausend schwuler Männer treu und effektiv als katholische Priester dienen”, heißt es in einem Statement von Francis DeBernardo, dem Geschäftsführer der New Ways Ministry, die für die Gleichberechtigung für LGBTI-Menschen in der Kirche eintritt.

Mal Hü, mal Hott

Vom Papst und der katholischen Kirche kommen immer wieder unterschiedliche Äußerungen, die die LGBTI-Gemeinde verunsichern. So hatte sich der Papst bei den Massenprotesten in Mexiko gegen die geplante Eheöffnng auf die Seite der Demonstraten gestellt und sie in seine Nachtgebete eingeschlossen (MÄNNER-Archiv). Nach dem Massaker in Orlando hatte er gesagt, die Kirche sollte sich bei Homosexuellen, Armen und anderen vernachlässigten Menschen entschuldigen. „Die Christen sollten dafür um Vergebung bitten, dass sie viele falsche Entscheidungen begleitet haben”, ließ der Papst im Juni verlauten. Das Oberhaupt der katholischen Kirche war von der italienischen Nachrichtenagentur Ansa gefragt worden, ob er mit dem deutschen Kardinal Reinhard Marx übereinstimme: Der hatte nach der Schießerei im „Pulse”-Club (MÄNNER-Archiv) eine Entschuldigung gegenüber Schwulen und Lesben gefordert.

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Titelbild: Imago


26 Kommentare

  1. Mathias Braasch

    Tja, wenn all die schwulen Priester ihre Schafe allein lassen würden, dann würde es wohl erheblich einsamer um Seine Schein-Heiligkeit werden. Dieser Papst ist sicher in vielen Dingen ein fortschrittlicher und anständiger Mann. Aber in manchen Punkten wird sich die römisch-katholische Kirche niemals ändern oder nur graduell. Als gleichberechtigt wird sie uns niemals anerkennen. Ich bin lutherisch. Für mich hat das keine große Bedeutung, aber für viele andere schon. Wer in jener Kirche bleiben will, der muss sich über die Konsequenzen im Klaren sein.

  2. Kevin Montany-Jung

    >wie darf man denn die „logik” verstehen =?!?! = z.b. weil, wer eine tiefsitzende jüdische tendenz besitzt, darf es ja schließlich in der katholischen kirche auch nicht=!?! = oder =? = wer homosexuell ist, besitzt keine kirchlichen voraussetzungen = !?! = ist also untauglich für die katholische (usw.) gemeinschaft und wird „ausgemustert” =! = oder so=?!! <

  3. Rainer von Steht

    Jeder Mensch hat vor Gott das gleiche Recht auf Anerkennung und liebe , durch Jesus gelebt ,ob Homosexuell oder heterosexuell spielt da keine Rolle ob mit Keuschheit oder ohne ,auf die Liebe zum Mitmenschen kommt es an , und nicht was wer und wann mit wem im Bett macht , diese Herren in Rom haben das nach jetzt fast 2000 Jahren Geburt und tot Jesus immer noch nicht begriffen ,was haben viele der Männer studiert ,wie man per Gesetz und Dogma zu lieben hat ,An Weihnachten wird wieder stellenweise fröhliches lieben angesagt ,für ein paar Stunden , Erbarmen , Barmherzigkeit ,Vergebung und liebe ,das ist die kernbotschaft Jesus , die Botschaft der Rom Kirche ist Verachtung , Ausgrenzung , verteufelung von Menschen ,die von Natur aus so sind wie sie sind , nämlich Homosexuell und von Gott geliebt wie jeder andere mensch

  4. Gerd-Josef Pohl

    Es geht nicht um Homosexuelle per se, sondern um solche, die ihre Homosexualität ausleben oder aktiv in der Szene unterwegs sind. Heterosexuellen Priesterkandidaten, die ihre Triebe nicht im Griff haben, ergeht es doch nicht anders. Das Gebot der Keuschheit gilt für schwule Priesterkandidaten halt ebenso wie für heterosexuelle. Da sehe ich keine Diskriminierung.

  5. Michael Schöne

    Sorry! Da spühlst Du das Alles weich! Dann müßte da auch stehen: ‘sowie Kandidaten, die tiefsitzend heterosexuelle Tendenzen haben und die sogenannte heterosexuelle Kultur unterstützen’.
    Stattdessen gehört da nur eins hin: ‘…die Sexualität praktizieren’. Aber was erwartet man von einem Machopapst aus den Kolonien… Barmherzigkeit nur in Bezug auf Moneten.

  6. Gerd-Josef Pohl

    Aber Du hast doch bei mir gesehen, wie es in der Praxis läuft: Der Kardinal wusste vom ersten Tag an von meiner Neigung, hat mich aber dennoch als Kandidat akzeptiert, nicht zuletzt aufgrund meiner Ehrlichkeit in dieser Frage. Dass ich schließlich nicht geweiht worden bin (und nicht mehr geweiht werden wollte), hatte andere Gründe und mit meiner Homosexualität nichts zu tun.

  7. Michael Schöne

    Daß das de facto anders läuft, wissen selbst Protestanten. Es geht mir hier um grundsätzliche Ausgrenzung. Aber das ist ja alt! Es ärgert mich gleichermaßen, wenn Kirchenferne plötzlich Franziskus auf einen Sockel heben, wie wenn die Ultras ihn nur noch belästern!

  8. Rainer von Steht

    Wer tiefsitzende rk Tendenzen hat lebt im falschen Glauben , diese Kirche befiehlt was zu glauben ist , Gott lässt sich nicht aus Büchern erkennen ,die Bibel ist Menschen Werk ,kein Gottes Werk

  9. Christoph Matti

    Vati kann im Fummel einfach nicht über den eigenen Schatten springen. Aber eines weiss ich: Wäre Jesu ein „richtiger” Mann gewesen, er hätte sich nicht mit Brot und Fischen rumgeschlagen. Er hätte einen Büffel erledigt und Feuer gemacht.


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