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Kiel gibt mehr Geld für Vielfalt

Die Koalition aus SPD, Grünen und SSW hat den Haushalt für 2017 beschlossen

Im nächsten Jahr wird ein neues Landesparlament für Schleswig-Holstein gewählt, und Umfragen zufolge sieht es so aus, als könnte die Koalition aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverbund (SSW) weiterregieren. Für die LGBTI-Community wäre das nicht schlecht, denn gestern haben die Regierungsparteien den Haushalt für 2017 beschlossen und bei der Gelegenheit die Mittel für schwul-lesbische Aufklärung an öffentlichen Schulen deutlich erhöht.

CDU für Eheöffnung?

Wobei es in der schleswig-holsteinischen CDU durchaus homofreundliche Personen gibt: „Es gibt aus meiner Sicht kein vernünftiges Argument mehr dagegen, warum homosexuelle Paare nicht die gleichen Rechte haben sollten wie heterosexuelle.” Das verkündete Daniel Günther im vergangenen Jahr, der katholische Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein. Günther fügte aber auch hinzu, dass seine Forderung innerhalb der Partei nicht mehrheitsfähig sei: CDU-Landeschef Ingbert Liebing wolle schwulen und lesbischen Paare keine weiteren Rechte geben (MÄNNER-Archiv). Nun ist dieser Liebing aber nicht mehr Parteichef, sondern seit November jener Günther. Ob das einen Fortschritt für die Eheöffnung bringt, werden wir sehen.

Mehr Geld für Vielfalt

Ab zurück zum Haushalt 2017: Für den Aktionsplan „Echte Vielfalt“ gibt es im kommenden Jahr statt 30.000 nun 60.000 Euro, und die Mittel für Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekte (namentlich die Beratungsstelle „na sowas“ und Haki e.V.) werden von 2.000 auf 27.000 Euro erhöht. Der Verein „Haki e.V.“ aus Kiel engagiert sich seit 1974 für die Bedürfnisse von Lesben, Schwulen, bi*, trans*, inter* und queeren Menschen im Norden und „ermöglicht die Erfahrung von Solidarität und Selbstbestimmung in diskriminierungsfreien Räumen”, wie es auf der Homepage heißt. Das LGBTI-Netzwerk „Lambda:nord e.V.“ aus Lübeck mit seiner Beratungsstelle „na sowas” bietet Fortbildungen, Seminare, Workshops und Fachberatungen für 
Pädagogen, Lehrer und andere in der Jugendarbeit/-hilfe tätigen Fachkräfte an oder beteiligt sich an der Gestaltung externer Angebote.

Die deutliche Erhöhung der Mittel zeigt: Die Regierung von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat verstanden, dass man der anhaltenden und teils zunehmenden Homophobie etwas entgegensetzen muss. Wie die so genannte „Mitte”-Studie der Universität Leipzig im Sommer zeigte, stimmen 40% aller Deutschen der Aussage zu, es sei „ekelhaft”, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen (weitere Ergebnisse aus der Mitte-Studie – MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Shutterstock/ Tonfilmer (Unser Bild zeigt den Kieler Landtag.)


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