DEU Deutschland Nordrhein Westfalen Münster 13 11 2016 Bündnis 90 Die Grünen Bundesdelegier

Keine „Wischi-waschi-Toleranz“!

Der Tag im Zeitraffer (19.12.2016)

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat erneut mit einer Äußerung die LGBTI-Gemeinde aufgeschreckt. So sagte er dem Schwäbischen Tageblatt: „Eine liberale Gesellschaft muss auch sperrige Positionen aushalten. Wenn jemand sagt ‚Ich will nicht, dass Schwule Kinder adoptieren‘, ist das eine Haltung, die man ertragen muss.“ Die Anschlussfähigkeit gelte in beide Richtungen: Toleranz müsse nicht Akzeptanz sein. Man müsse den anderen ertragen, aber nicht gut finden, so Kretschmann.

Klarheit und Standfestigkeit gefragt

Diese Äußerung wies sein Parteifreund Volker Beck umgehend zurück: „Man sollte es mit dem Respekt vor der Respektlosigkeit nicht übertreiben. Natürlich schützt der Artikel 5 GG auch die Narrenfreiheit. Deshalb muss man so manche Meinungen erdulden, die man nicht gut findet. Das ist Teil unserer Demokratie.“ Aber Minderheiten gleiche Würde und gleiche Rechte abzusprechen, sei keine ‚sperrige‘ Meinung, sondern Diskriminierung. Das darf nicht als ‚sperrig‘ oder ‚unbequem‘ verharmlost werden. Vielmehr forderte Beck Klarheit und Standfestigkeit in der Haltung gegenüber Rechtspopulisten oder christlichen sowie muslimischen Fundamentalisten: Man dürfe „bei Rassismus, Antisemitismus oder Homophobie nicht alle Fünfe gerade sein lassen. Es geht um unser Menschenbild und nicht um Wischi-waschi-Toleranz.“

Bereits im Oktober war Kretschmann in die Kritik geraten, nachdem er in einem Interview mit ZEIT betont hatte, die Mehrheit der Deutschen bevorzuge die „klassische Ehe“. Danach fühlte sich der grüne Ministerpräsident von Baden Württemberg missverstanden. Auf seiner Facebook-Seite versuchte er, seine Äußerungen geradezurücken. „Meine Haltung war und ist eindeutig: Ich möchte die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnen. Homosexuelle Paare sollen genauso wie heterosexuelle Paare heiraten können” erklärt er und fügt hinzu: „Die „klassische Ehe“ als Institution mit „klassischer“ Trauung (…) ist das Lebensmodell, das ein großer Teil der Menschen für sich wünscht, und zwar ganz unabhängig von der jeweiligen sexuellen Orientierung.” (MÄNNER-Archiv)

Weg mit dem Zölibat?

Die Church of England hat angekündigt, sich mit dem Zwangs-Zölibat von schwulen Pastoren auseinanderzusetzen. Denn aktuell dürfen anglikanische Priester zwar offen schwul und sogar verpartnert sein, müssen jedoch schwören, auf Sex zu verzichten. Die Kirche bezieht sich dabei auf Richtlinien aus dem Jahr 1991, in denen es heißt: „Wir müssen deshalb festhalten, dass wir zu dem wohldurchdachten Urteil kommen, dass Geistliche keine sexuell aktiven homosexuellen Beziehungen eingehen dürfen.“ Begründet wird diese Regelung damit, dass man keine Gleichstellung zur Hetero-Ehe anstreben möchte, da diese gemäß Bibel eine besondere Stellung einnimmt.

Erst seit 2005 dürfen schwule Priester der Church of England eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Die anglikanische LGBTI-Organisation „Changing Attitude“ verweist jedoch darauf, dass viele Bischöfe schwule und lesbische Priester kennen und nichts gegen die Beziehung haben. An sich könnten sie in solchen Fällen ein Disziplinarverfahren gegen sie einleiten (MÄNNER-Archiv)

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MÄNNER und ADS suchen das LGBTI-freundlichste Unternehmen

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat sich im kommenden Jahr dem Thema LGBTI verschrieben. Der offizielle Startschuss für das Themenjahr wird am 12. Januar 2017 mit einer Pressekonferenz gegeben, auf der Ergebnisse einer Umfrage zu Bevölkerungseinstellungen gegenüber Lesben, Schwulen und Bisexuellen vorgestellt werden. Weil wir das Themenjahr LGBTI eine super Idee finden, ist MÄNNER mit einer eigenen Aktion dabei: In Kooperation mit der ADS suchen wir das LGBTI-freundlichste Unternehmen. Dazu stellen wir jeden Monat auf m-maenner.de ein deutsches Unternehmen vor, das seinen queeren Mitarbeitern ein diskriminierungsfreies Umfeld ermöglicht, und lassen im Sommer abstimmen, wer in Sachen Diversity bundesweit am überzeugendsten dasteht. Wenn Du für ein Unternehmen arbeitest, das Du als besonders aufgeschlossen erlebst und wo LGBTI-Diversity selbstverständlich gelebt und umgesetzt wird, dann schick uns eine Kurzbeschreibung an maenner-leserservice@brunogmuender.com. Gibt es dort, wo Du arbeitest, ein LGBTI-Netzwerk, das für Sichtbarkeit sorgt? Wird die spezifische Perspektive queerer Mitarbeiter im Hinblick auf die Ansprache der Kundschaft genutzt (Stichwort pink Marketing)? (MÄNNER-Archiv)

Titelbild: Imago (2)


12 Kommentare

  1. Arno Lafrentz

    ich explodiere gleich…..immer wieder solche Äußerungen….nee man steckt Kinder lieber in Heime wo sie von Kirchlichen Mitarbeitern missbraucht werden etc….in was für einer Welt leben wir……??????.Vielen Kindern würde es besser gehen wenn sie mit Liebe und Respekt aufgezogen werden.Egal ob Schwul oder Lesbisch…..Der Schlüssel ist Liebe was Kinder brauchen…..wie vielen Kindern geht es in Hetero Ehen schlecht???????????aber das wird toleriert und wird weg gesehen………Es ist an der Zeit mal etwas zu ändern an diesen beschissenen Gesetzen……wir leben im 20 Jahrhundert….und nicht mehr in der Steinzeit………

  2. Kevin Montany-Jung

    >ich finde es macht in seiner (aus)wirkung einen unterschied, ob der grüne Winfried Kretschmann die haltung „Ich will nicht, dass Schwule Kinder adoptieren“ öffentlich vertritt oder privat ein xyz kassierer/ kassiererin an der aldi kasse oder xyz busfahrer/ busfahrerin oder xyz pförtner pförtnerin usw usw. =?!?! = oder=!?!… im übrigen finde ich, dass adoption so oder so eine ausnahme sein sollte, egal ob für hetero oder schwule paare === wenn politiker sich weltweit dafür einsetzen, dass kriege, mord und totschlag, unfälle, krankheiten usw. (fast) keine adoptionen produzieren, würde sich die frage von allein lösen … im übrigen reduziert sich für homosexuelle eine adoption in der regel quasi nur auf den partner, der ein kind nicht mit in die ehe partnerschaft gebracht hat … ein grüner i.c. spitzenpolitiker man muss also minderheiten wie homosexuelle paare nicht so entwertend/ entwürdigend vor den kopf stossen =!?!?! = denke und finde ich=?!?<

  3. Mike Effey

    Bei solch primitiv-dämlichen Posts krieg ich echt nur noch das Kotzen. Wer dies miteinander vergleicht, will eigentlich nur im AfD-Sinne hetzen.Erbärmlich.

  4. Rainer von Steht

    Man muss aber das Gelabere von Herrn Kretschmann nicht ertragen , er hat auch keine selbstbestimmt Meinung , rk gesteuert , der Mann ist nicht mehr wählbar , so nicht ,entweder oder , schleimen geht nicht


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