Violence

Zahl der homophoben Gewalttaten steigt

15 Prozent mehr Angriffe gegen Lesben und Schwule als im Vorjahr

In den ersten drei Quartalen 2016 gab es in Deutschland fast so viele Gewalttaten und Angriffe gegen LGBTI wie im gesamten Jahr 2015. Auf eine Anfrage von Volker Beck, der die Anzahl dieser Art der Straftat herausfinden wollte,antwortete Ole Schröder, Staatssekretär im Bundesinnenministerium mit 205. So viele Straftaten im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung hat es 2016 bislang gegeben. Das ist im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ein Anstieg um rund 15 Prozent. Eine gewaltige Zahl. Die Zahl der festgenommenen Täter stieg von 86 auf 99. Hätte es insgesamt 15 Prozent mehr Gewalttaten oder 15 Prozent mehr Drogendelikte gegeben, würde das wohl auf den Titelseiten aller Tageszeitungen verhandelt werden. Bei homophober Gewalt ist dem nicht so. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass den insgesamt niedrigen Zahlen der Polizeistatistik nach Meinung vieler Experten eine riesige Dunkelziffer von Taten gegenübersteht, die nicht einmal angezeigt werden.

In Köln und Hamburg, zwei der deutschen Homometropolen, werden nicht einmal Zahlen für Hasskriminalität erfasst

Außerdem werden eine große Zahl von Taten von der Polizei trotz eindeutiger Sachlage nicht als homophobe oder Hassverbrechen eingestuft. Zumal es keine Statistische Kategorie für Gewalt gegen LGBTI gibt, sondern sie nur als Teil von „Politisch motivierter Gewalt” verbucht wird. In Köln und Hamburg, zwei der deutschen Homometropolen, werden nicht einmal Zahlen für Hasskriminalität erfasst. Das allein spricht für eine große Dunkelziffer. In Berlin, wo auch Volker Beck wohnt, wurden 2016 schon 113 Straftaten erfasst. UInd es könne, laut Beck, nicht wirklich so sein, dass „die Hälfte der homo- und transphoben Straftaten allein in Berlin stattfinden”. Vielleicht werden in Berlin auch einfach nur mehr Straftaten gegen und von LGBTI angezeigt, weil es sowohl bei der Polizei wie bei der Staatsanwaltschaft spezielle Ansprechpartner für queere Menschen gibt. Etwas, das Beck auch für andere Regionen fordert. In der Schweiz gibt es längst eine nationale Meldestelle für homophobe Gewalt. (MÄNNER-Archiv)

 Titelbild: Fotolia/Jonathan Stutz

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