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England: Ende des Zölibats für Schwule?

Die Generalsynode wird im neuen Jahr darüber entscheiden

Die anglikanische Church of England hat angekündigt, sich mit dem Zwangs-Zölibat von schwulen Pastoren auseinanderzusetzen. Denn aktuell dürfen anglikanische Priester zwar offen schwul und sogar verpartnert sein, müssen jedoch schwören, auf Sex zu verzichten.

Die Kirche bezieht sich dabei auf Richtlinien aus dem Jahr 1991, in denen es heißt: „Wir müssen deshalb festhalten, dass wir zu dem wohldurchdachten Urteil kommen, dass Geistliche keine sexuell aktiven homosexuellen Beziehungen eingehen dürfen.“ Begründet wird diese Regelung damit, dass man keine Gleichstellung zur Hetero-Ehe anstreben möchte, da diese gemäß Bibel eine besondere Stellung einnimmt.

Erst seit 2005 dürfen schwule Priester der Church of England eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.

Die mögliche Lockerung gefällt nicht allen Kirchenleuten

Die anglikanische LGBTI-Organisation „Changing Attitude“ verweist jedoch darauf, dass viele Bischöfe schwule und lesbische Priester kennen und nichts gegen die Beziehung haben. An sich könnten sie in solchen Fällen ein Disziplinarverfahren gegen sie einleiten.

Das ist eine unserer 7 Fragen zum MÄNNER-Jahresrückblick 2016:

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Hier geht es zu den 6 anderen (MÄNNER-Archiv).

Über eine Lockerung des Zölibats wird die Generalsynode im nächsten Jahr entscheiden. Das stößt jedoch nicht bei allen Kirchenleuten auf Freude. „Das ist eine heikle Lage“, zitiert die Daily Mail einen hohen Kirchenvertreter. „Das bedeutet, dass schwule Priester noch weniger Anreiz haben, zölibatär zu leben. Ich befürchte, dass der nächste Schritt eine Homo-Ehe ist.“

Auch andere anglikanischen Kirchen machen Fortschritte, was die Gleichstellung mit Homosexuellen angeht: So hat die Kanadische Kirche im Juli entschieden, zukünftig auch schwule und lesbische Paare kirchlich trauen zu lassen (MÄNNER-Archiv.)

„Vorübergehend“ Schwule dürfen katholische Priester werden

Am strengsten bleibt einmal mehr die katholische Kirche: Zuletzt bekräftigte ein Schreiben aus dem Vatikan, dass Personen mit „tiefsitzenden homosexuelle Tendenzen” keine Priester werden dürfen (MÄNNER-Archiv).

Der Vatikan hat daraufhin jedoch dementiert, dass schwule Männer grundsätzlich vom Priesteramt ausgeschlossen seien. In der Vatikanzeitung „Osservatore Romano” wurde ein Gastbeitrag veröffentlicht, der eine Einzelfallprüfung fordert. Für wen gleichgeschlechtliches Begehren nur ein „vorübergehendes Phänomen in der Phase des Erwachsenwerdens” gewesen sei, der könne Priester werden, erläuterte der US-amerikanische Theologe Louis Cameli in der Vatikanzeitung. „Diese Unterscheidung erlaubt es den Leitern des Seminars wie dem Kandidaten selbst, herauszufinden, was für ihn wie für die Kirche gut und richtig ist.”

Titelfoto: Shutterstock/Melanie Lemahieu


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