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Italien: „Ein sehr gefährliches Urteil”

Ein italienisches Gericht entzieht einer Mutter das Sorgerecht. Ihr Kind sei "zu ef­fe­mi­niert".

Laut verschieden Medienberichten, soll ein italienisches Gericht einer Mutter ihr Kind weggenommen haben, weil der Junge „zu effeminiert” sei. Die italienische Tageszeitung Il Mattino Di Padova berichtet, dass in der Gerichtsakte geschildert würde, dass der Junge zu verschiedenen Zeitpunkten mit geschminkten Augen, lackierten Fingernägeln und Glitzer im Gesicht zur Schule ging, doch die Mutter behauptet, dass es sich um Halloween-Parties gehandelt habe. In dem Verfahren vor dem Jugendgericht ging es auch um eine Klage gegen den Vater des Jungen wegen sexueller Belästigung (gegen den Jungen). Das Gericht hatte den Vater freigesprochen, obwohl es im Urteil bestätigt, „dass es keinen Grund gibt, den Schilderungen des Jungen zu misstrauen.”

„Es scheint mir eine Diskriminierung zu sein”

Nach den Anschuldigungen des Jungen gegen den Vater, wurde der Junge tagsüber, von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr in die Obhut einer Kommune gegeben, die dann die „effeminiert Verhaltensweisen” des Jungen bemerkten und diese gegenüber dem Jugendamt meldeten. Aufgrund dieser Meldung wurde jetzt der Mutter das Sorgerecht entzogen. „Ich finde die Entscheidung des Gerichts skandalös, ein Kind aus der Obhut der Mutter zu entfernen, nur weil es effeminierte Verhaltensweisen hat”, kommentierte der Fachanwalt für Familienrecht Francesco Miraglia gegenüber Il Mattino Di Padova. „Es scheint mir so, als wäre diese Entscheidung reine Diskriminierung”. Der Anwalt hat Berufung eingelegt.

„Vielleicht weiß bei Gericht ja niemand, dass man schwul oder lesbisch geboren wird”

Monica Cirinnà, die Senatorin des Partito Democratico und Initiatorin des Lebenspartnerschaftsgesetzes in Italien (MÄNNER-Archiv) sagte zu dem Fall: „Wenn dem wirklich so ist, wäre es eine sehr gefährliche Entscheidung“, sagte sie Radio Campus. „In sehr vielen Familien werden Kinder ausschließlich von weiblichen Vorbildern erzogen. Zum Beispiel in meiner Familie, mein Vater war Produktionsleiter und lebte für mehr als zwei Jahre in New York, während meine Brüder und ich bei meiner Mutter und Großmutter groß geworden sind. Vielleicht weiß bei Gericht ja niemand, dass man schwul oder lesbisch geboren wird, die sexuelle Orientierung ist Teil unserer DNA.“

Foto: Shutterstock/Stephen Coburn


1 Kommentar

  1. Culann Brock

    Wenn dem so ist muss ich sagen da haben einige noch riesige Wissenslücken und sollten diese durch Bildung schnellstens ausgleichen. Es ist dabei völlig egal und unerheblich ob der junge schwul oder nicht schwul ist. Das tut nichts zur Sache. Wenn der junge so rum laufen will, soll man ihn bitte schön auch lassen. Jeder Mensch hat das recht auf freie Entfaltung. Wer legt eigentlich immer diese dämlichen Schubladen fest in denen wir denken und handeln sollen? Aber diesen perversen Sack von Vater spricht man frei. Ich glaube es nicht. Ist der junge jetzt auch noch selber schuld daran das sein eigener Vater sich ihm sexuell nähert, weil er sich die Nägel lackiert und Lippenstift auflegt? Was war das für ein Arschloch von Richter. So einer gehört aus seinem Amt entfernt.


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