shutterstock_397682833-e1482280197285

Kinderwunschtage: Wir sind Familie

Eine Messe in Berlin will potentiellen schwulen Vätern zum Kinderglück verhelfen

Es gibt viele Wege, wie man sich als schwuler Mann seinen Wunsch danach, ein Kind großzuziehen, erfüllen kann. Da sind die Nichten und Neffen, denen wir großartige Onkel sein können. Man kann, so wie das viele Männer in Großstädten inzwischen auch tun, Patenkinder haben, die man ein paar Mal die Woche betreut. Im Ausland zu adoptieren kann lange dauern und schwierig sein, aber auch das tun viele schwule Männer inzwischen. Aber, da ist natürlich, so wie bei vielen Heterosexuellen auch, erstmal und oft der Wunsch nach einem eigenen Kind. Jemandem, in dem man sich wiedererkennt, der so lacht wie man selbst, die gleichen Augen wie seine Mutter hat, oder genauso zwei linke Hände, wie einer seiner Väter. Wer das will, will eine Regenbogenfamilie. Die Kinderwunschtage, die erste Messe ihrer Art, tragen dem Rechnung und finden am 18. und 19. Februar 2017 im Mercure Hotel MOA Berlin. Man(n) kann sich unter anderem zu folgenden Themen beraten lassen:

Co-Elternschaft – Mama, Mama, Papa, Kind

Anders als Frauen, die sich durch Insemination mit Spendersamen den Traum vom eigenen Kind  erfüllen können, haben es Männer schwerer. Für schwule Männer gilt: In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Durch die Spende des eigenen Samens können sie ihren Wunsch nach einem leiblichen Kind dennoch verwirklichen. Viele Frauen-Paare nehmen das Angebot des sogenannten Co-Parenting gern an und überlassen dem Spender gerne die Rolle des Vaters. Aber: Hier müssen im Vorfeld Vereinbarungen zum Umgang abgesteckt werden, damit dieses Konstrukt funktioniert.

Leihmutterschaft – Ein anderer Austragungsort

Für viele schwule Paare und Einzelpersonen sind Eizellspende und Leihmutterschaft immer häufiger Alternativen für den Aufbau einer Familie, und eine, wo eine genetische Verbindung möglich ist. Es gibt nur wenige Länder, in denen Ei-Spende und Leihmutterschaft erlaubt ist. Die USA sind das am häufigsten angesteuerte und lang etablierte Ziel. Es ist sicherlich ein teurer Prozess, aber es sind auch viele verschiedene Parteien involviert. Craig Reisser, Internationaler Programmdirektor von Oregon Reproductive Medicine, eine der führenden US IVF Kliniken für Eizellspende und Leihmutterschaft, hat gute Erfahrungen gemacht: Sein Partner und er sind Väter von zwei Söhnen, die durch Eizellspende und Leihmutterschaft geboren wurden. Die beiden Jungen sind Halbbrüder – Craig ist der biologische Vater eines und sein Ehemann des anderen Kindes. „Wir sind überglücklich, beide zu haben und wissen unsere Zeit als Familie zu schätzen. Der Prozess war lang, aber spannend und eine finanzielle Herausforderung, aber jetzt sind wir komplett“, so Craig.

Regenbogenfamilie

Der Begriff der Regenbogenfamilie beschreibt alle homosexuellen Paare, die mit Kindern zusammen leben – sei es mit einem Kind aus einer vorherigen heterosexuellen Beziehung, einem Pflegekind in sogenannter Vollzeitpflege oder durch Adoption als Einzelperson. Laut einer Studie des BMJ haben die meisten lesbischen Mütter leibliche Kinder, während schwule Väter größtenteils Pflegekinder aufnehmen. Nur ein Viertel der Kinder in Regenbogenfamilien wurde in eine Queer-Familie geboren.

shutterstock_oko-laa-610x395

Queer-Familie – Schwul-lesbische Co-Elternschaft

Die gemeinsame Elternschaft lesbischer Frauen und schwuler Männer ist eine weitere Option für gleichgeschlechtlich lebende Familien. Der Vorteil dabei ist, dass die Beteiligung von Behörden oder medizinischen Institutionen nicht nötig ist. Ein Nachteil ist, die fehlende gesetzliche Anerkennung einer solchen Queer-Familie. Die Entwicklung eines Konzepts zur Lösung dieses Problems wird momentan politisch bearbeitet. Weitere Herausforderungen, denen sich Mehrpersonenfamilien stellen müssen, sind emotionale Empfindungen wie das Gefühl das fünfte Rad am Wagen zu sein, gesellschaftlich nicht besetzte Rollen, rechtliche Absicherungen wie das Sorge- und Umgangsrecht sowie Unterhaltsansprüche.

Fazit:

Homosexuelle Frauen und Männer sehen sich mit vielen Problemen konfrontiert, wenn es um Familienplanung geht. Nicht nur gesellschaftliche Vorurteile, sondern auch gesetzliche Hürden erschweren die den Weg zum eigenen Kind. Geld, Durchhaltevermögen und starke Nerven sind Voraussetzungen für die Regenbogenfamilie. Verwirrende oder fehlende Informationen erschweren die Planung zusätzlich. Frauen und Männer mit Kinderwunsch haben die Möglichkeit sich in über 60 Fachvorträgen von „Der Erfüllung des Kinderwunsches für Paare, alleinstehende und lesbische Frauen mit Hilfe von Spendersamen – einfach und seriös“ über „Der unerfüllte Kinderwunsch aus männlicher Sicht“ bis hin zu „Leihmutterschaft – Annäherung an eine in Deutschland verbotene Behandlung“ bei den Kinderwunsch Tagen in Berlin zu informieren.

Über die Kinderwunschtage

Als deutschlandweit erste Publikumsmesse für alternative Familiengründung bieten die Kinderwunschtage (http://www.kinderwunsch-tage.de) all denjenigen ein Forum, die sich informieren, austauschen oder beraten lassen möchten. In über 60 Vorträgen von führenden Fachberatern, Ärzten, Gesundheitsexperten und Organisationen reichen die Themen u.a. von künstlicher Befruchtung, über Samenspende, bis hin zu Möglichkeiten der Adoption und Leihmutterschaft. Aber auch Gesundheits- und Sportthemen sowie der individuelle Erfahrungsaustausch von Besuchern finden ihren Platz.

Die Kinderwunschtage finden am 18. und 19. Februar 2017 im Mercure Hotel MOA Berlin statt und werden vom britischen Veranstalter für Gesundheitsmessen f2f events ausgerichtet. Tickets sind im Online-Vorverkauf sowie vor Ort ab 20 Euro (Einzelbesucher) bzw. 30 Euro (Paarticket) und als Weekend Pass erhältlich.

Titelfoto: Shutterstock/Monkey Business Images/oko-la

MÄNNER verlost 10 x 2 Freikarten für die Messe, für alle, die eine Regenbogenfamilie gründen, oder sich beraten lassen wollen. Die ersten zehn LeserInnen* die sich auf kinderwunsch-tage.de/kostenlos-tickets/maenner-magazin anmelden, bekommen ihre Karten kostenlos.


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close