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82,6 % der Deutschen für Eheöffnung

Und auch das Adoptionsrecht befürworten 75,8 Prozent aller Befragten

Ja, es stimmt: Die gestern von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentlichten Ergebnisse ihrer Befragung zu „Einstellungen gegenüber Lesben, Schwulen und Bisexuellen in Deutschland” enthält eine ganze Reihe negativer Ergebnisse. Gleichgeschlechtliche Paare sind für viele immer noch kein selbstverständlicher Teil des Straßenbildes. 27, 5 Prozent der 2000 Befragten empfinden zwei sich öffentlich küssende Frauen als unangenehm, bei zwei Männern ist es sogar deutlich mehr als jeder Dritte. (38,4 Prozent). Allerdings kann man davon schon wieder die 10 Prozent abziehen, die auch heterosexuelle Zärtlichkeiten unpassend für die Öffentlichkeit finden. Jeder Zehnte (9,7 Prozent) findet Homosexualität unmoralisch, fast jeder Zweite „widernatürlich” (18,3 Prozent). Macht zusammen schon fast die 27 Prozent, die was gegen sich öffentlich küssende Frauen haben.

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Ein Viertel (26,3 Prozent) aller Befragten finden, dass Homosexualität zuviel Medienaufmerksamkeit erfährt und bei den 43,8 Prozent der Befragten, die finden Homosexuelle machten „zuviel Wirbel” um ihre Sexualität brechen sich die Vorurteile über LGBTI, ihren Sexualleben und ihren Umgang damit dann völlig Bahn. Das ist wahr, das ist alles nicht schön. Auch wahr, und unter politischen Gesichtspunkten komplett begrüssenswert ist aber, dass eine absolute Mehrheit der Deutschen weder mit der Eheöffnung noch mit dem Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare auch nur das geringste Problem haben. 75,8 Prozent finden, dass gleichgeschlechtlichen Paaren das Adoptionsrecht zusteht. Das die den Bund fürs Leben eingehen können sollten, befürworten sogar 82,6 Prozent.

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Der offen schwule CDU-Abgeordnete Jens Spahn sagte in den ARD-Tagesthemen gestern Abend (MÄNNER-Archiv): „Genauso wie wir in der Studie sehen, dass sich in den letzten zehn Jahren eine neue Gelassenheit, eine neue Selbstverständlichkeit im Umgang mit Homosexualität, mit Schwulen und Lesben bei ganz vielen Deutschen ergeben hat, so bin ich auch sicher, dass wir beim Thema Eheöffnung ja schon weit gekommen und auch in den nächsten Jahren, noch in diesem Jahrzehnt, die rechtliche Öffnung sehen werden.“ (Bisher blockiert die CDU regelmäßig eine Eheöffnung – MÄNNER-Archiv.) Es ist ein wenig ärgerlich, dass Spahn so tut, als wären dies brandneue Entwicklungen und nicht einfach zugibt, dass die C-Parteien selbst vielen ihrer eigenen Wähler in Fragen der Menschenrechtspolitik gnadenlos altmodisch vorkommen müssen.

Foto: Shutterstock/ArrowStudio; Grafiken: Facebook/Antidiskriminierungsstelle des Bundes

 


8 Kommentare

  1. Andreas Michael

    wo ist das das Problem. Schönes Paar, herrlicher Hintergrund. ACHSO -> weil es zwei Kerle sind. Ich nicht. Ergänzung: niemand kann es sich aussuchen, wie ihn die NATUR schafft und in wen er sich verliebt. Nur sollten mehr Menschen öffentlich sich dazu bekennen, dann würde vielleicht der HASS gegen solche Menschen auch aufhören.

  2. Robert Tamborilero

    Die Menschen sollten anfangen sich zu fragen wieso sie damit ein Problem haben aber das ist eine zu hohe Anforderung an den Geist! Lieber mitmischen und hassen als Verständnis aufbringen….


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