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Abspecken in Rekordzeit

Fettabsaugen war gestern. Mit einem Laser geht das auch schneller

Andreas Kreuer müsste nicht hier sein. Der 32-Jährige, Piercing im Ohr, graue Sneaker, enge Jeans, schmächtiger Körperbau, lässt sich von einem Arzt behandeln, obwohl er kerngesund ist. Doch der selbstständige Friseurmeister ist mit seinem Bauch, der eher ein Bäuchlein ist, unzufrieden. „Was weg muss, muss weg“, sagt Andreas ganz entspannt. „Früher hatte ich einen Sixpack, dann habe ich zugenommen. Der Bauch stört einfach.“  Er habe sich nicht mehr wohl gefühlt und deshalb im Internet nach Möglichkeiten gesucht, das Fett loszuwerden.

Ganz ohne Operation, schmerzarm, in nur 25 Minuten

Dabei ist er auf die Praxis von Dr. Niels Freitag in Hürth bei Köln gestoßen. Er bietet das Verfahren SculpSure an: Dabei erwärmen Diodenlaser das Fettgewebe auf 42 bis 47 Grad. Das bringt die Fettzellen zum Schmelzen, der Körper baut sie nach und nach ab. Ganz ohne Operation, schmerzarm, in nur 25 Minuten. Die Wärme regt zudem die Kollagen- und Elastin-Produktion an. Das strafft das Gewebe zusätzlich. Bis zu 24 Prozent des behandelten Fettgewebes können reduziert werden, erklärt Dr. Niels Freitag seinen Patienten im Vorgespräch. Weil die vier Laser-Applikatoren flexibel sind, können sie in jedem Bereich angelegt werden, egal ob am Bauch oder am Oberschenkel, gegen Rettungsringe bei Männern oder BH-Röllchen bei Frauen.

„Wir setzen es bis zu einem BMI von 30 ein, danach macht es keinen Sinn mehr.“

„Trotzdem wird dadurch niemand zum Calvin-Klein-Wäscheshooting eingeladen“, sagt der Arzt. „Das Verfahren kann weder eine Operation noch gesunde Ernährung oder Sport ersetzen“, betont er. Überhaupt sei SculpSure nicht für dicke Menschen geeignet, da es nur lokale Fettpolster reduzieren kann. „Wir setzen es bis zu einem BMI von 30 ein, danach macht es keinen Sinn mehr.“ Menschen mit einem BMI ab 30 und aufwärts gelten laut Weltgesundheitsorganisation als behandlungsbedürftig. Deshalb sei Andreas Kreuer auch der „ideale Kandidat“, aber auch eine Ausnahme unter den Patienten: „Jemand, der sich an Kleinkram stört. Er hat ein lokales Fettpolster, das trotz Sport nicht verschwinden will. Ein Luxuspatient.“

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Das wird besonders deutlich, als Andreas vor der Behandlung für eine medizinische Körperanalyse auf eine spezielle Waage steigt. Der angeschlossene Drucker druckt ein buntes Blatt voller Zahlen, Daten und Diagrammen aus. Andreas ist 32 Jahre alt, 1,69 Meter groß, wiegt 54 Kilogramm. Das ergibt einen Body Mass Index von 18,9. Untergewicht. Auf einer Skala ordnet ihn die Waage als „fettarm/muskulös“ ein. Sein Hüftumfang beträgt 81 Zentimeter. „Das ist gar nichts“, sagt Niels Freitag, lacht kurz, und führt seinen Patienten in den Behandlungsraum. Andreas legt sich auf die Liege und krempelt sein T-Shirt hoch. Niels Freitag legt ihm eine Art Gurt um den Bauch, auf dem er anschließend die vier Laserapplikatoren befestigt. Der Anästhesist startet den Laser. „Ich merke noch gar nichts“, sagt Andreas. Das Gerät piepst regelmäßig und brummt langsam vor sich hin. Andreas fühlt jetzt „ein leichtes Kribbeln“. SculpSure ist ein schmerzarmes Verfahren. Obwohl der Laser seine Fettzellen erwärmt, spürt Andreas davon wenig. Seine Haut wird gleichzeitig gekühlt.

Wenn ich das machen möchte, dann soll ich das machen, hat er gesagt

Seit Mitte 2016 setzt Niels Freitag den Fett-weg-Laser, der aus den USA kommt, in seiner Praxis ein. Die Food and Drug Administration, „die den Ruf hat, die strengste Zulassungsbehörde der Welt zu sein“, hat das Gerät zugelassen. „Das ist wie ein Gütesiegel.“ Der Friseurmeister trägt einen Ring am Finger. Ob sein Partner von der Behandlung mit dem Fett-weg-Laser weiß? „Ja“, antwortet er. „Wenn ich das machen möchte, dann soll ich das machen, hat er gesagt.“ Sein restliches Umfeld ist nicht eingeweiht. „Ich hänge sowas nicht an die große Glocke.“ Andreas hofft trotzdem, dass seine Kumpels das Ergebnis bemerken. „Ich bin ja schon immer sehr pingelig mit mir selbst“, gibt er zu. „Und ich denke, dass man auch ein anderes Auftreten hat, wenn man sich wohler fühlt.“ Seit er sich mit seinem eigenen Salon selbstständig gemacht hat, treibt er weniger Sport. Dennoch versucht er, viermal die Woche reiten zu gehen, „am besten aber täglich.“ Seit sechs Jahren besitzt er einen englisch gezogenen Wallach, erzählt er stolz.

Wie man sieht, sieht man nichts.

Niels Freitag fragt immer wieder, ob es für Andreas noch angenehm ist, was dieser bejaht, woraufhin der Arzt die Stärke des Lasers leicht erhöht. „Zwei Minuten noch“, sagt der Arzt schließlich. Nach insgesamt 25 Minuten nimmt er Andreas die Laser ab. „Wie man sieht, sieht man nichts.“ Die Behandlung hinterlässt keine Spuren – noch. In sechs Wochen soll Andreas erste Ergebnisse sehen. Dann hat sein Körper damit begonnen, die zerstörten Fettzellen abzubauen. Es folgt eine zweite Behandlung, wieder 25 Minuten. Weitere sechs Wochen später sollen die Fettzellen verschwunden sein, dann ist das Gesamtresultat sichtbar. „Es ist nichts für Ungeduldige“, sagt Niels Freitag. 90 Prozent der Patienten sind mit dem Ergebnis zufrieden. Jeder Laser kostet pro Einsatz 250 Euro. Das heißt, dass Andreas insgesamt 2000 Euro bezahlt. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht. Der Arzt weist seinen Patienten noch darauf hin, in nächster Zeit viel zu trinken und die behandelte Stelle ein bisschen zu massieren. Solarium und Sonnenbaden sind in den nächsten sieben Tagen tabu. Dann geht Andreas Kreuer nach Hause. Morgen wird er wieder im Salon stehen. „Ja, es ist eine Behandlung für die Mittagspause“, sagt der Arzt, als Andreas durch die Tür geht.

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Foto: Fabian Schäfer


37 Kommentare

  1. Kay Jesko

    Eine Gesellschaft – hier: Community -, in der Untergewichtige meinen, sich beim Arzt ihr Fett wegmachen zu lassen, hat ein ganz anderes Problem als Fett!

  2. Dennis Hirt

    So ein Schwachsinn… Liebe Leute, die ihr darüber ernsthaft nachdenkt: Geht für das Geld lieber ins Gym und ernährt euch gescheit oder kauft euch ein Joggingoutfit und geht täglich eine Runde joggen/walken/laufen!! Der einzige der von dem Quatsch was hat, ist der Besitzer des Lasergeräts: er bekommts bezahlt und verdient sich danach ein goldenes Näschen an euch… Das ist nur Geldmacherei und der Effekt (wenn’s ihn denn gibt) wird nicht lange halten… Ein Laser ersetzt nicht die für eine gesunde, fitte Lebensweise erforderliche Disziplin!!

  3. Urs Willy Schmidlin

    wem mein bauch nicht passt solls vergessen wegen dem lauf ich weder einem laser noch sonst einem nach bei mir motzen eh alle ab meinem alter aber komischerweise nur die internetfeiglinge

  4. Jens Crow

    Das ist wie die krypodialyse. Diese macht genau das gleiche mit Kälte. Dabei werden die fettzellen auf -4 bis -6 Grad runter gekühlt. Dadurch Plätzen sie und der Körper baut die zerstörten Zellen ab. Dadurch kann man bis ca. 20 % fett verlieren am dieser Stelle

  5. Georg Seeber

    Bauch Fett bekommt man nicht so einfach mit Sport weg, und wenn muss man sich 100 % mit der Ernährung einschränken, denn die Fettzell sind ca 7 Jahre in lauer Stellung und werten sofort bei Sündigen verhalten wie Weihnachten usw aktiviert, bei dieser Methode wie auch mit Kälte werden die Fett Zellen vernichtet und werden von Körper aus geschieden, ich würde das im betracht ziehen, und man kann das nur machen wenn man nicht zu Übergewichtig ist, eigentlich nur ein Bauch Problem hat.

  6. Dennis Hirt

    Felix Suckut => deswegen sagte ich ja „oder für ein Joggingoutfit”… Du kannst auch ein selbstentwickeltes Homeprogramm in Unterhosen machen… Sollten einfach nur Alternativbeispiele sein 😉

    Georg Seeber => Ernährung 100% einschränken ist Quatsch und von einfach hat auch keiner gesprochen. Ich sagte ja es benötigt Disziplin und die kann man sich weder kaufen noch einlasern lassen. Wenn du das Geld zuviel hast, kannst du es ja ausgeben – steht dir ja frei was du mit deiner Kohle machst… Ich sage nur als langjähriger Sportler: es gibt definitiv günstigere und wirksamere Wege – nur muss man eben Geduld haben und Disziplin erlernen… There are no easy ways!! 😉

  7. Norman Klötzer

    Zu dieser Behandlung gehört aber auch regelmäßiges training. Die abgestorbenen fett Zellen werden ausgeschieden, aber um das Ergebnis perfekt zu bekommen, gehört sport mit dazu

  8. Culann Brock

    Für so was gebe ich kein Geld aus. Es geht auch so es ist nur langwieriger und man muss sich disziplinieren. Zudem mache ich das für mich und sonst niemanden wer mich so nicht mag bekommt mich auch nicht ohne Bauch. Jeder soll so Leben wie er mag so lange er sich wohl fühlt dabei. Ich fühle mich mit meinem kleinen Bauch nicht wohl also ändere ich was daran. ☺

  9. Krzystof Soltys

    Wenn man unter der Woche 12 Stunden arbeiten muß dazu eine Familie hat und am Wochenende das aufholt was liegen geblieben ist unter der Woche dann fehlt einfach die Zeit.


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