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Angriff auf Wiens LGBTI-Zentrum

Es ist der dritte Fall von homofeindlichen Beschmierungen

„Ubij Pedera“ steht an der Wand der „Türkis Rosa Lila Villa“, Wiens LGBTI-Community-Zentrum. „Tötet Schwule“, bedeuten die serbischen Worte auf Deutsch. Dazu wurde das Tschetnik-Zeichen, ein Kreuz mit vier kyrillischen „S“, das vor allem von serbischen Nationalisten verwendet wird, an die Hauswand gesprüht. Von dem Angriff, der Ende Dezember stattfand und erst jetzt bekant wurde, berichtet die Wiener „Bezirkszeitung“.

Es ist nach ähnlichen Vorfällen im September 2014 und im Oktober 2015 bereits das dritte Mal, dass das LGBTI-Zentrum homofeindlich auf Serbisch beschmiert wurde. Deshalb verzichtet die „Türkis Rosa Lila Villa“ dieses Mal auf eine Anzeige. Denn das habe schon in den Fällen zuvor keine Wirkung gezeigt.

Regelmäßig homofeindliche Beleidigungen

Stattdessen fanden die Bewohner einen kreativen Umgang mit den Schmierereien: Sie wurden mit buntem Klebeband unkenntlich gemacht. „Wir haben es nicht ganz verschwinden lassen, denn die Menschen sollen sehen, welche Angriffe hier passieren“, sagt eine Hausbewohnerin der „Bezirkszeitung“, die aufgrund der Drohungen nicht mit Namen genannt werden möchte. (In Österreich hat im November das erste homosexuelle Paar ein Kind adoptiert – MÄNNER-Archiv.)

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Das Tschetnik-Zeichen wurde mit buntem Klebeband überklebt. Foto: Facebook

Solcher Vandalismus ist nicht das einzige Problem der Hausbewohner.  Mehrfach pro Woche würden Menschen, die aus dem Haus kommen oder es betreten, beschimpft, erzählt die Bewohnerin. Zum Teil geschehe dies sogar aus fahrenden Autos heraus. „Es passiert auch regelmäßig, dass die Tür aufgerissen wird und homophobe Beschimpfungen hereingerufen werden.”

„Das hat in Wien keinen Platz“

Es herrsche jetzt eine latente Angst vor weiteren Angriffen, sagte sie. Doch man wolle sich nicht einschüchtern lassen. „Unser Haus ist ja bewusst von außen als Community-Zentrum erkenntlich und dadurch ein leichtes Ziel für hasserfüllte Aktionen, das ist uns klar. Aber wir wollen uns nicht verstecken, sondern vielmehr die Solidarität der Öffentlichkeit spüren.” (In Wien findet 2019 der Europride statt – MÄNNER-Archiv.)

Der offen schwule Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (SPÖ) verurteilte den Angriff auf Facebook: „Es darf keine Gewalt oder Mordaufrufe geben. Das hat in Wien keinen Platz. Denn in unserer Stadt leben unterschiedlichste Menschen friedlich zusammen. Es muss weiterhin ein akzeptiertes Miteinander, in dem jede und jeder das eigene Leben so leben kann, wie sie oder er es wünscht, geben.”

Titelfoto: Screenshot/Facebook


3 Kommentare

  1. Robert Gieseler

    das hat ja leider traurige Tradition in Wien: erst im September 2014 wurde das Gebäude ähnlich beschmiert – wieder in Bosnisch/Serbokroatischer Sprache – damals wurde sogar die Deutsche Übersetzung gleich mitgeliefert…


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