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Anne Rice: „Ich fühle mich schwul”

Die 75-Jährige Bestsellerautorin sagt, sie sei so empfindsam wie ihre schwulen Fans

Als vor 30 Jahren „Interview mit einem Vampir” zum ersten Mal auf Deutsch erschien, kannten Anne Rice in Deutschland nur eingefleischte Fans von Vampirromanen. Aber spätestens mit dem gleichnamigen Film mit Tom Cruise, Brad Pitt und Kirsten Dunst wurde Rice auch bei uns das, was sie inzwischen überall auf der Welt ist: sehr bekannt und sehr beliebt, besonders unter LGBTI-Lesern. Denn die Bestseller-Autorin aus New Orleans hielt mit ihrer Liebe für eben diese LeserInnen* nie hinter dem Berg. Was daran liegen könnte, dass sie selbst ein schwules Kind hat, ihren Sohn Christopher, der ebenfalls Schriftsteller ist. Oder daran, dass ihre Vampire Louis und Lestat mit ihrer Vampirtochter Claudia sowas wie eine der ersten Regenbogenfamilien der Literaturgeschichte sind. Oder daran, dass Rice selbst denkt und fühlt wie ein schwuler Mann.

„Ich habe mich schon immer für die Menschenrechte von LGBTI  eingesetzt”

Das gibt sie in einem neuen Interview ganz offen zu und stellt es als klaren Vorteil heraus. Die 75-Jährige ist derzeit auf Promo-Tour für das neueste Werk aus der „Chronik der Vampire”, den zwölften Teil: „Lestat und die Küste von Atlantis”. In dem sie endlich erklärt, von wem ihre Vampire eigentlich abstammen und warum sie so sind, wie sie sind. Im Gespräch zum Buch mit der Internetseite The Daily Beast, spricht Rice offen über ihre schwule Empfindsamkeit. Sie sagt: „Ich habe mich schon immer für die Menschenrechte von LGBTI eingesetzt und ihr Kunstverständnis hat mich sehr beeinflusst. Da klickt einfach was in mir. Ich habe das Kunstverständnis eines schwulen Mannes. Meine schwule Freunde machen sich deswegen immer über mich lustig, weil wir genau das Gleiche aufregend oder interessant finden. Es fällt mir oft schwer, mich daran zu erinnern, dass ich ein anderes Geschlecht habe, oder dass sie mich aufgrund dieses Geschlechts anders behandeln könnten.”

„Als mir Menschen zum ersten Mal erklärt haben, dass man ‘Interview mit einem Vampir’ auch als schwule Familiengeschichte lesen kann, hat mir das sehr gefallen”

Und weiter: „Als mir Menschen zum ersten Mal erklärt haben, dass man „Interview mit einem Vampir” auch als schwule Familiengeschichte lesen kann, hat mir das sehr gefallen und ich fühlte mich geehrt. Ich glaube, meine Gefühlswelt ist schwul, ich fühle mich auch schwul, weil ich längst jenseits der Geschlechtergrenzen lebe und Liebe als etwas betrachtet, das weit über Geschlechtergrenzen hinausgeht. In meinen Bücher habe ich Liebe immer als etwas dargestellt, das mit Geschlecht nichts zu tun hat.”

” Ich finde, das kann ein fabelhaftes, großartiges Drama werden”

Außerdem kündigte Rice an, dass die „Chronik der Vampire” bald eine so opulente Fernsehserie wie „Game of Thrones” werden könnte: „Wir besitzen die Filmrechte an den Büchern wieder und wir arbeiten an den Drehbüchern. Ich fand immer, dass sie ins Fernsehen gehören. … „Game of Thrones” ist gerade die große Fantasy-Serie, weil die Produzenten sich darauf eingelassen haben, die Bücher wirklich als das zu verfilmen, was sie sind, und sie genauso auf die Bildschirme bringen wollen. Das wollen wir für „Chronik der Vampire” auch. Wir beginnen im 18. Jahrhundert und damit, wie Lestat zum Vampir wird und folgen dann seiner Geschichte. Ich finde, das kann ein fabelhaftes, großartiges Drama werden.”

Foto: Imago/ZUMA Globe


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