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Ein Kuss von rechts

Einer der küssenden Männer im Homo-Mahnmal in Berlin ist ein dänischer Rechtsnationaler

Einer der Männer, die in dem Film in dem sich zwei Männer ununterbrochen küssen, im Berliner Denkmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus, zu sehen ist, ist der schwule dänische Designer Jim Lyngvild, der in seinem Heimatland „als Medienpersönlichkeit bereits mehrfach durch rassistische, sexistische und homophobe Äußerungen auffällig geworden” sein soll. So berichtet es das Berliner Stadtmagazin Siegessäule auf seiner Internetseite. Ein dänischer Tourist hätte die Redaktion darauf letzte Woche, nach einem Besuch des Denkmals, hingewiesen. Allerdings sei Lyngvild bei der Erstellung des Videos vor zehn Jahren noch nicht als rechtskonservativ in Erscheinung getreten.

Elmgreen&Dragset ließen den Film von anderen drehen und besetzen

Das von dem dänisch-norwegischen Künstlerduo Elmgreen&Dragset entworfene Denkmal ist ein 3,60 Meter hoher und 1,90 Meter breiter Betonquader im Berliner Tiergarten, an dem eine Gedenktafel in deutscher und englischer Sprache angebracht ist. Durch eine verglaste Öffnung im Denkmal, kann man als Besucher einen Film betrachten, der wenige Minuten dauert. Das in Endlosschleife vorgeführte Video sollte eigentlich alle zwei Jahre gewechselt werden, dies geschah aber nur ein einziges Mal, 2014. Den neuen Film mochte die meisten nicht, deswegen ist im Inneren des Denkmals jetzt weiter der Film zu sehen, der zwei küssende Männer im schwarz-weißen Parkgelände zeigt. Dieser Film läuft schon seit der Einweihung 2008. Er war das Originalkonzept der Künstler Elmgreen&Dragset.

Die Künstler ließen wissen, sie seien geschockt

Den (immer noch) aktuellen Film erstellten aber nicht die Künstler selbst, sondern ließen ihn durch eine dänische Filmproduktionsfirma und Castingagentur produzieren und besetzen, die Jim Lyngvild als Darsteller engagiert hatte, einfach als Schauspieler. Auf Nachfrage des Magazins äußerten sich Elmgreen&Dragset entsetzt über den Verdacht, befragten die Produktionsfirma und bestätigten danach, dass die Person im Video wirklich Jim Lyngvild ist. Die Künstler ließen wissen, sie seien geschockt und würden sich „deutlich von den Äußerungen und Positionen Lyngvilds distanzieren”.

Foto: Von Times – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4586620


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