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John Hurt gestorben

Der TEDDY-Preisträger war Quentin Crisp in "Wie man sein Leben lebt" und ein Idol für viele LGBTI

Gestern verstarb der britische Charakterdarsteller John Hurt. Bei ihm war 2015 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Hurt wurde in „Ein Mann für jede Jahreszeit” 1966 zum Star und spielte danach in über hundert Filmen mit, unter anderem in der „Alien”-Triologie, „1984” und „The Elephant Men”, für den er mit vielen wichtigen Filmpreisen geehrt wurde. Der jüngeren Generation war Hurt als Mr. Ollivander bekannt, der Betreiber des Ladens, in dem „Harry Potter” in den Filmen seine Zauberstäbe kauft und der ihm beim Kampf gegen Voldemort zur Seite steht.

Seine vielleicht bekannteste Rolle war Quentin Crisp in „The Naked Civil Servant – Wie man sein Leben lebt”

Seine vielleicht bekannteste Rolle war Quentin Crisp in „The Naked Civil Servant – Wie man sein Leben lebt”. Als der Film 1975 in die Kinos kam und ein riesiger Erfolg war, hatte Hurt so oft gehört, dass er auf keinen Fall einen schwulen Mann spielen sollte, weil das schlecht für seine Karriere sei, dass er darüber nur noch lachen konnte. „Alle rieten mir davon ab. ‘Du wirst dich ruinieren.’ ‘Jetzt gehst Du zu weit’, ‘Man wird dich nur noch als Schwulen besetzen’ etc. Zu der Zeit war das ein absoluter Skandal. Ich bekam unglaublich viel Post.”

„Für mich war es faszinierend, wie viele Männer mit diesem Geheimnis hatten leben müssen”

Aber vielleicht nicht die, die man hätte erwarten können. „Viele waren sehr dankbar. Für mich war es faszinierend, wie viele Männer mit diesem Geheimnis hatten leben müssen.” Eine seine nächsten Rollen war der schwule Kultfilm „Midnight Express”, für den Hurt eine Oscarnominierung bekam.  2009 war er im zweiten Teil von Quentin Crisps-Filmbiografie „An Englishman in New York” zu sehen und bekam für diese Darstellung einen von seinen vier BAFTAS und den Spezial-TEDDY der Berlinale. 2015 wurde Hurt von Queen Elizabeth II zum Ritter geschlagen. Als er seine Krebsdiagnose bekam und zu seinen Gedanken über den Tod befragt wurde, sagte er: „Ich mache mir da nicht so viele Gedanken. Ich hoffe, meine Moleküle werden in dem Moment den Mut haben, zu sagen: ‘Jetzt aber husch, lasst uns etwas anderes werden.'”

Foto: Hurt als Quentiun Crisp in „An Englishman in New York” (Momentum Pictures)


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