shutterstock_410031595

Kein Anti-Trans*-Gesetz in Indiana

Die Republikaner ziehen einen diskriminierenden Gesetzentwurf zurück

Eine Gesetzesinitiative im US-Bundesstaat Indiana, die vorsah, dass Transsexuelle ihr Geschlecht auf ihren Geburtsurkunden nicht mehr ändern können, ist von den regierenden Republikanern verworfen worden. Cindy Kirchhofer, die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Senat von Indiana, gab am Wochenende bekannt, dass sie dem Gesetzesvorschlag keinen Platz einräumen wird, um vor den Kammern des Senats diskutiert zu werden. LGBTI-Aktivisten hatten gegen die Gesetzesinitiative scharf Protest angemeldet. Sie sei ein „von kleingeistiger Politik“ entwickelter Racheakt an der LGBTI-Community, die das Potential habe, Transsexuellen und Transgendern enorme Schwierigkeiten zu machen.

Das Gesetz leugne „Existenz von Transgendern“

Das Gesetz leugne „Existenz von Transgendern“ und würde verhindern, dass Transsexuelle „die Identität leben, von der sie wissen, dass sie die ihre ist“, sagte ein Vertreter der LGBTI-Organisation Freedom Indiana vor der Presse. Entworfen worden war das Gesetz vom republikanischen Abgeordneten Bruce Borders. Der sagte nach Kirchhofers Bekanntmachung, er hätte die Kontroverse um seinen Vorschlag nicht beabsichtigt. „Ich möchte nur, dass öffentliche Dokumente genau sind.“ Borders erläuterte, sein Gesetz hätte keinen Einfluss darauf gehabt, wie die Pässe, Führerscheine oder andere Personaldokumente von Trans* ausgesehen hätten. Und auch Geburtsurkunden hätten geändert werden können, wenn ein administrativer Fehler vorläge und ein Chromosomentest das Geschlecht einer Person bestätigt hätte. Auch Borders wird wissen, dass eben der bei Trans* nicht möglich ist.

Eine Geburtsurkunde zu haben, die nicht dem gelebten Geschlecht entspricht, setzt eine Trans-Person Gefahren aus

Schon im letzten Jahr war Borders dadurch aufgefallen, dass er einem Gesetz seine Unterstützung verweigert hatte, die Geschlecht und sexuelle Orientierung als zu schützende Kategorien in die Antidiskriminierungsgesetze des Bundesstaates aufgenommen hätte. Seine Begründung: das würde, seiner Meinung nach, die Religionsfreiheit einschränken. Auch fand er, die Sprache in Bezug auf Geschlecht sei „problematisch“ und außerdem hätte er Sorgen, Menschen könnten ihr Geschlecht als „fließend“ auffassen. Theo Ciccarelli vom LGBT Projekt „Indiana Legal Services“ kommentierte: „Eine Geburtsurkunde zu haben, die nicht dem gelebten Geschlecht entspricht, setzt eine Trans-Person Gefahren aus, die bis zu Leib und Leben gehen können.“  Erst vor zwei Wochen war ein Transjunge von den Pfadfindern ausgeschlossen worden, weil seine Geburtsurkunde nicht seinem Geschlecht entsprach. (MÄNNER-Archiv)

Foto: Shutterstock/J. Bicking

 


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close