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Libanon: Großer Schritt für LGBTI

Ein Richter hat in einem Urteil Homosexualität zum Teil der "persönlichen Freiheiten" erklärt

Ein Richter in Beirut hat in einem wegweisenden Urteil entschieden, dass Homosexualität keine Straftat ist. Richter Rabih Maalouf erklärte, dass „Homosexualität eine persönliche Entscheidung ist, keine Tat, für die man bestraft werden sollte“. Das Urteil berief sich auf Artikel 183 des libanesischen Gesetzeskodexes. „Ein Akt der das Ausüben eines Rechtes beinhaltet und bei dem keinerlei Nachteile entstehen, darf nicht als Straftat angesehen werden.“ Heißt: Solange niemand zu Schaden kommt, dürfen Erwachsene nach Ansicht des Richters auch homosexuell sein. Das Urteil bildet einen Präzedenzfall, auf den sich zukünftige Urteile beziehen werden.

Artikel 534 des libanesischen Strafgesetzbuches verbietet sexuelle Beziehungen, weil sie „widernatürlich“ seien

Artikel 534 des libanesischen Strafgesetzbuches verbietet sexuelle Beziehungen, weil sie „widernatürlich“ seien. Dieses Gesetz ist oft benutzt worden, dass damit homosexuellen Handlungen quasi verboten wurden. Aber schon im Dezember 2009 und im Januar 2014 entschieden libanesische Gerichte, dass homosexueller Geschlechtsverkehr nicht widernatürlich sei, und somit auch nicht illegal.

Die Höchststrafe für Homosexualität im Libanon ist ein Jahr Gefängnis, im besten Falle ergeht ein Bußgeld. Allerdings ist schon seit einigen Jahren niemand mehr nach Artikel 534 verurteilt worden. Das Gesetz wird allerdings von der Polizei nach wie vor dazu benutzt, die kleine LGBTI-Community, die sich beispielsweise in Beirut etabliert hat, einzuschüchtern und ihr Schwierigkeiten zu machen. Betroffene werden auf rosa Listen registriert.

75,9 Prozent glauben, dass es nicht vorteilhaft für Gesellschaften ist, Homosexuelle zu akzeptieren

In einem Bericht von 2015, der unter dem Titel „As Long As They Stay Away“ („Solange sie mich in Ruhe lassen“) veröffentlicht wurde, wird gesagt, dass 64,6 Prozent der Bevölkerung dagegen sind, Homosexualität gesellschaftlich anzuerkennen. 75,9 Prozent glauben, dass es nicht vorteilhaft für Gesellschaften ist, Homosexualität zu akzeptieren, über 50 prozent glauben, dass das sehr schädlich wäre. Aktivisten feierten die Entscheidung des Gerichts.

Und natürlich gibt es offen schwule Promis: Die Band Mashrou’ Leila gibt es seit acht Jahren. Den Release ihres aktuelles Albums „Ibn el Leil“ (Sohn der Nacht) feierten sie auf MTV Libanon und schafften es als erste Gruppe aus dem Nahen Osten auf das Cover des „Rolling Stone“ – und im Juli 2016 zierte Sänger Hamed Sinno das Cover der MÄNNER 7.2016.

Bild: Twitter/LGBTQ Libanon


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