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München hilft LGBTI-Geflüchteten

Auch in der bayrischen Landeshauptstadt wird es bald eigene Wohnungen für queere Geflüchtete geben

Der Sozialausschuss des Münchener Stadtrates hat am Donnerstag entschieden, dezentrale Unterkünfte für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche Asylsuchende einzurichten. Nachdem die Stadt zum Schutz von alleinstehenden geflüchteten Frauen bereits einige Wohnobjekte eingerichtet hat, hat er sich in der heutigen Sitzung mit der geschützten Unterbringung von Flüchtlingen befasst, die aufgrund ihrer sexuellen Identität verfolgt werden. Die Stadtverwaltung folgt in ihrer Beschlussvorlage der Intention eines Antrags der Fraktion Die Grünen – rosa liste, die bereits vor einem Jahr auf die Problematik hingewiesen hatte. Das Sozialreferat wird in einem ersten Schritt Zwischennutzungsobjekte zur Verfügung stellen, in denen LGBT*-Geflüchtete Aufnahme finden können, wenn sie es wünschen. Nach Erfahrungen anderer Städte ist mit einer steigenden Nachfrage zu rechnen.

„In den Sammelunterkünften sind LGBTI keineswegs sicher“

Die grüne Stadträtin Lydia Dietrich, die auch Mitglied des Runden Tisches für Lesben, Schwule und Transgender ist, sagte: „LGBT* Geflüchtete befinden sich aufgrund ihrer sexuellen Identität in einer besonders prekären und bedrohten Situation. Zunächst sind sie in ihren Heimatländern von Verfolgung und Gewalt bedroht, ebenso werden gerade lesbische Frauen auf der Flucht Opfer von sexueller Gewalt. In den Sammelunterkünften sind sie keineswegs sicher, sondern wieder von Stigmatisierung und Diskriminierung betroffen. Daher sind eigenständige Unterkünfte dringend erforderlich.“

„In Deutschland wird die Einhaltung der Menschenrechte unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität garantiert.“

Stadtrat Thomas Niederbühl stimmte ihr zu und hatte eine zusätzliche Forderung: „In Deutschland wird die Einhaltung der Menschenrechte unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität garantiert. Wir stehen daher in der Pflicht, Lesben, Schwulen und Transgender mit Angeboten zur gesonderten Unterbringung vor Anfeindungen und Gewalt zu schützen, denen sie in den Sammelunterkünften regelmäßig ausgesetzt sind. Darüber hinaus brauchen wir dringend Bildungsangebote, um homo- und transphoben Tendenzen bei Geflüchteten entgegenzuwirken.“

„Als LSVD Bayern begrüßen wir ausdrücklich die Entscheidung des Stadtrates“

Der LSVD Bayern begrüßte die Entscheidung des Stadtrates. Hannah Lea, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes kommentierte: „Als LSVD Bayern begrüßen wir ausdrücklich die Entscheidung des Stadtrates und freuen uns, dass es jetzt auch in Bayern erstmals auf kommunaler Ebene 18 Plätze in dezentralen Unterkünften für LSBTI* Asylsuchende geben wird, die in anderen Einrichtungen Gewalt, Bedrohung und Ausgrenzung erfahren haben. Wir möchten den Stadtrat und den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt darin bestärken, die vorgesehene Stelle im Bereich der Sozialarbeit und auch die Plätze in den Wohnungen zügig an die realen Bedürfnisse anzupassen.“ Heißt: Selbstverständlich werden weit. Auch in Köln werden im Februar Unterkünfte für LGBTI-Geflüchtete eingerichtet. (MÄNNER-Archiv). In Berlin haben die schon seit dem letzten Frühjahr ein eigenes Heim.

Foto: Shutterstock/Anahtiris


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