nigeria

Nigeria: Sketch über Misshandlung

Fans sind begeistert, LGBTI-Aktivisten entsetzt

Ein besonders geschmackloser und schwulenfeindlicher Sketch verbreitet sich gerade schlagartig im Internet. In dem Clip des nigerianischen Comedian Ogusbaba wird Gewalt gegen Schwule verherrlicht.

Ogusbaba spielt einen besonders effeminierten Mann, der nackt in seinem Bett liegt und an seinem Smartphone offensichtlich ein Date ausmacht. Als es an der Tür klopft, lässt Ogusbaba sein Date, gespielt von Stephen Odimgbe, begeistert herein. „Ich bin gekommen, um mein Versprechen einzulösen, dass diese Nacht ein Vergnügen wird“, sagt Odimgbe.

„Keine Angst, die Banane ist zu klein“

„Also werden wir Spaß miteinander haben“, fragt der Komiker Ogusbaba. „Oh ja“, antwortet der andere. Doch dann betreten zwei ziemlich furchteinflößende Männer das Schlafzimmer. Sie fangen an, den schwulen Mann zu beleidigen und zu bedrohen. Auch sein vermeintliches Date macht mit und verspottet ihn. (Trotz oder wegen der Illegalität ist Nigeria bei der Suche nach Schwulenpornos ganz weit oben – MÄNNER-Archiv.)

Die zwei packen daraufhin Gegenstände aus ihrem Rucksack. Sie deuten an, den schwulen Mann damit sexuell misshandeln zu wollen. Zuerst holen sie eine Banane. „Keine Angst, die ist zu klein“, sagt er, und greift stattdessen nach einer Gurke. Obusbaba, der schwule Mann, wird inzwischen im Bett festgehalten. Er schreit.

Viele Facebook-Kommentatoren berufen sich auf die Bibel

Zuletzt wird ein noch größeres Gewächs aus dem Rucksack geholt und mit Gleitmittel eingeschmiert. Er rennt damit auf Obusbaba zu, ein Schrei ist zu ertönen, das Bild wird schwarz, dann sieht man nur dessen schmerzerfülltes Gesicht.

Das Video wurde fast 5000-mal auf Facebook geteilt. Auch wenn viele Kommentatoren betonen, dass es ein gewaltverherrlichender und schwulenfeindlicher Clip ist, bejubeln andere die Misshandlung. Viele beziehen sich dabei auf die Bibel.

Der Comedian sollte sich entschuldigen, fordert ein schwuler Landsmann

In Nigeria werden homosexuelle Handlungen mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft. Im Norden des Landes, wo das islamische Recht der Scharia angewandt wird, droht Schwulen sogar die Todesstrafe. Der wohl bekannteste Schwule des Landes ist Bisi Alimi, der sich 2004 im Fernsehen geoutet hat. (Interview mit Bisi Alimi im MÄNNER-Archiv.)

Deshalb verurteilen viele LGBTI-Aktivisten das Video, so etwa der schwule nigerianische Pastor Jide Macaulay, der in London lebt. „Es verherrlicht homophobe Attacken, die für viele LGBTI in Nigeria tagtäglicher Alltag sind“, sagte er. „Ogusbaba sollte erkennen, dass das nicht lustig ist. Sein Humor gibt Angreifern die Erlaubnis, Schwule zu attackieren.“

Deshalb fordert der Pastor ihn auf, das Video zu entfernen. „Er soll sich bei der schwulen Community entschuldigen und jede homophobe Tat verurteilen.“

Titelfoto: Screenshot


19 Kommentare

  1. Roman Hoffmann

    Solche Länder muss die Entwicklungsgelder gestrichen werden. Weil die Einhaltung der Menschenrechte ist kostenlos und hat nichts damit zu tun das diese Leute nichts im Armut leben und nichts zum Essen haben. Im Gegenteil es ist der Grund für ihre selbst verschuldete Armut

  2. Nadine Seidel

    Bei der aktuellen Lage im Land kaum verwunderlich, dass solche „Witze” Anklang finden – ist aber für das zuständige BMZ etwa wohl weniger relevant, so wie ich Minister Müller einschätze. Ähnliche Probleme haben übrigens auch andere afrikanische Länder, die Entwicklungshilfe erhalten, und auch wie NIgeria zeitgleich von „westlichen” Ländern ausgebeutet werden. Nur so nebenbei.

  3. Jochen Mangold

    Nigeria sofort als sicheres Herkunftsland erklären, damit sowas gleich an unserer Grenze wieder abgeschoben werden kann, bevor die auf die Idee kommen, herzukommen

  4. Ingo Bauerdick

    Was soll denn noch alles in der Welt toleriert werden??!!! Irgendwann ist jede Grenze zum Kriminellen komplett überschritten, und man ignoriert völlig, was Recht bedeutet.

  5. Omar Sakr

    Nigeria ist bitte kein armes Land. Nigeria gehört zu den reichsten in Afrika. Hier handelt es sich um ein Kultur politisches Problem. Darüber hinaus, findest du es richtig Hass mit Hass zu bekämpfen? Intoleranz mit Intoleranz? Bezweifle ich…

  6. Roman Hoffmann

    Nigeria ist von den Rohstoffen her sicher kein armes Land.
    Nur die homophobe Bevölkerung konzertiert sich auf die falschen Dinge. Und solange Nigeria nicht die Menschenrechte einhält, solange muss man die Entwicklungshilfe verweigert werden. Man schadet nämlich dem Land nur wenn man Menschenrechtsverletzungen duldet. Das bringt das Land nicht voran


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close