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North Dakota: Homo-Ehe nicht angekommen

In vielen Gesetzen ist immer noch die Rede von „Mann und Frau“

Ob für die Hochzeit, für die Scheidung oder eine Fischereierlaubnis: Überall ist im US-Bundesstaat North Dakota die Rede von „Ehemann und Ehefrau“. Dabei hat der oberste US-Gerichtshof vor mehr als einem Jahr die Ehe in allen 50 Staaten geöffnet. (Wie sieht die Bilanz nach einem Jahr aus? MÄNNER-Archiv.)

Ein Gesetz, das endlich alle Formulierungen ändern sollte, ist am Dienstag im von Republikanern dominierten Senat mit 15 zu 31 Stimmen abgelehnt worden. Davor hatte bereits der Justizausschuss mit vier zu zwei Stimmen empfohlen, das Gesetz nicht anzunehmen.

Republikanerin sieht „Ehre und Heiligkeit“ der Ehe bedroht

In North Dakota ist die Ehe seit 2004 als Verbindung zwischen Mann und Frau per Verfassung festgeschrieben. Damals hatten sich 73 Prozent der Wähler bei einem Volksentscheid dafür entschieden. Mit der Supreme-Court-Entscheidung im Juni 2015 wurde dieses Gesetz verfassungswidrig.

Die Republikanerin Janne Myrdal, sie im Senat sitzt, setzt sich gegen eine homofreundliche Änderung der Gesetze ein. Diese würde „offiziell dazu führen, dass die Ehre und Heiligkeit, mit der die menschliche Institution der Ehe in der Verfassung von North Dakota festgeschrieben ist, verringert wird.“

Republikaner beharren auf alter Formulierung

Kelly Armstrong, Republikaner und Vorsitzender des Justizausschusses, schließt sich seiner Parteifreundin an: Die Änderung sei nur symbolisch, wo der Oberste Gerichtshof die Ehe für alle beschlossen hat.

„Ich denke, es ist eine ziemlich drastische Überschätzung zu glauben, dass wir in einem Rechtsstreit enden, wenn wir das Gesetz nicht erlassen“, sagte er. (Die Eheöffnung in den USA ist ein echter Wirtschaftsfaktor – MÄNNER-Archiv.)

Keine Auswirkung: Über 150 Eheschließungen

Doch das befürchtet das demokratische Senatsmitglied John Grabinger: „Ich glaube, es ist nicht verantwortlich zu riskieren, dass womöglich Millionen Dollar an Steuergeldern verschwendet werden, nur weil wir uns weigern, unsere Gesetze gemäß Bundesgesetzen anzupassen.“

Auch wenn in Gesetzen in North Dakota die Rede von Mann und Frau ist, können auch zwei Männer oder zwei Frauen sich da Jawort geben. Über 150 homosexuelle Paare haben seit der Eheöffnung geheiratet, berichtet ABC News.

Titelbild: pixabay


6 Kommentare

  1. Dominik Reise

    was für eine aufregung.. in deutschland war bis zum vorletzten jahr, also mehr wie 10 jahre bei den finanzbehörden noch von mann und frei die rede in den bescheiden..

  2. Roman Hoffmann

    Das gute an den USA ist aber, dass man dort einfach in ein liberaleren Bundesstaat wechseln kann. Ich kann in Deutschland das Bundesland nicht wechseln und hab dann liberalere Gesetze

  3. Fabian E. Oppermann

    Ja. Mal wieder „die Amis“….die es garnicht gibt.

    „Die Russen“, „die Chinesen“ und so weiter gibt es übrigens auch nicht. Auch wenn manche es sich mit solchen Worten gerne einfach machen.


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