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Obama begnadigt schwulen Soldaten

Der Präsident hob am Dienstag auch eine 26 Jahre alte Verurteilung wegen Homosexualität in der US-Armee auf

Die Nachricht ging am gestrigen Abend um die Welt: Präsident Obama hat drei Tage bevor er die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Donald Trump übergeben muss, der Whistleblowerin Chelsea Manning einen Großteil ihrer Strafe erlassen (MÄNNER-Archiv), so dass sie am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie das Gefängnis verlassen kann. Was über all dem Jubel um Mannings Straferlass verloren ging, waren die anderen guten Nachrichten des LGBTI-Tages, die auch von der Obama-Regierung verursacht wurden.

Und dann war da die zweite LGBTI-relevante Begnadigung die der Präsident gestern aussprach

Da wäre erstens die vielleicht letzte Bekanntmachung von Verteidigungsministers Ashton Carter (MÄNNER-Archiv): Seit Dienstag schließt die Gleichberechtigungspolitik der US-Armee, die bisher Geschlecht und Hautfarbe unter Schutz stellte, auch LGBTI ein, die so noch besser, nämlich vollständig, vor Diskriminierung geschützt werden. Und dann war da die zweite LGBTI-relevante Begnadigung die der Präsident gestern aussprach, und die für das Militär ähnliche Relevanz wie die von Manning hat, auch wenn ihr Empfänger überhaupt nicht prominent ist.

Nach Ende der Strafe wurde Heidgerd unehrenhaft aus der Armee entlassen

Er heißt Peter Heidgerd und war am 17. Juli 1989 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er eine schwule Beziehung in der US-Armee hatte. Er saß die einjährige Strafe im US-Militärgefängnis Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Georgia ab. Nach Ende der Strafe wurde Heidgerd unehrenhaft aus der Armee entlassen. Robin Clark, Heidgerds Anwältin, berichtete der Webseite The Atlanta-Journal Constitution: „Er wurde 1990 entlassen, aber so richtig frei war er danach nicht. Laut seiner Akte war er ja ein Straftäter. Als er zurück nach Georgia kam und versuchte, einen Job zu finden, wollte ihn niemand beschäftigen.”

„Dann sagte er, ‘Ich muss mal kurz das Telefon beiseite legen.’ Dann habe ich ihn aufschreien hören”

Ob mit der Begnadigung auch Heidbergs unehrenhafte Entlassung auf der Armee aufgehoben wird, erfährt er wohl erst aus dem Brief, den er vom Präsidenten in ungefähr sechs Wochen erhalten wird, um die Begnadigung zu bestätigen. Clark berichtet, sie hätte Heidberg telefonisch informiert und er hätte sehr gefasst reagiert. „Dann sagte er, ‘Ich muss mal kurz das Telefon beiseite legen.’ Dann habe ich ihn aufschreien hören”, so die Anwältin. Heidgerd sagte The Atlanta Journal-Constitution: „Ich habe die ganze Sache nie allzu schwer genommen. Ich hätte keine Begnadigung durch einen Präsidenten gebraucht. Aber es hilft. … Ich habe nie richtig Karriere gemacht. Das war danach nicht mehr möglich. Aber ich war immer die Person, die ich sein wollte. Ich wusste, dass, was auch immer ich war, ich war derjenige, der ich sein konnte und das ich mich dafür mochte”, so der 56-Jährige.

Foto: Shutterstock/Juan Camilo Bernal

 


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