mexico-soccer-fans-frank

Streit um homophobe Fangesänge

Mexikanische Fußballfans hatten gegnerische Spieler als "Puto" beleidigt. Der Fußballverband will aber keine Strafe zahlen und zieht vor den CAS

Homophobe Fangesänge? Ach, so schlimm war es doch gar nicht! Der mexikanische Fußballverband wehrt sich gegen eine Geldstrafe der Fifa. Der internationale Fußball-Dachverband hatte Mexiko zur Zahlung von 85.000 Schweizer Franken verurteilt, nachdem mexikanische Fans während Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 2015 homophobe Parolen gerufen hatten. In fünf Spielen hätten die Fans gegnerische Torhüter als „Puto” („Stricher”) bezeichnet, als diese gerade einen Abstoß ausführen wollten.

Der internationale Fußballverband Fifa verurteilte darauf im vergangenen Jahr nicht nur den mexikanischen Fußballverband FMF, sondern auch andere lateinamerikanische Fußballverbände zu Strafen. Auch bei denen hatte es homophobe Fangesänge gegeben (MÄNNER-Archiv). Mexikos Nationaltrainer Miguel Herrera hatte den Vorfall damals heruntergespielt: „Wir unterstützen unsere Fans und müssen keine große Sache daraus machen.” Nun zieht der FMF vor den Sportgerichtshof CAS in Lausanne, um die Strafe abzuwenden.

Bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hatte es Diskussionen gegeben, als mexikanische Fans in einem WM-Gruppenspiel den Torwart Kameruns als „Puto” beschimpft hatten. Damals hatte die Fifa eine Bestrafung verworfen, weil „die Bezeichnung in diesem spezifischen Kontext nicht diskriminierend” sei. Daraufhin hatte die Fifa ihre Richtlinien verschärft, berichtet der Miami Herald.

„Puto” = „Feigling”? Oder doch „Schwuchtel”?

Ähnlich argumentieren die Mexikaner jetzt: „Puto” sei gar nicht homophob, sondern einfach nur ein Schimpfwort in der Bedeutung von „Feigling”. Diese Sicht weisen LGBT-Aktivist_innen aus Mexiko zurück. „Natürlich hat das Wort eine negative, homophobe Bedeutugn, sagte Enrique Torre Molina der New York Times. Er ist Kampagnen-Manager bei der internationalen LGBT-Rechte-Organisation All Out. „Puto ist das Wort, mit dem viele schwule Männer in der Schule bezeichnet werden, das sie hören, wenn sie zusammengeschlagen werden, überall in Lateinamerika.”

Im Oktober 2016 hatte es auch in der Bundesliga einen Eklat um ein homophobes Plakat gegeben. Fans von Hertha BSC hatten beim Spiel gegen den 1. FC Köln ein Spruchband entrollt, Aufschrift: „Lieber eine Mutter als zwei Väter” (MÄNNER-Archiv). Nach einem Proteststurm entschuldigten sich die Fans mit einem eindeutigen Bekenntnis zur Ehe zur Alle. Ihr Spruchband sei missverstanden worden (MÄNNER-Archiv). Die Fans von St. Pauli hielten später dagegen (MÄNNER-Archiv).

Foto: Mexico Soccer Fans, Frank/Flickr (CC2.0)


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close