Fraktionsvorsitzender Andre Poggenburg AfD Sachsen Anhalt im Hintergrund Ministerpraesident Dr Re

Studenten stoppen André Poggenburg

Der Vorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt wollte einen Vortrag zum Thema Genderforschung halten

Am Donnerstag ist an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität eine Veranstaltung der AfD-nahen Hochschulgruppe „Campus Alternative Magdeburg“ durch Proteste von Studierenden beendet worden. Mehrere Hundert Studenten stürmten den Hörsaal, in dem eine Diskussion zum Thema Gender stattfinden sollte, zu der auch Andre Poppenburg, der Landeschef der AfD geladen worden war. In ersten Berichten hieß es, er sei von einem Böller getroffen wurde, was aber wenig später dementiert wurde. Der Böller wurde zwar in Richtung Podium abgefeuert, traf oder verletzte aber niemanden. Poggenburg verließ den Saal fluchtartig.

Eigentlich hatte Poggenburg zum Thema „Geschlechterforschung“ sprechen sollen

Eigentlich hatte er zum Thema „Geschlechterforschung“ sprechen sollen. In einem Video, das der MDR auf Youtube veröffentlichte (siehe unten), kann man sehen, dass die Studenten ein Banner mit der Aufschrift „Students against Racism“ (Studenten gegen Rassismus) dabei haben und Poggenburg die Mappe mit seinem Manuskript entreißen. Die Sicherheitskräfte der AfD verhinderten weitere Auseinandersetzungen, indem sie eingreifen, gingen dabei allerdings selbst körperlich gegen die Protestierenden vor. Laut Medienberichten wurde dabei mindestens ein AfD-Anhänger verletzt.

Es ergingen laut Polizeisprecher fünf Anzeigen wegen versuchter Körperverletzung und Sachbbeschädigung

Als die Polizei mit 30 Mann eintraff, hatte sich die Situation wieder beruhigt. Mehrere Beamte betraten den Saal und eskortierten die AfD-Vertreter vor die Tür. Es ergingen laut Polizeisprecher fünf Anzeigen wegen versuchter Körperverletzung und Sachbbeschädigung.  Erst im November hatte sich Poggenburg mit Olivia Jones, die die AfD im September wegen Volksverhetzung angezeigt hatte (MÄNNER-Archiv) auseinanderzusetzen. Sie wolle Landeschef André Poggenburg die Leviten lesen, hatte Jones im Vorfeld einer Lesung im Magdeburger Landtag angekündigt (MÄNNER-Archiv). Der hatte es aber abgelehnt, sich in der Öffentlichkeit mit der Drag Queen zu zeigen – geschweige denn: zu diskutieren. Immerhin: Die beiden trafen sich vor der Lesung zu einem Gespräch unter vier Augen. „Rückgrat” habe sie bei ihm keins gespürt, sagte sie danach gegenüber MÄNNER. Er habe sich verhalten „wie ein Wolf im Schafspelz”, so Jones. Poggenburg werde sich künftig mit Kommentaren zurückhalten, so ihre Hoffnung. Aber die Anzeige, an der hält sie fest.

Foto: Imago/Christian Schroedter; Video: MDR/Red Media Stadtfeld


16 Kommentare

  1. Oliver Nicklas

    Hier erkennt man doch ganz deutlich, dass eine friedliche Coexistent von Menschen mit unterschiedlichen geistigen Haltungen nicht funktioniert. Also wie zum Teufel soll Multikulti und Vielfalt funktionieren, wenn geistige Haltungen sich in Gewalt äußern und andere dominieren wollen?
    Ich habe da ein anderes Demokratieverständnis. Man kann ja auch einfach gehen. Es ist ja nicht so, als wenn man von jemand Homophoben verfolgt und attaktiert werden würde.

  2. Tim Berger

    Eine sinnvolle politische Auseinandersetzung sieht in meinen Augen anders aus. Mit solch einer Selbstjustiz wird diese Art von Handlung auch für die Rechten legitimiert.

  3. Stefan Klengel

    Ich habe mir dieses Video schon oft angeschaut und ich feiere immer noch. Einfach Geil. Nur so kann man gegen rechts vorgehen. Ich finde es erschreckend das man denen Rederaum zur Verfügung stellt.

  4. Wolfgang Wissen

    Keine Selbstjustiz, man hat sich einfach nur gewährt, weil man keinen psychischen Schaden davon tragen wollte – den man bekommt, wenn man nur eine Silbe eines AfDlers anhören muss!

  5. Dorian Wilhelmi

    Mao hätte an den gewalttätigen „Protesten“ seine Freude gehabt. Die Gewaltbereitschaft einiger Teile der politischen Linken ist abstoßend. Natürlich wird es auch diesmal heißen, der vorgeblich gute Zweck heilige alle Mittel. Mit dieser Einstellung landet man jedoch politisch in Teufels Küche.


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