April 10 2016 San Antonio Texas USA Milo Yiannopoulos gives a speech at Trinity University in

Studenten stoppen Milo Yiannopoulos

Mit einer Menschenkette haben US-Studenten einen Auftritt des offen schwulen Rechtsnationalen verhindert

Studenten der University of California, Davis, haben am Freitag Abend dafür gesorgt, dass die offen schwule, rechtskonservative Medienpersönlichkeit Milo Yiannopoulos und der Pharmalobbyist Martin Shkreli (MÄNNER-Archiv) einen von ihnen geplanten Vortrag in Räumen der Universität nicht halten konnten. Die beiden Republikaner sollten im Auditorium der Universität auftreten, aber Studenten stürmten es, noch bevor Shkreli und Yiannopoulos es betreten konnten und bildeten eine Menschenkette um den Saal, um sie am Eintritt zu hindern. Daraufhin wurde die Veranstaltung abgesagt.

Entgegen anders lautender Berichte gingen keine Scheiben zu Bruch und es wurde auch kein Universitätseigentum beschädigt

Yiannopoulos, der als Technik-Redakteur für die rechtsnationale Internetseite Breitbart News arbeitet, behauptete im Anschluss, seine Rede sei wegen „gewaltsamer Proteste linksradikaler Störer” abgesagt worden, die Universitätsleitung dementierte dies allerdings postwendend und öffentlich. Sie ließ mitteilen: „Entgegen anders lautender Berichte gingen keine Scheiben zu Bruch und es wurde auch kein anderes Universitätseigentum beschädigt. Am frühen Abend wurde eine Person im Veranstaltungsort festgenommen. Weitere Festnahmen gab es nicht.”

Protest gegen Breitbart-Autor Milo Yiannopoulos in Davis

Protest gegen Breitbart-Autor Milo Yiannopoulos in Davis

Milo Yiannopoulos ist schwul, Katholik und ein glühender Verehrer von Donald Trump. Er nennt ihn „Daddy“ und: „den wundervollsten Präsidentschaftskandidaten, den es je gab“. Er ist in Griechenland geboren, in Großbritannien aufgewachsen, schreib zunächst für britische Zeitungen, und trat später auch im Fernsehen auf. Seit er als prominenter Redakteur für Breitbart News tätig ist, das Trump im Wahlkampf massiv unterstützte, machte Yiannopoulos offen Wahlkampf für den Republikaner. Nach dem Massaker von Orlando (MÄNNER-Archiv) schrieb er, die Linke habe sich für den Islam und gegen die Schwulen entschieden und im „Pulse”-Club seien nun 100 Menschen tot oder schwer verletzt: „Wann hören Homosexuelle endlich damit auf, die Demokraten zu wählen?”, fragte er im Juni.

Bei einer Ausstellung in einer New Yorker Galerie badete er zusammen mit anderen Schwulen in einer Wanne voller Schweineblut und trug dabei nichts als eine „Make America Great again“-Kappe.

Bei einer Ausstellung in einer New Yorker Galerie badete er zusammen mit anderen Schwulen in einer Wanne voller Schweineblut und trug dabei nichts als eine „Make America Great again“-Kappe. Das Blut, so die Erklärung, stamme von unschuldigen Menschen, die von illegalen Einwanderern umgebracht worden seien. Die FAZ hat ihn den Zeremonienmeister des Hasses genannt, im SPIEGEL wurde er in einem Gastbeitrag der Autorin Laurie Penny als „charmanter Teufel“ beschrieben und als „einer der schlechtesten Menschen, die ich kenne.“ Yiannopolous ist eine der prominentesten Figuren der Alt-Right-Bewegung, der Alternativen Rechten, die im Wahlkampf von sich reden machte, als ihr Vordenker Richard Spencer „Heil Trump” rief und einige seiner rechtsextremen Anhänger den Hitlergruß zeigten. Erst am Donnerstag war  an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität eine Veranstaltung der AfD-nahen Hochschulgruppe „Campus Alternative Magdeburg” durch Proteste von Studierenden beendet worden, bei der auch AfD Landeschef André Poppenburg aufgetreten war. (MÄNNER-Archiv)

Alle Foto: Imago/ZUMA Press


11 Kommentare

  1. Miguel Frübös

    Der Milo müsste wohl mal ein paar glückseelige Momente im Liebestaumel der heißen Nächte von Ibiza mit machen, und schon wären alle schlechten Gedanken aus seinem süßen Köpfchen verschwunden. 😉

  2. Robby Horvat

    Man mag den Typen oder seine Ansichten scheiße finden…aber für mich gehört zu einer Demokratie auch dazu, dass man Menschen mit anderen Meinungen/Ansichten..so dämlich diese auch sein mögen…auch zu Wort kommen lässt. Man muss es ja nicht anhören! Aber entscheidet jetzt eine Gruppe darüber, was gesagt werden darf? Und ich bin mir sicher, das nicht 100% der Studenten an dieser Uni für diese Aktion waren. Haben sich aber wieder die „Lautesten” durchgesetzt. Finde ich eher bedenklich solche Aktionen. Zu einer Demokratie gehört eben auch die Meinung des Andersdenkenden zuzulassen.

  3. Marcel Hase

    Hass, Rassentheorien und Faschismus sind keine Meinungen oder Ansichten, es sind Verbrechen. Das, was wir heute machen, war der gleiche Fehler, der auch in der Weimarer Republik gemacht wurde. Man hat dieses Unkraut nämlich wachsen lassen. Und je länger man wartet, des mehr kommt davon. Vielleicht mal drüber nachdenken und weniger mit Demokratie argumetieren, denn die ist nämlich weg, wenn Menschen wie die an der Macht sind.

  4. Robby Horvat

    Marcel… …was ein Verbrechen ist, definiert das Gesetz in dem jeweiligen Land und nicht das befinden einer Gruppe von Personen der nicht gefällt was der Kerl meint sagen zu müssen. Du warnst vor dem Verlust der Demokratie, aber lässt sie nicht als Argument für eine freie Meinungsäusserung zu. Menschen wie er müssen anscheinend nicht erst an die Macht kommen um freie Meinungsäusserungen zu beschränken! Um es klar zu sagen: Ich finde es auch beschissen was er sagt und von sich gibt. Jedoch finde ich es paradox gegen die Diskriminierung einer Gruppe mit der Diskriminierung einer anderen zu kämpfen.


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