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Transjunge verklagt Pfadfinder

Der 8-Jährige war Ende 2016 ausgeschlossen worden und verklagt die Organisation nun wegen Diskriminierung

Joe Maldonado ist acht Jahre alt. Er und seine Mutter Kristie haben letzte Woche beschlossen, die Pfadfinder in den USA wegen Diskriminierung zu verklagen. Und das kam so:

Joe wurde als Mädchen geboren und nannte sich bis vor zwei Jahren Jodi. Im November ging er zu den Pfadfindern, zu den Boy Scouts, doch nach einem Monat teilte man seiner Mutter mit, dass er dort nicht mehr willkommen sei. Kristie Maldonada sagte gegenüber CNN, sie habe bei der Anmeldung darauf hingewiesen, dass Joe trans sei. Man habe ihr mitgeteilt, dass man „nach der Geburtsurkunde” gehe – danach, „wie man geboren sei” – und Joe zunächst akzeptiert. In einigen Medien ist von Beschwerden von Eltern anderer Pfadfinder zu lesen, dass ein trans Kind in der Gruppe sei. (MÄNNER-Archiv)

„Ich war erst verärgert, dann sehr wütend, weil das nicht fair ist, habe aber nicht geweint“, sagte Joe. „Sie wollen mich nicht haben, weil ich als Mädchen geboren bin.“ In seiner Schule ist Joe bereits als Junge akzeptiert.

„Die Kinder hatten überhaupt kein Problem mit ihm, sie waren alle mit ihm befreundet und hatten Spaß”

Auch Kristie war geschockt: „Die Kinder hatten überhaupt kein Problem mit ihm, sie waren alle mit ihm befreundet und hatten Spaß. Nicht eins der Kinder hat gesagt, ‘Du gehörst hier nicht her.’ Joe ergänze: „Wenn ich das bestimmen könnte, würde ich jeden reinlassen. So macht man das einfach.”

Die regionale Pfadfindergruppe wollte sich bisher nicht äußern. Von der Pressesprecherin der Boy Scouts of America, Effie Delimarkos, gab es immerhin ein Statement: dass Joe „nicht den Teilnahmebedingungen” entspräche, bei den Pfadfindern dabei zu sein. Man richte sich nach der Geburtsurkunde und dem biologischen Geschlecht.

Bei den Pfadfinderinnen, den Girl Scouts of the USA, hat man für trans Kinder einen anderen Umgang gefunden. Wenn ein Kind von seiner Familie und der Schule als Mädchen anerkannt ist und „kulturell“ als Mädchen lebt, dann sei es willkommen.

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Joe Maldonado (Foto: Youtube)

Sarah McBride von Human Rights Campaign forderte die Boy Scouts auf, dem Beispiel der Mädchenorganisation zu folgen: „Einer jungen Transperson etwas verweigern, was Gleichaltrigen offensteht, ist verletzend und bösartig. Es verstärk Mobbing und Vorurteile gegenüber jungen Menschen.”

Die US-Pfadfinder haben sich erst kürzlich gegenüber Mitgliedern der LGBTI-Community geöffnet. Homosexuelle Gruppen- und Camp-Leiter waren zuvor nicht zugelassen. Nach einer langwierigen Telefonabstimmung wurde das Ende der Diskriminierung verkündet:  Seit Ende Juli 2015 dürfen auch Schwule die Jungs in den Boy Scouts zu echten Männern machen. Religiösen Gruppen steht es allerdings nach wie vor frei, sich ihre Leiter auch aufgrund ihrer sexuellen Orientierung auszusuchen. Die Mormonen und die katholische Kirche sind die größten Sponsoren der Boy Scouts of Amerika (MÄNNER-Archiv).

Erst seit 2013 nimmt die Organisation auch schwule Jugendliche auf.

Foto: Teilnehmer des Pride in New York City 2015 (Shutterstock/a katz)


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