bildschirmfoto-2017-02-02-um-15-04-13

Italien erkennt erste Ehe an

Ein italienisches Kassationsgerichts macht klar: Auch eine im Ausland geschlossene Ehe, ist eine Ehe

Überraschendes Urteil aus Italien: Die Weigerung der Behörden, eine von zwei lesbischen Frauen in Frankreich geschlossene Ehe anzuerkennen, sei „nicht akzeptabel“ – so lautet das Urteil des italienischen Kassationsgerichts vom 31. Januar.

Zur Geschichte: Am 7. Juli 2015 hatte das Kammergericht der Stadt Neapel der Klage der zwei Frauen stattgegeben und angeordnet, dass die entsprechenden Verwaltungen die Ehe anzuerkennen haben. Die Stadtverwaltung des Wohnortes von Giuseppina La Delfa und Raphaelle Hoedts weigerte sich das Urteil auszuführen und ging in Berufung. Beide Frauen leben heute in Italien und sind Dozentinnen an der Universität Salerno. 

Jetzt kam die höchstrichterliche Entscheidung: Das Gericht hat unmissverständlich klar gemacht, dass es Italien nicht zusteht, Rechte abzusprechen, die ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union ihren eigenen Bürger*innen einräumt.

„Mit diesem Urteil hat Italien die erste Ehe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen anerkannt. Es handelt sich hier um den ersten Fall überhaupt!“

Der Anwalt des Ehepaares, Alexander Schuster, sagte hierzu: „Mit diesem Urteil hat Italien die erste Ehe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen anerkannt. Es handelt sich hier um den ersten Fall überhaupt!“ Erst im Mai letzten Jahres war in Italien die Lebenspartnerschaft durchgesetzt worden. (MÄNNER-Archiv)

Giuseppina La Delfa, die sowohl französische als auch italienische Staatsbürgerin ist, war auch Mitgründerin einer Organisation für Regenbogenfamilien. Sie sagte: „Diese Nachricht ist sehr wichtig für uns, denn es beendet die gerichtliche Auseinandersetzung in Bezug auf die Anerkennung unserer Ehe in Italien. All die Jahre voller Gerichtsstreits, hoher Kosten und die Sorgen, uns endlich nach vier Jahren als verheiratet bezeichnen zu können, sind nun vorbei. Man stelle sich vor: All das nach 30 Jahren Beziehung! Die Vehemenz, mit der der italiensiche Staat seine Bürger*innen vor dem Gesetz nicht gleich behandeln will, bleibt für uns unverständlich. Als zwei Ausländerinnen genießen wir heute mehr Rechte als alle anderen Homo-Paaren in Italien. Wir hoffen, dass diese paradoxe Situation unseren italienischen Freund*innen helfen wird und ihnen den Weg zur vollständigen Gleichstellung erleichtern wird.”

Die beklagte Stadtverwaltung trägt die Kosten des Verfahrens. Dieses Urteil ist ein wichtiger Präzedenzfall für die Gleichstellung und das Recht auf Bewegungsfreiheit für die Menschen in der Europäischen Union.

Bild: Das Paar bei ihrer Hochzeit (Facebook)

1 Kommentar


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close