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Kirche kein gesunder Ort für LGBTI

Studie: Das Verhalten der Kirchen beeinflusst die geistige Gesundheit von Lesben, Schwulen und Bisexuellen negativ

Eine neue Studie, die von der britischen Oasis Foundation veröffentlicht wurde, belegt: Die Anti-LGBTI-Haltung der Kirche hat einen schädlichen Einfluss auf die Gesundheit von jungen Lesben, Schwulen und Bisexuellen. Das betrifft nicht nur LGBTI-Kirchenmitglieder, sondern auch und besonders diejenigen, die nicht kirchlich gebunden sind. Die Positionen der Kirchenoberen führten dazu, dass die Betroffenen einem deutlichen Risiko für psychische Erkranken ausgesetzt seinen und es in diesem Personenkreis auch öfter zu Selbstverletzungen komme, so der Report. Für LGBTI sei es zwölfmal so wahrscheinlich, an einer psychischen Erkrankung zu leiden, wie für die Durchschnittsbevölkerung. Anfang Februar wurde bekannt, dass sich ein schwuler Mann auf der Insel Guersey weigert, Kirchensteuer zu bezahlen, weil sich die anglikanische Kirche so homophob verhält. (MÄNNER-Archiv)

Das hat oft lebensbedrohliche Folgen

Zitat aus „In the Name of Love: The Church, Exclusion und LGB Mental Health Issues” („Im Namen der Liebe: Die Kirche, ihre Exklusionsmechanismen und die geistige Gesundheit von LGBTI”: „Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass die Lehren der Kirche über LGBTI sehr schädlich für die geistige Gesundheit von Lesben, Schwulen und Bisexuellen auch außerhalb der Kirche sind. Das hat oft lebensbedrohliche Folgen.” Die Studie stellt weiterhin fest: Ja, es stimmt, die Gesamtgesellschaft geht mit zunehmender Akzeptanz auf LGBTI zu. Kirchenmitglieder tun das im Durchschnitt allerdings viel langsamer als andere Gruppen.

Wir wissen auch, dass der daraus resultierende Druck oft mentale und körperliche Schäden verursachen kann

Oasis sagt, dass 2013 nur 37 Prozent der britischen Bevölkerung gegen die Öffnung der Ehe waren. Selbst 2015 waren das aber noch 49 Prozent aller Mitglieder der anglikanischen Kirche. Pastor Steve Chalke sagte bei der Vorstellung der Studie laut PinkNews: „Es ist kein Geheimnis, dass die Haltung der Kirche insgesamt, und die vieler Kirchenmitarbeiter vor Ort, einen immens negativen Einfluss auf das Leben vieler LGBTI hatte, weil es sie in ein Leben voller Heimlichztuerei und Unehrlichkeit zwingt. Wir wissen auch, dass der daraus resultierende Druck oft spirituelle, mentale und sogar körperliche Schäden verursachen kann, bis hin zu der verzweifelten Entscheidung, das eigene Leben zu beenden.”

„Zu oft werden die Aussagen der Betroffenen zu diesen Themen ignoriert”

„Zu oft werden die Aussagen der Betroffenen zu diesen Themen von denjenigen ignoriert, die sie einfach nicht hören wollen, weil sie nicht bereit sind, sich mit der Schuld zu befassen, die wir hier auf uns geladen haben, und sich den Schäden nicht stellen wollen die wir hier unabsichtlich angerichtet haben. Ich hoffe, diese Studie ist der Anfang von weitreichenden Veränderungen in diesem Bereich.” Diese Hoffnung könnte vergeblich sein. Erst letzte Woche hatte die anglikanische Kirche bekanntgegeben, ihre Haltung und Regeln zu LGBTI vorläufig nicht ändern zu wollen. Man bräuchte mehr Zeit, um sich über die nötigen Maßnahmen klar zu werden.

Foto: Shutterstock/Angelina Dimitrova

 


2 Kommentare

  1. Thomas Siegfried Heinkelein-Peters

    Wenn eine „Kirche ” Minderheiten nicht toleriert und noch dabei diskriminiert : Ist dort auch nicht eine „Göttliche” Schöpfung in dieser „Kirche”.
    Denn eine „Göttlichkeit” liebt und toleriert alle Menschen . Egal welche Sexualität, Religion oder Herkunft man hat .
    Wenn Menschen Menschen diskriminieren , haben sie das göttliche Wort nicht verstanden und sind nicht bei Gott !
    Nebenbei : „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.”
    Darum braucht man auch keine „Kirche” die einen nicht annimmt !
    Wenn man glaubt ist eine Kirche überall , wo man glücklich ist ! 


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