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Wie homophob ist Steve Bannon?

Ex-Breitbart-Chef Steve Bannon gilt als Scharfmacher unter den Trump-Beratern. Doch wie homophob ist er? Medien analysieren: Gar nicht so sehr!

Bannon gilt als einer der Scharfmacher unter den engsten Beratern von Donald Trump. Der Chef der rechtspopulistischen Website Breitbart News war treibende Kraft hinter dem Einreiseverbot für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern – und er war es angeblich auch, der darauf drängte, das Verbot so weitgehend wie möglich zu formulieren, also sogar Inhaber einer Green Card einzuschließen.

Doch wie hält er es mit LGBT? Die Huffington Post hat der Homo-Politik von Steve Bannon einen längeren Artikel gewidmet und kommt zu dem Schluss: Womöglich ist er gar nicht so schlimm. Jedenfalls, wenn es um „normale“ Lesben und Schwule geht.

„Nicht in den Top10 der wichtigen Dinge“

Thomas Williams, Breitbart-Rom-Korrespondent, erklärt dort: „Ich glaube nicht, dass er feste Meinungen zu Homo-Rechten allgemein hat. Das ist einfach nicht in der Top10 der Dinge, die ihm wichtig sind.“ Breitbart-Autor Austin Ruse pflichtet ihm bei: „Breitbart greift vielleicht LGBTI-Aktivisten an, aber nicht Homosexualität selbst.“ Für viele Aktivist_innen ist das kein großer Unterschied, zumal Breitbart eine klare Position gegen die Rechte von Trans* vertritt – etwa in einem Text von Milo Yiannopolous, dem prominentesten offen schwulen Breitbart-Mitarbeiter.

Doch einen mit dem Anti-Islam-Kurs vergleichbaren Anti-Homo-Kurs von Breitbart gibt es nicht. Eher eine Vielzahl von Stimmen, die von christlich angehauchten Homo-Hassern bis zu eben Milo Yiannopolous, der sich als sehr schwuler, sex-positiver Gegner linker Political Correctness geriert.

Keine Sorgen also?

Fazit? Womöglich ist die Akzeptanz von Homosexualität sogar bis in erzkonservative Breitbart-Kreise vorgedrungen. Beim Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern sei sexuelle Orientierung als Begründung angeführt worden. Und Chris Barron, schwuler Republikaner und Hockey-Kolumnist bei Breitbart, nennt Bannon einen Alliierten. „Ich mache mir überhaupt keine Sorgen um Bannon“, zitiert ihn die Huffington Post.

Doch wie sehr kann man sich der Analyse der Huffington Post hier anschließen? US-amerikanische Homo-Aktivist_innen erwarten von der Trump-Regierung dennoch einen Rollback in Sachen LGBTI-Akzeptanz – zumal Steve Bannon zwar einer der wichtigsten Berater von Trump ist, aber andere Trump-Männer bekannt für ihre homophoben Positionen sind (MÄNNER-Archiv). Auch gerade angesichts der sehr restriktiven Trans*-Ansichten bei Breitbart und in der Trump-Regierung sollten LGBT-Aktivist_innen alert bleiben – und keinen Keil zwischen sich treiben lassen. Keine Entwarnung also. Eher im Gegenteil.

Rosie O’Donnell spielt nicht Bannon

Das noch: Die lesbische Schauspielerin Rosie O’Donnell wird nicht für Saturday Night Live in die Rolle von Steve Bannon schlüpfen. Auf Twitter kursiert eine Fotomontage, auf der ihr Gesicht in das von Bannon montiert wurde, Medien hatten daraufhin spekuliert, sie könne für SNL in der Rolle arbeiten. Zuvor hatte bereits Melissa McCarthy eine grandiose Parodie auf Trumps Sprecher Sean Spicer hingelegt – der als nicht gerade homo-freudlich gilt (MÄNNER-Archiv). Doch O’Donnell erklärte, sie stünde für die Bannon-Rolle derzeit nicht zur Verfügung. Schade.

 

Foto: Don Irvine / wikimedia (CC2.0)


2 Kommentare

  1. Mike Effey

    Sehr merkwürdiger Artikel. Bei den ersten Zeilen dachte ich schon, der unselige Geist von dem unerträglichen David Berger sei der Schreiber. Viel besser wurde es trotzdem nicht. Interpretiere ich euch jetzt richtig: Wir sollen uns keinen Kopf machen, andere Gruppen trifft es viel schlimmer und auch für uns hätte es noch ätzender werden können? Also alles halb so wild? Nicht euer Ernst? Dieser Kerl ist eine extrem gefährliche Gestalt. Für alle Menschen und damit natürlich auch und insbesondere für uns Schwule. Beschwichtungen und abwarten ist das dümmste, was man da machen sollte.


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