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Martin Schulz will Ehe für alle

Der SPD-Kanzlerkandidat stellt sich offiziell gegen CDU und CSU

Nach dem die SPD die Forderung nach der Ehe für alle 2013 in den Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU für die Einführung eines neuen Mindestlohns opferte, will die Partei die Gleichstellung im Eherecht nun offenbar zu einem entscheidenden Thema ihres Wahlkampfes machen. Die Forderung nach der Öffnung der Ehe soll mit der nach dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare verknüpft werden. Es soll also mal wieder um’s große Ganze gehen.

Diesmal ist der Kanzlerkandidat mit ganzem Herzen dabei

Der Vorteil: Diesmal ist der Kanzlerkandidat mit vollem Herzen dabei. Eine SPD-Sprecherin bestätigte heute.de gegenüber am Donnerstag dem Nachrichtenportal heute.de, dass auch Kanzlerkandidat Martin Schulz hinter der Forderung stehe. Er will CDU und CSU an dieser Steller im Wahlkampf hart angreifen. Denn die hätten die Gleichstellung schon 2013 aus rein ideologischen Gründen blockiert. Der SPD sei es in der Koalition gelungen, Diskriminierungen weiter abzubauen, aber nun sei es Zeit für die volle Gleichstellung, inklusive Adoptionsrecht. Eine parlamentarische Mehrheit dafür gibt es mit Grünen und Linken schon lange.

Auch schon im letzten Bundestags-Wahlkampf war die SPD mit dem Slogan „100 Prozent Gleichstellung nur mit uns” angetreten, nur um das Wahlversprechen noch vor Regierungsantritt ad acta zu legen. LGBTI-WählerInnen haben also allen Grund mißtrauisch zu sein. Allerdings hat Martin Schulz eine lange Geschichte LGBTI-freundlicher Politik: Als Präsident des Europaparlaments hielt Schulz 2012 eine sehr solidarische Rede beim Cologne Pride und unterschrieb noch im selben Jahr eine zehn Punkte umfassende Selbstverpflichtung der Organisation ILGA für EU-Parlamentarier. Das sogenannte „Be Bothered“-Versprechen ist ein klares Bekenntnis zur Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen und eine Versicherung, sich für sie einsetzen – auf europäischer Ebene ebenso wie weltweit.

„Sie können darauf zählen, dass ich für die Gleichstellungsziele kämpfen werde”

Schulz bekräftigte: „Als Präsident des Europäischen Parlaments können Sie darauf zählen, dass ich für die Gleichstellungsziele kämpfen werde, die im Be-Bothered-Versprechen beschrieben werden.“ Zum Auftakt der zur Aktion gehörigen Kampagne hielt er erneut eine Rede, die über bloße Absichtserklärungen weit hinausging. Auch sonst tat er mehr als er gemusst hätte. Von den obligatorischen Grußworten zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie mal abgesehen, waren da die ganz konkrete Unterstützung für einen britischen Staatsbürger, der in Marokko festgenommen worden war, sein öffentliches Bedauern darüber, dass der Gay-Pride in der serbischen Hauptstadt verboten wurde und die Drohung, Verfolgerstaaten die Entwicklungshilfe zu kappen, sollten sie ihre LGBTI-Politik nicht gründlich überdenken und demokratischer gestalten.

Mehr dazu in der März-Ausgabe der MÄNNER

 

Foto: Shutterstock/Tomasz Bidermann


148 Kommentare

  1. Volker Schupetta

    Alexander Gallius Alleine das Wort „Kinderliebhaber” diskreditiert Sie. Übrigens: Ohne Agenda 2010 wären heute genau so viele Deutsche arbeitslos wie in Frankreich, Spanien und Portugal. Das in Ihren Kreise bekannte Hartz 4 hiess vorher Arbeitslosenhilfe. Einzig die Karenzzeit war eine andere! 🙂 #EkelhAfD

  2. Cevin Müller

    Was ein blöder Kommentar,informier dich mal richtig und kommentiere dann.Eine Islamisierung wird es niemals geben Deutschland ist und bleibt deutsch auch mit immigrierten Moslems die hier leben.

  3. Julia Richter

    Was haben SPD, Grüne, CDU nicht schon alles für einen Stuß versprochen.
    Die Mehrheit für die Ehe für Alle ist/war in Bundestag und Bundesrat doch schon lange da!
    MACHEN! Nicht labern!

  4. Julia Richter

    Da müsste man als SPD halt mal Eier und nen Arsch in der Hose haben und sagen „entweder wir machen das jetzt, oder das wars mit der Koalition!”
    Die Maut hat dieser Alpenterrorist Seehofer ja auch bekommen!

  5. Culann Brock

    Wenn das immer mal so einfach wäre liebe Julia Richter. Möchtest du Zustände wie bei den wahlen in Spanien oder Griechenland. Wo permanent neu gewählt werden muss. Nur weil sich keine Koalition findet, weil jeder stur versucht seine Position durch zu drücken. Das ist kindisch und würde das vertrauen noch mehr und nachhaltiger schädigen. Als ohne hin schon. 😉

  6. Denis Schilling

    Volker Schupetta Frage: Weshalb spricht sich ausgerechnet ein Herr Maas für eine Homo-Ehe aus? Weshalb kein Gabriel (gehandelter möglicher KK). Weshalb kein Steinmeier ( “ “ )? Ich frage nur! Bitte nicht missverstehen: Ich selbst bin schwul und verheiratet. Ich glaube nur, dass Scholz punkten will.
    Ich glaube nicht, Cevin, dass Bouvier KK war und ist.

  7. David Davidian

    Schulz, der EU-Apparatschik, der scheinheilig den Wechsel in die Nationalpolitik mit seinem urplötzlich erwachten Interesse an deutscher Lokalpolitik begründete, doch nur aus einem tatsächlichen Grund zurückkehrte: Sein liebgewonnener und hochdotierter Posten als EU-Parlamentspräsident sollte absprachegemäß der konservativen Fraktion zugeteilt werden. Zuvor versorgte er eigeninitiativlich noch alte Parteigenossen mit gutbezahltem Heimaturlaub und belog wider besseren Wissens Pressereporter ob seiner zusätzlichen und unversteuerten Präsidial-Zulagen. Der Kerl ist so glaubwürdig wie ein Barschel-Versprechen.

  8. Ulrich Von Lichtenstein

    Da bin ich aber so unendlich froh das sich das endlich einmal eine Partei auf ihre Fahne geschrieben hat. Gott sei Dank. Ich dachte schon an so ein brisantes Thema geht niemand mehr ran. Da werden andere gegenwärtige Probleme geradezu zu Bagatellen degradiert.

  9. Daniel Espinar

    Es war klar das jemand das Thema als Wahlkampf Kampagne nehmen wird. Ich Wette die CDU kommt ebenfalls damit bald um die Ecke. Allerdings hat er bereits vor Jahren dafür öffentlich gekämpft deshalb gibt es schon Hoffnung

  10. Burak Cet

    Zeit für Homosexuelle sich in dieser Wahl nichts vorzumachen! Die Ehe für alle wird die SPD auch nach dieser Wahl nicht einführen. Der CSD wird sich immer weiter von der Protestbewegung entfernen und die Ehe für alle immer unwichtiger. 🙂 #loserswithcashmere

  11. Christian Hilgert

    Der FDP haben wir es gezeigt und die SPD wird es diesmal auch zu spüren bekommen. Beide Parteien haben uns auf übelste verarscht. Die SPD hat für eine Maut gestimmt und da, wo es um Menschen ging, hat sie uns an Mutti verkauft. Und jetzt holen sie Ihre alten Plakate aus dem Keller und schreien wieder „100 Prozent Gleichberechtigung nur mit uns”. Alle die sich zum zweiten mal verarschen lassen wollen sind selbst Schuld.

  12. Christian Hilgert

    Wieso ist das Hetze wenn Menschen, die aufs übelste verarscht wurden Ihre Meinung sagen? Hälst Du das für gut was die SPD mit uns gemacht hat? Versprechen nicht gehalten hat? Ist das o.k.?

  13. Christian Dristram

    Die SPD hat mit ihren 25% viel durchsetzen können gegen die Konservativen. Mindestlohn, Rente mit 63, nein heißt nein, Elternzeit+, mehr Unterstützung für Alleinerziehende, Förderung des sozialen Wohnungsbaus.. Aber die Gleichstellung von LSBTTIQ* haben wir nicht durchsetzen können. Das ist Mist, aber es war halt auch nicht die SPD mit den 42%.

  14. Oliver Schumacher

    Herr Mike Effey und Herr Volker Schupetta: Wenn die Union bei offensichtlich ja auch anderen Themen ebenfalls „mauert”, muss man die Koalition halt verlassen und die linke Mehrheit im Parlament nutzen, die mit ca. 52% seit 2013 da ist. Ich habe nicht das Gefühl wenig Ahnung von Politik und Parlamentarismus zu haben – als Politik- und Sozialwissenschaftler wäre das auch eine schlechte Voraussetzung.

  15. Oliver Schumacher

    Herr Jürgen Gladbeck, es geht hier aber nicht um die Eingetragene Lebenspartnerschaft (ich lebe selbst in diesem Institut), sondern um den Abbau von noch ca. 90 bestehen (kleineren und größeren) Ungleichbehandlungen gegenüber dem Institut der Ehe (es geht hier auch um einen verfassungsmäßigen Schutz, der für EL nicht gilt!), was sich nur durch Anwendung des Ehebegriffs beseitigen lässt. Ich kann immer nur wieder empfehlen sich vor einer Kommentierung zunächst mit dem Thema zu beschäftigen, um das es geht.

  16. Rolf Kleinert

    gegen waffenlieferungen in die dritte welt … wäre nur eins der wichtigeren themen …und gegen Erhöhuing der Militärausgaben.. und und und … ich lebe auch ohne Schulz mit personen zusammen wie ich will !!

  17. Roland Dick

    Nicht durchsetzen können? Die Abgeordneten hätten ja nur dem Gesetzentwurf der Grünen zustimmen müssen. Und 2001 war das Thema der SPD auch herzlich egal, es war ein Anliegen von B90/Grüne und Voraussetzung für eine Koalition.

  18. Peter Angelo Emmler

    Jaja…wie war das bei der letzten Bundestagswahl?
    „100% Gleichstellung nur mit uns!”
    Und als die SPD dann in der Regierung war, ist nichts passiert.
    Für mich mal wieder blödes Gelaber.


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