Call Me by Your Name – Still 2

Berlinale Tag Fünf: Valentinstag

Am Tag der Liebe hat es auch die Jury vollständig erwischt

Das Festival fordert seinen ersten Tribut: Katy ist krank. Migräne. Und das am bislang sonnigsten, wettertechnisch schönsten Tag des Festivals. Gute Besserung, wir alle hoffen, es geht dir bald besser. Dass sie heute nicht dabei ist, ist doppelt schade, denn die Filme, die wir heute sehen, passen wie die Faust auf’s Auge sowohl zur Sonne, wie auch zum Valentinstag. Zumindestens zwei davon.

Armie Hammer, aber vor allem der erst 22-Jährige Timothée Chalamet liefern schauspielerische Meisterleistungen ab

Da wäre erstmal die Verfilmung von André Aciman Kultroman „Ruf mich bei deinem Namen“, „Call Me By Your Name“, indem Armie Hammer, aber vor allem der erst 22-Jährige Timothée Chalamet, schauspielerische Meisterleistungen abliefern und unsere Herzen zum Schmelzen gebracht haben. Wir empfehlen den Besuch dieses auch kameratechnisch brillianten Meisterwerks ausdrücklich. Eine großartige Liebesgeschichte. Die so aussieht:

Auch sehr schön ist „Últimos días en la Habana“, den Hannes und Ulf gestern sahen und von dem sie ausdrücklich wollen „das im Blog darauf hingewiesen wird. Den müssen die Menschen sehen“. Diego und Miguel, beide Mitte vierzig, leben in einer heruntergekommenen Wohnung mitten in Havanna, ohne fließend Wasser und jeglichen Komfort. Miguel verdient sein Geld als Tellerwäscher in einem privat geführten Restaurant und kümmert sich, gemeinsam mit Nachbarn und Familie, um Diego, den seine HIV-Infektion ans Bett fesselt. Diego versucht, sich seine Lebensfreude zu erhalten, während Miguel sich immer mehr verschließt. Nur die beiden kennen Miguels Geheimnis: Er plant, in die USA auszuwandern und wartet auf sein Visum. Diegos Zustand verschlechtert sich, er muss ins Krankenhaus und überlässt seiner Nichte Yusi das Zimmer. Als Miguels Visum endlich eintrifft, stehen nicht nur für ihn überraschende Entscheidungen an. Anhand des Lebens in einem Mietshaus präsentiert der Autor, Dokumentarfilmer und Regisseur Fernando Pérez nach eigenem Drehbuch ein schillerndes Kaleidoskop der Gefühle. Die in ruhigen Einstellungen erzählte Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft ist auch ein Blick auf eine Kultur im Umbruch, die ständige Flexibilität und unglaublichen Optimismus fordert. Eine Liebeserklärung an die kubanische Hauptstadt und ihre Bewohner.“

Männer Jury Tag Sechs: Die Filme

Angefangen haben wir, wie gesagt, mit Call Me by Your Name: Ein heißer, sonnendurchtränkter Sommer auf dem norditalienischen Landsitz von Elios Eltern im Jahr 1983. Der 17-Jährige hört Musik und liest Bücher, geht schwimmen und langweilt sich, bis eines Tages der neue Assistent seines Vaters aus Amerika in der großzügigen Villa ankommt. Der charmante Oliver, der wie Elio jüdische Wurzeln hat, ist jung, selbstbewusst und gutaussehend. Anfangs reagiert Elio eher kühl und abwehrend auf ihn, doch schon bald unternehmen die beiden öfter Ausflüge miteinander, und Elio beginnt zögerliche Annäherungsversuche, die zunehmend intimer werden – auch wenn man, wie Oliver sagt, „über solche Dinge nicht sprechen kann“. Die Anziehung zwischen den beiden wird im Laufe des kurzen Sommers immer intensiver.
Regisseur Luca Guadagnino schrieb das Drehbuch zum gleichnamigen Roman des Autors André Aciman zusammen mit dem US-amerikanischen Regisseur James Ivory und Walter Fasano. Die Erinnerungen des Ich-Erzählers Elio übersetzt er in ruhige, stimmungsvolle Bilder. Hauptdarsteller des Dramas über ein unerwartetes Coming-out ist neben den Schauspielern Timothée Chalamet und Armie Hammer die verführerische Landschaft.

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Danach gibt es mit dem kanadischen Weirdos schönes schwarz-weißes Konterprogramm: „Ich bin ein Weirdo.“ · „Liebling. Sie ist auch ein Weirdo. Wir alle sind Weirdos. Gerade darum sind wir doch so großartig.“ In lakonischen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Bruce McDonald die humorvolle Geschichte der zwei jugendlichen Ausreißer*innen Kit und Alice. Am Vorabend des amerikanischen Bicentennials 1976 begleitet der Film die beiden Anhalter*innen auf einer turbulenten Reise durch die atemberaubende Landschaft der kanadischen Ostküste, getrieben vom Soundtrack dieser Tage. Kit sucht ein neues Leben in der Künstlerkommune seiner mondänen, aber labilen Mutter, Alice macht keinen Hehl aus ihren romantischen Sehnsüchten. Doch im Schein des knisternden Lagerfeuers einer Strandparty finden beide zu Erkenntnissen, die ihre Beziehung auf die Probe stellen. Auch Kit und seine Mutter müssen sich am folgenden Tag, nach großer Wiedersehensfreude, verdrängten Wahrheiten stellen.

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Dann die nächste große Liebesgeschichte, God’s Own Country, auch sehr richtig für den Valentinstag, wenn auch deutlich härter als „Call me by your Name“: Der junge Johnny bewirtschaftet die Farm seines kranken Vaters im englischen Yorkshire. Die Kommunikation zwischen Vater und Sohn ist den widrigen Lebens- und Arbeitsumständen angepasst: Knapp und rau werden meist Worte der Kritik oder Bevormundung an den Sohn gerichtet. Die Großmutter leistet stoisch ihren Teil. Frustriert geht der isolierte Johnny seinem harten Tagesgeschäft nach, hat unverbindlichen Sex mit Männern oder betrinkt sich im lokalen Pub, um seinem Alltag zu entfliehen. Als im Frühjahr der gleichaltrige Gheorghe aus Rumänien als Aushilfe für die Saison anheuert, begegnet Johnny dem Fremden zunächst mit Misstrauen. Die anfänglichen Spannungen zwischen den Männern weichen jedoch bald einer intensiven Beziehung, die Johnny neue Perspektiven eröffnet, ihn aber auch vor weitere Herausforderungen stellt. Francis Lee zeigt in seinem Langfilmdebüt den entbehrungsreichen Farm-Alltag in authentischen Bildern. Er konzentriert sich dabei auf Blicke und Gesten seiner Charaktere und ihre unmittelbare Körperlichkeit. Die archaische Landschaft von „God’s Own Country“, wie die Einheimischen die ehemalige Grafschaft nennen, wird zum Spiegelbild innerer Tumulte. 201716692_4_img_543x305Und, wie sich das für einen zünftigen Valentinstag gehört, gibt es am Ende ein bisschen Kunstporno, den deutschen Beitrag Fluidø: Im Jahr 2060 ist die Welt von Aids befreit. Allerdings sind bei einigen Menschen die HI-Viren zu einem Gen mutiert, aus dem sich eine Droge gewinnen lässt, die zum Rauschmittel des 21. Jahrhunderts geworden ist. Eine Geheimpolizei versucht mithilfe virtuell unterstützter Direktkontrollen zu ermitteln, wer Träger*in dieses Gens ist. Währenddessen müssen anderenorts junge Männer an ein Kabelsystem gefesselt Sperma für die Gewinnung marktbeherrschender Pharmazeutika produzieren. Die in Taiwan geborene Multimediakünstlerin und Filmemacherin Shu Lea Cheang hat in Berlin einen dystopischen Science-Fiction gedreht, bei dem es um die Macht von Körperflüssigkeiten und um deren Gewinnung geht. In Form einer orgiastischen Oper inszeniert sie einen atemlosen Reigen aus Körpern, Sekreten, Performances und sexuellen Akten, die oft im Dienste einer übergeordneten Ökonomie stehen. Ein über weite Strecken experimentelles und ungewöhnliches, auf konsequente Art parapornografisches Drama, in dem die Grenzen zwischen den Geschlechtern sowie zwischen homo-, hetero-, bi-, trans- oder intersexuell kontinuierlich verschwimmen.

Falls hier der Gewinnerfilm dabei ist, habt ihr einmal mehr die Chance, Tickets für die TEDDY-Verleihung zu gewinnen. Wir verlosen bis morgen Mittag, 12.00 Uhr, 1×2 Tickets für die TEDDY-Gala. Einfach eine Mail mit dem Stichwort: „TEDDY AWARDS“, Eurem Namen, Eurer Email und Eurer Telefonnummer an: paul.schulz@brunogmuender.com und Ihr habt eine Chance. Viel Glück!

Freitag, 17.02.2017, TEDDY AWARD Preisverleihung, 21:00 Preisverleihung, 23:00 After Show Lounge & TEDDY BACKSTAGE PARTY

Eintrittskarten

Tickets von 25,00 – 138,00 Euro, Ticket für die TEDDY BACKSTAGE Party 15,00 Euro

Kartenvorverkauf: TICKET HOTLINE:  030‐ 4799 74 74 Online-Shop:  https://papagena-shop.comfortticket.de
Kartenreservierung per E‐Mail: tickets@papagena.de
Karten ohne VVK-Gebühr: sind erhältlich im Eisenherz Buchladen, Motzstr. 23, 10777 Berlin

Ticket Bestellformular
http://teddyaward.tv/downloads/files/Teddy2017/Ticketing/Ticketbestellformular_TEDDY_AWARD2017_DE.pdf
Förderticket Bestellformular
http://teddyaward.tv/downloads/files/Teddy2017/Ticketing/TEDDY_Foerderticket_Info_2017_.pdf

 

 

Alle Fotos: Berlinale, Trailer: Sony Pictures Classic


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