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CSD Berlin: Motto gegen Rechts

"Mehr von uns – jede Stimme gegen Rechts"

Das diesjährige Motto des CSD Berlin steht fest. Am Donnerstagabend fiel nach längerer Diskussion die Entscheidung, berichtet der „Tagesspiegel“. „Mehr von uns – jede Stimme gegen Rechts” lautet das Motto, unter dem am 22. Juli die Berliner Community demonstriert.

„Wir wollen damit sagen, dass wir präsenter und sichtbarer sein wollen, und gleichzeitig wenden wir uns gegen das rechte Rollback”, begründete Tatjana Meyer, Vorstand des Berliner Christopher Street Days, die Entscheidung gegenüber dem „Tagesspiegel”.

Eine „Aufforderung, sich gegen Angriffe gegen unsere Community entgegenzustellen“

Etwa 200 Vorschläge waren eingereicht worden, denn die Veranstalter hatten die Community darum gebeten, ihre eigenen Ideen einzubringen (MÄNNER-Archiv). Motto-Vorschläge, die es nicht geschafft haben, waren etwa „Untrump the world“ oder „Wählt klug, wählt menschlich!“. Im Vorjahr lautete das Motto „Danke für nix“ – denn in Sachen Gleichberechtigung sei noch viel zu tun.

Im Wahljahr 2017 hatte sich der Vorstand „ein politisch-knackiges“ Motto gewünscht, denn der CSD findet nur zwei Monate vor der Bundestagswahl statt. „Die Aussage “Mehr von uns” verstehe ich als strategische Aufforderung sich aktiv, sichtbar und geschlossen gegen den im Bundestagswahlkampf 2017 weiter zu erwartenden Angriffen gegen unsere LGBTIQ*-Community entgegenzustellen“, hat der- oder diejenige zur Begründung des Vorschlags geschrieben. (In Wien findet 2019 der Europride statt – MÄNNER-Archiv.)

Vorschläge waren ernster als sonst

„“Mehr von uns” impliziert aber auch einen Auftrag an unserer Community selbst. Wir können nur sicht- und hörbar werden, wenn wir unsere ideologischen Grabenkämpfe beenden. Unsere Stärke ist unsere Vielfalt. Unser CSD muss deshalb weiter Brücken in unsere Community bauen und so aktiv zur Teilnahme und Beteiligung einladen“, heißt es darin weiter.

Auffällig war in diesem Jahr laut Vorstand Tatjana Meyer, dass viele Vorschläge sehr ernst waren: „Ich denke, dass die Themen wegen der nahen Wahlen und dem Rechtsruck im Land automatisch politischer als sonst formuliert wurden.”

Titelfoto: imago/Bernd König


17 Kommentare

  1. Frank Bartz van den Bosch

    Gegen Rechts ist ok. Es war aber etwas gegen bzw. als deutliches Signal gegen die Bundesregierung gefragt, darum ist dieses Motto nicht treffend! Natürlich die CDU zählt zu den rechten Parteien und Bauchgefühl zu ganz rechts, aber „mehr von uns”? Nein nicht mehr, denke wir sind die Homolobby jedoch wollen wir niemandem überreden um schwul oder lesbisch zu werden! „Alle von uns – jede Stimme gegen Rechts” wäre besser, denn er ruft die Massen auf mit uns auf die Straßen zu gehen um für unsere Rechte zu demonstrieren und gegen rechts zu sein. Kurz um ein zweifelhaftes Motto !

  2. Helfried Berthold Paul

    Ich finde das Motto nicht so gut, denn wir haben nicht nur Probleme mit Rechts sondern auch mit den Homophoben Gedankengut von Religionen wie den Islam zu kämpfen. Die meisten Flüchtlinge (Migranten) und hier vor allen die Jüngeren sind Homophob.

  3. Pe Klem

    Ich finde es grundsätzlich nicht besonders etwas mit gegen zu betitelt. Lieber für Weltoffenheit, Vielfalt, Gleichheit, usw als gegem xy. Psychologisch finde ich es besser einen Selbstzweck zu haben, als nur gegen was zu sein. Außerdem kann so eine Message mehr zur Spaltung der Gesellschaft führen. Lieber inklusiv als exklusiv.

  4. Michael Sadewater

    Ich würde mit sagen, dass sie homophob sind. Wenn du aus einer Gesellschaft kommst, in der nie über Homosexualität gesprochen wird oder es strafrechtlich verfolgt wird, würdest du auch Probleme mit Homosexuellen haben. Es geht hier um Aufklärung und Sensibilisierung!

  5. Culann Brock

    Definitiv eine klare und unmissverständliche Botschaft an die AfD- homos. Bitte nicht nur den Islam für seine Homophobie verurteilen. Die Katholiken sind nicht besser und Homophobie ist nicht nur bei jungen Migranten ein Problem sondern eine Tendenz das selbst einheimische jugendliche homophob sind gibt es. Hier wäre Aufklärung und eine klare Formulierung wichtig. Wir leben in einer offen demokratischen Gesellschaft. Das muss man auch so kommunizieren. Ich hasse Verallgemeinerung nicht alle sind homophob. Ein kleiner teil ist geflohen weil sie in ihren Herkunftsländern verfolgt werden für ihr schwul sein. Also bitte ein bisschen mehr differenzieren.
    Teile der CDU mögen Rechtsdenken, aber ich denke die Mehrheit ist für die Ehe Öffnung. Nur die CDU wirkt gehetzt von der Stimmung im Land und versucht nur ihr Schiff nicht sinken zu lassen.

  6. Reinhard Leis

    Der Islam ist grundsätzlich nicht gegn Homosexualität, nur weil die Sure dazu zweideutig zu verstehen ist und es die Mehrheit falsch versteht bzw. falsch verstehen wolln (da es ein Widerspruch dazu wäre dass jeder Muslim jedn Menschen akzeptiern soll) sollte der Islam nicht als Feind betrachtet werdn 😉

  7. Helfried Berthold Paul

    Im Märchenbuch Koran wie auch im Märchenbuch die Bibel steht es geschrieben. Ja, und die Moslems mit ihren Religionsgruppen richten sich nun mal danach. Da machen schon die Religionsanführer wie die Imane und wie sie sich alle auch noch nennen druck.

  8. Peter Gomig

    also ich finde das Motto auch nicht gut! denn schon wieder wird gegen etwas gestimmt, getan oder wie man es sonst noch benennen kann!! ein miteinander wäre viel besser! nur die liebe zählt oder einfach einen wunderbaren satz der die menschen berührt! 🙂

  9. Marcel Hase

    Ja, die Welt ist NUR schwarz und weiß. Und die Reichen reiben sich die Hände, denn sie hetzen uns alle gegeneinander auf: links gegen rechts, Arbeitslose gegen Arbeitende. So können sie in Ruhe weiter machen! Bravo! Sicher, wir haben ein Problem mit rechtem Gedankengut, da gibt es auch nichts zu beschönigen. Wir haben aber auch andere Probleme. Die Spanne zwischen arm und reich wächst, und wächst, und wächst. Vielleicht einfach mal über den Tellerrand hinausschauen. Ansonsten finde ich das Motto gut.


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